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Formel 1

Formel 1, Norris-Schmerzen bleiben: Zweifel wegen Rennen

Lando Norris klagt auch nach dem Qualifying zum Steiermark GP der Formel 1 weiter über Schmerzen. Das Rennen will der McLaren-Pilot jedoch unbedingt fahren.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Lando Norris geht es auch am zweiten Tag des Formel-1-Wochenendes in Österreich kaum besser. Bereits am Freitag hatte sich der McLaren-Pilot über Schmerzen in der Brust beklagt, vor allem beim Bremsen. Nach dem Qualifying zum Steiermark GP in Spielberg, das Norris auf Platz sechs beendete, lieferte der Brite nun ein Update.

„Es ist etwas besser heute, aber nicht viel besser“, sagte Norris. Das liege jedoch weniger an einer Genesung oder Schmerzmitteln als am Wetter. Norris: „Der ausschlaggebende Grund dafür sind mehr die Bedingungen, weil der Bremsdruck und die Kompression im Regen sehr viel geringer ausfallen als im Trockenen.“

Schmerzen im Regen besser - weniger Bremsdruck

Was genau die Schmerzen verursache, hätten seine Spezialisten noch immer nicht abschließend diagnostiziert. „Ich habe mit vielen Leuten gesprochen und keinem ist klar, was das Problem ist“, berichtete Norris am Samstagabend. „Das ist nicht ideal jetzt. Aber wir haben alles getan, was mit Schmerzmittel möglich war, sodass es besser wurde. Und im Nassen war es jetzt auch okay.“

Für das Rennen sind allerdings trockene Bedingungen vorhergesagt, noch dazu geht es am Sonntag um ganze 71 Runden Vollgas am Stück. Davor graut Norris bereits. „Im Trockenen wird es morgen sicher ein größeres Problem sein“, fürchtet der Brite. „Ich muss jetzt einfach schauen, dass ich das Richtige tue, um mich morgen wohl zu fühlen. Aber etwas unangenehm wird es ganz sicher bleiben. Ich kann es nicht wissen, ich bin ja noch keinen Rennstint damit gefahren. Es ist etwas ungewiss.“

Lando Norris will Rennen unbedingt fahren

Daran, dass Rennen auszulassen, denkt Norris jedenfalls mitnichten. Mit Ersatzmann Stoffel Vandoorne will Norris keinen Kontakt aufnehmen. „Ich denke nicht, dass ich je jemanden bitte würde, für mich zu fahren“, sagte Norris zu Motorsport-Magazin.com. Dann konnte der Brite sogar wieder scherzen. Norris: „Höchstens Zak [Brown, McLaren-CEO]! Der ist der einzige, der vielleicht einen besseren Job machen könnte!“

Nein. „Ich gebe alles und versuche mein Bestes. Auch wenn es vielleicht ein paar Schmerzen oder große Schmerzen bereiten sollte“, sagte Norris kämpferisch. Auch seine Spezialisten hätten ihm versichert, dass er es versuchen könne. „Und die haben wirklich nur mein Bestes im Sinn. Ich bin zuversichtlich, dass ich morgen noch immer einen guten Job abliefern kann. Es wird sicher nur härter als andere Rennen.“

Seidl: Lando ist ein Kämpfer!

Dass er durch die Anstrengung alles nur noch schlimmer machen könnte, fürchtet Norris nicht. „Da bin ich nicht so wirklich besorgt. Gestern wurde es mit der Zeit nur etwas schlechter. Ich mache mir keine Sorgen, dass ich da irgendwie Schaden anrichte. Da ist innen irgendwas geprellt, wenn überhaupt“, vermutet Norris per Selbstdiagnose.

McLaren-Teamchef Andreas Seidl leidet mit seinem Piloten. „Es ist natürlich nicht ideal“, sagte der Bayer. „Aber ich kenne Lando. Er ist auch ein Kämpfer. Nicht viele junge Leute haben die Möglichkeit, ein Formel-1-Rennen zu fahren. Mit ein paar Schmerzmitteln wird Lando morgen schon klarkommen“, so Seidl zu Motorsport-Magazin.com.

Zak Brown als Ersatzfahrer?! Bloß nicht!

Ohnehin - etwas anderes komme überhaupt nicht in Frage. Seidl spielt Norris‘ Ball zurück: „Wie Lando schon gesagt hat: Wir wissen, wer der Ersatzfahrer wäre - Zak! Deshalb werden wir alles in unserer Macht Stehende tun, um es mit dem Physio hinzubekommen, dass Lando morgen fahren kann!“

Übrigens: Was hier nur ein Scherz war, geschah in der Formel-1-Geschichte tatsächlich: Beim Großen Preis von Schweden 1977 weilte Shadow-Neuzugang Riccardo Patrese bei einem Formel-2-Rennen in Mugello. Seinen Platz nahm deshalb einfach mal Teamchef Jackie Oliver dessen Platz ein. Der war zuvor zwar selbst F1-Pilot gewesen, sein letzter GP-Start lag allerdings dreieinhalb Jahre zurück. Mit Startplatz 16 und P9 im Rennen lief der Einsatz des Teamleaders nicht einmal so übel ...


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