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Formel 1, McLaren vor Ferrari: Sainz bereut Vettel-Erbe nicht

Ferrari gab beim Formel-1-Saisonstart in Spielberg ein Bild des Schreckens ab: hinter Racing Point und McLaren. Bereut Carlos Sainz seinen Wechsel für 2021
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Carlos Sainz befindet sich in der Formel-1-Saison 2020 auf Abschiedstournee von McLaren. 2021 wechselt der Spanier als Nachfolger von Sebastian Vettel zur Scuderia Ferrari. Für Sainz wird damit der größte Traum eines jeden Rennfahrers wahr.

Oder doch nicht? Immerhin befindet sich die Scuderia sportlich gerade in einer derart schlechten Lage wie seit 2014 nicht mehr. Beim F1-Saisonstart in Österreich kam Ferrari nicht über die fünfte Kraft der Startaufstellung hinaus. Hinter Mercedes. Hinter Red Bull. Hinter Racing Point. Und hinter McLaren, Sainz’ aktuellem Team.

Carlos Sainz: Verschlechtert er sich mit Ferrari-Wechsel 2021?

Verschlechtert sich der Spanier mit seinem Wechsel zum vermeintlichen Top-Team Ferrari 2021 also sogar? Immerhin bleiben die Regeln konstant, noch dazu werden durch Sparmaßnahmen viele Teile eingefroren. Obendrein darf sich McLaren 2021 über Mercedes- statt Renault-Motoren freuen.

Nach dem ersten Rennwochenende in Österreich, also vor dem zweiten, dem Großen Preis der Steiermark, fragte Motorsport-Magazin.com deshalb nach bei Sainz: Bereut er seine Entscheidung, Woking gegen Maranello einzutauschen vielleicht schon? Oder hat er zumindest Bedenken, ob dieser Schritt richtig war?

Sainz unbesorgt: Ferrari bald wieder an Formel-1-Spitze

„Nicht wirklich“, winkt Sainz ab. „Ich denke gar nicht an 2021 und habe nicht darüber nachgedacht, welche Form Ferrari ins nächste Jahr mitnimmt.“ Generell erwartet Sainz nicht, dass Ferrari noch allzu lange in den gegenwärtigen Turbulenzen stecken bleiben wird. Sainz: „Ich bin zuversichtlich. Sie waren immer an der Spitze de Formel 1 und denke, dass sie bald wieder da sein werden - eher früher als später.“

Formel 1 Vorschau, Österreich: Zieht Ferrari sein Upgrade vor?: (09:44 Min.)

Gegenwärtig freut sich Sainz vielmehr darüber gegen sein baldiges Team kämpfen zu können, ist im Kopf noch bei seinem jetzigen. „Das ist ein guter Fortschritt für McLaren, ich genieße es, dass wir mit Ferrari kämpfen und nah an Red Bull und Racing Point dran sind, von denen wir dachten, dass sie weit weg sein würden“, sagt Sainz.

Bleibt McLaren vor Ferrari? Norris zweifelt

Allerdings müsse man auch vorsichtig bleiben. Nach nur einem Wochenende weigert sich Sainz nicht nur, Ferrari schon abzuschreiben, sondern will auch McLaren nicht vollständig hochjubeln. „Wir müssen unsere Performance erst noch auf ein paar unterschiedlichen Strecken bewerten. Österreich war die letzten Jahre schon seine sehr gute Strecke für uns. Letztes Jahr waren wir hier sehr stark, andere Strecken könnten die Schwächen unseres Pakets mehr zum Vorschein bringen“, mahnt Sainz „Aber insgesamt war es schon ein sehr starker Start, darauf kann man stolz sein.“

Ob es realistisch sei Ferrari über die ganze Saison hinweg zu schlagen sei deshalb zum gegenwärtigen Zeitpunkt auch unmöglich zu beurteilen. Ähnlich sieht das Teamkollege Lando Norris. Der Brite streut allerdings etwas mehr Skepsis ein. „Wir können nicht in Frage stellen, dass es ein sehr guter Start für uns war“, sagt der Brite. „Aber wir müssen von Rennen zu Rennen schauen“, mahnt auch Norris.

Lando Norris: Ferrari hat das bessere Paket

Speziell Ferrari schätzt Norris längst nicht am Limit seiner Möglichkeiten in der Formel-1-Saison 2020 ein. „Ferrari hat viele Stärken, die sie noch nicht ganz zeigen konnten. Sie werden in künftigen Rennen wieder eine Rolle spielen“, sagt Norris. „Wir haben eine gute Basis, auch um noch weitere Verbesserungen zu sehen. Aber ich glaube, dass Ferrari noch immer ein besseres Auto und über die ganze Saison ein besseres Paket haben wird.“

Konstant aus eigener Kraft um Podien kämpfen - wie annähernd beim Saisonstart - könne McLaren 2020 nicht, vermutet Norris. „Wenn wir Positionen wie Podien oder vierte und fünfte Plätze erreichen, dann haben wir unseren Job richtig gut gemacht. Aber ich denke nicht, dass wir das Paket haben, sehr oft um die Top-3 zu kämpfen“, sagt der Brite.


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