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Formel 1, Sebastian Vettel: Würde Red-Bull-Cockpit nehmen

Die Formel-1-Zukunft von Sebastian Vettel ist noch immer ungewiss. Der Ferrari-Pilot gibt offen zu: Würde Red-Bull-Cockpit nehmen.
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Das heißeste Thema im Formel-1-Fahrerlager ist weiterhin die Zukunft von Sebastian Vettel. Auch am Donnerstag vor dem Steiermark GP - dem zweiten Österreich-Rennen auf dem Red Bull Ring in Folge - drehte sich die Ferrari-Pressekonferenz fast ausschließlich darum, wie es mit Vettel weitergeht.

Nach Vettels Auftritt am Montag bei Servus TV, dem TV-Sender seines ehemaligen Arbeitgebers Red Bull, brodelt die Gerüchteküche über ein mögliches Comeback. "Der Auftritt hat nichts damit zu tun", stellte Vettel zunächst klar.

Doch der 33-Jährige streute Red Bull anschließend Rosen: "Ich kenne das Team aus der Vergangenheit sehr gut und habe noch viel Kontakt mit den Leuten dort wie Christian [Horner] oder Helmut [Marko]. Red Bull hat ein starkes Auto und kann gewinnen."

Marko im Interview: Vettel-Rückkehr? Verstappen Weltmeister?: (53:54 Min.)

"Es wäre nicht fair zu sagen, dass ich das Team in- und auswendig kenne, weil sich auch viel geändert hat, aber ich weiß, warum sie so stark waren. Und sie sind noch immer ein Favorit, das ist interessant", so Vettel weiter.

Nachdem der Abschied von Ferrari bekannt wurde, hatte Vettel bereits mehrmals betont, nur mit einem konkurrenzfähigen Paket weitermachen zu wollen. Also würde er ein Red-Bull-Cockpit nehmen, sollte sich die Chance bieten? "Ich hab gesagt, ich bin hier, um zu gewinnen. Also würde ich ja sagen."

Schlechte Chancen für Vettel-Comeback bei Red Bull

Allerdings stehen die Chancen nicht besonders gut. Red Bulls Motorsportberater Dr. Helmut Marko schloss ein Vettel-Comeback bereits mehrfach aus. Einerseits sei das Geld ein Problem, auf der anderen Seite glaubt man nicht daran, dass die Kombination aus Vettel und Max Verstappen funktionieren würde.

Max Verstappen: Wollte nur höflich zu Vettel sein - Foto: ServusTV / Daniel Götzhaber

Vettel selbst sieht jedenfalls kein Problem mit Verstappen: "Ich habe die Überzeugung, dass wenn du gewinnen willst, jeden schlagen musst. Da ist der Teamkollege egal." Die bei Servus TV ausgesprochenen lobenden Worte von Verstappen Richtung Vettel nahm der Niederländer gleich wieder zurück: "Ich wollte höflich sein, weil er neben mir saß. Ich sehe keinen Grund, weshalb Red Bull das Fahrer-Lineup ändern sollte."

Das sieht auch Vettel ein: "Ich muss akzeptieren, dass sie im Moment keinen Bedarf haben und gut und breit aufgestellt sind. Die Frage nach dem Zeitpunkt ist immer wichtig und manchmal hat man es in der Hand, manchmal weniger."

Vettel: Gab Gespräche mit Renault

Bleiben für Vettel nicht mehr besonders viele Alternativen. Mercedes-Boss Ola Källenius sprach sich in TV-Interviews am vergangenen Wochenende für die aktuelle Fahrerpaarung aus Lewis Hamilton und Valtteri Bottas aus. Fernando Alonso angelte sich unlängst das Renault-Cockpit. Auch die Franzosen wären für Vettel eine Option gewesen. "Ich hatte Gespräche mit Renault über ein Cockpit, aber es waren keine fundamentalen Gespräche", bestätigt Vettel.

Eine Möglichkeit könnte Racing Point sein. Der Rennstall wird 2021 zu Aston Martin. Eine klare Absage von Vettel hört sich anders an: "Racing Point hat hier einen sehr starken Eindruck hinterlassen und ich kenne viele Leute dort im Team. Sie haben dieses Jahr eine gute Chance und darauf können sie aufbauen." Angesichts der großen Regeländerungen und der Budgetobergrenze könnte Racing Point zumindest ab 2022 ein ernsthafter Kandidat sein.

Doch auch Racing Point hat mit Sergio Perez und Lance Stroll eigentlich schon beide Fahrer. Eine weitere Alternative ist derzeit nicht in Sicht. "Es ist eine große Entscheidung für mich, denn ich kenne bislang nichts anderes in meinem Leben. Wenn das richtige Paket kommt, dann ist es sehr interessant. Wenn nicht, dann will ich nicht nur rumhängen, um mitzufahren und Geld zu verdienen", so Vettel.


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