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Formel 1 Österreich, Räikkönen fliegt Rad einfach weg: Strafe

Alfa Romeo Racing beendet einen schwachen Formel-1-Saisonstart in Österreich mit einem Patzer. Kimi Räikkönen verliert ein Rad. Ausfall und Geldstrafe.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Licht auf der einen, Schatten auf der anderen Seite der Garage. Besser als bei Ferrari mit Sebastian Vettel (Dreher, P10) und Charles Leclerc (P2) passt dieses Bild beim Österreich GP 2020 der Formel 1 nur bei Alfa Romeo Racing. Während Antonio Giovinazzi die Hinwiler Sauber-Truppe mit zwei Punkten für Platz neun für ein schwaches Qualifying in Spielberg entschädigte, erwischte Kimi Räikkönen erst eine Safety-Car-Phase kalt, ehe eine unzureichend montierte Radmutter den Finnen vollständig ins Aus beförderte.

Die dramatische Szene ereignete sich in Runde 53, unmittelbar am Ende der zweiten Safety-Car-Phase des Rennens auf dem Red Bull Ring, welche daraufhin gleich in die dritte Neutralisierung überging. Vor der Zielkurve löste sich plötzlich vorne rechts am C39 des Finnen das Rad - und flog einfach weg. „Ich habe die komplette vordere rechte Ecke verloren“, funkte Räikkönen trocken, aber treffend. Weniger Meter später stellte der Iceman auf Start/Ziel ab. Ausfall.

Unsafe Release: Alfa Romeo muss 5.000 Euro Strafe zahlen

Was war passiert? Laut Alfa Romeo ein technischer Defekt bei der Montage beim vorherigen Boxenstopp. Bemerkt haben will das Team von der am Ende nicht ausreichend montierten Radmutter nichts, wie Alfa Romeo auch den Stewards der FIA glaubhaft versichern konnte. Deshalb hielt sich die Strafe für die Unsafe Release nach Studium von Fotos des beschädigten Rads und der Achse mit 5.000 Euro in Grenzen.

Hintergrund: Die Radmutter hatte sich verkantet, war also weder lose noch ganz fest. Das sei weder von Fahrer noch Team zu erkennen gewesen, sodass kein schwerer Fall von Unsafe Release vorliegt. Hätte Alfa Romeo Räikkönen wissentlich eines nicht korrekt montierten Rads weiterfahren lassen, wäre das Strafmaß höher ausgefallen. Weil das Problem, ob nun Defekt oder Fehler, letztlich dennoch zur Folge hatte, dass sich das Rad im Rennbetrieb letztlich löste, setzte es dennoch eine Strafe.

Kimi Räikkönen schon zuvor im Pech: Safety Car hilft Konkurrenz

Damit Ende für Räikkönen ein ohnehin schon von Pech gezeichnetes Rennen vorzeitig. Zuvor war für den Finnen schon die erste Safety-Car-Phase ungünstig gekommen, nämlich genau eine Runde nachdem Räikkönen zum Stopp abgebogen war. Die Folge: Die im ersten Stint überholte Konkurrenz konnte zeitsparend stoppen, Räikkönen verlor die gegen Teamkollege Antonio Giovinazzi und Williams’ George Russell gewonnen Plätze wieder.

Den Briten überholte Räikkönen daraufhin wieder und rangierte auf Platz zwölf als sich das rechte Vorderrad und damit alle Hoffnungen auf Punkte verabschiedeten. Diese wären für den Finnen nämlich durchaus noch möglich gewesen - Räikkönen: „Das Timing des ersten Safety Cars hat mich Plätze gekostet, aber wir lagen noch immer in einer guten Position und mit den neuen Reifen hätte ich um Punkte kämpfen können.“

Antonio Giovinazzi holt zwei Punkte: Alfa im Rennen stärker

Das bewies Teamkollege Giovinazzi mit Platz neun. Die Rennpace Alfa Romeos ließ sich im Vergleich zur Performance im Qualifying durchaus besser sehen. „Da haben wir einen Schritt nach vorne gemacht und einen ordentlichen Speed“, sagte Räikkönen. „Leider bin ich dann ausgefallen, das Problem kam überraschend, es gab keinerlei Anzeichen. Das müssen wir untersuchen.“

Da stimmt Teamchef Frederic Vasseur zu. „Wir müssen sicherstellen, dass wir mit beiden Autos um einen Platz in den Top-10 kämpfen können“, sagte der Franzose. Die bessere Rennpace sei zumindest ein Gutes an der bitteren Situation um Räikkönen - ganz zu schweigen davon, dass Giovinazzi mit Platz neun ohnehin noch Zählbares für das Team zu retten wusste.

Giovinazzi vor Vettel

„Ich bin echt happy mit dem heutigen Ergebnis. Nach diesem schwierigen Qualifying gestern waren Punkte heute das Maximum. Es war nicht leicht, zu Beginn hatte ich mehr zu kämpfen, dann wurden wir stärker je länger das Rennen dauerte. Natürlich brauchst du bei so einem chaotischen Rennen auch Glück, aber wir waren auch bereit jede Chance zu nutzen, wenn sie sich uns bot“, sagte der Italiener. Am Ende verteidigte er sich sogar noch erfolgreich gegen den Ferrari von Sebastian Vettel. Giovinazzi: „Wir haben groß gekämpft und P9 ist unter dem Strich eine tolle Art, in die Saison zu starten.“

Formel 1: Gewinner & Verlierer des Auftakts in Österreich: (36:02 Min.)


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