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Formel 1-Saisonstart: Das Wichtigste von den Testfahrten

Vier Monate nach den Tests startet endlich die Formel-1-Saison. Wir haben zusammengefasst, an was man sich von den Testfahrten noch erinnern muss.
von Florian Niedermair

Motorsport-Magazin.com - Vier Monate nach dem Ende der Wintertests steht endlich der Auftakt der Formel-1-Saison auf dem Programm. Nach so einer langen Unterbrechung kann man schon einmal vergessen, was bei den Wintertests passiert ist und worüber die Formel-1-Welt diskutiert hat, bevor das Covid-Virus die Formel-1-Saison gestoppt hatte. Deshalb hier ein Überblick über die wichtigsten Themen zum Beginn der Formel-1-Saison.

Formel 1 Saisonstart: Titelkandidaten

Mercedes war die dominierende Kraft bei den Wintertestfahrten. Lewis Hamilton und Valtteri Bottas zeigten auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya am konstantesten schnelle Rundenzeiten und gehen somit als Favoriten in die F1-Saison. Als Schwachpunkt am F1 W11 entpuppte sich bei den Testfahrten die Zuverlässigkeit. Neben mehreren Motorproblemen bei Mercedes hatten auch die Kundenteams Defekte zu beklagen.

Foto: Mercedes-Benz

Ein großes Fragezeichen nach den Testfahrten war Ferrari. Die Roten hielten sich bei den Tests noch bedeckt. Die Konkurrenz sprach von einem Bluff des Rennstalls aus Maranello. Helmut Marko sagte: "Es herrscht dort ein Täuschen und Tarnen wie beim Viehhandel". Ferrari-Boss Mattia Binotto erklärte hingegen, dass das Fahrzeug schlechter sei als noch vor einem Jahr und noch nicht vollständig entwickelt sei.

Formel 1 Saisonstart: Der pinke Mercedes

Racing Points Kopierstrategie von Mercedes schien im Winter aufzugehen. Das Mercedes-Kundenteam tauchte bei den Tests vor der Saison mit einem Wagen auf, der dem Mercedes aus der letzten Saison verblüffend ähnlich sah. Renault und McLaren kritisierten Racing Point lautstark.

Foto: LAT Images

Racing Point gilt aus diesem Grund als Favorit im engen Mittelfeld. Otmar Szafnauer meinte im Rahmen der Testfahrten über das Auto: " Es ist immer noch unser Design, unsere Entwicklung." Racing-Point-Pilot Sergio Perez zeigte sich nach den Testfahrten optimistisch. Er sagte: "Wir waren noch nie so gut vorbereitet und mussten immer in der zweiten Saisonhälfte liefern. Das wird das erste Mal sein, dass wir stark beginnen."

Williams scheint sich zwar im Vergleich zur letzten Saison gesteigert zu haben. Doch alles andere als die letzten beiden Position wäre wohl eine Überraschung. George Russell meinte im Rahmen der Testfahrten: "Realistisch gesehen sind wir immer noch das langsamste Auto im Feld." Haas hinterließ bei den Testfahrten auch keinen besonders guten Eindruck und könnte wie schon gegen Ende der letzten Saison vor Williams vorletzte Kraft sein. Abgesehen davon lässt sich das Kräfteverhältnis im Mittelfeld noch nicht prognostizieren.

Formel 1 Saisonstart: Ferrarigate

Kurz nach dem Ende der Testfahrten wurde in einem Statement der FIA angedeutet, dass es bei den Ferrari-Motoren der letzten Saison Unregelmäßigkeiten gegeben habe. Doch die FIA verzichtete auf eine nähere Erklärung und hatte sich mit Ferrari auf einen Vergleich geeinigt, ohne die Details an die anderen Teams preiszugeben.

Foto: LAT Images

Sieben Rennställe – Alle außer Ferrari und seinen Kundenteams - gingen daraufhin auf die Barrikaden. Doch nach wie vor hält sich die FIA mit näheren Details zu dem Vergleich und den technischen Verstößen zurück. FIA-Chef Jean Todt berief sich im April darauf, dass er keine Details zu dem Abkommen nennen dürfe.

Formel 1 Saisonstart: "DAS"-System

Die Aufsehen erregendste technische Innovation bei den Wintertestfahrten war das "Dual-Axis-Steering"-System von Mercedes. Dieses System erlaubt es einem Fahrer die Spur an der Vorderachse zu verstellen, was unter anderem das Lenkverhalten und die Höchstgeschwindigkeit beeinflusst.

Nachdem Mercedes das System in Barcelona erstmals aktivierte wurde sofort die Legalität von "DAS" angezweifelt. In der Zwischenzeit hat die FIA das "Dual-Axis-Steering" für die Saison 2021 verboten. In dieser Saison ist es aber weiterhin legal. Ein Nachbau des Systems durch die Konkurrenz erfordert einige aufwändige Anpassungen im Lenkungssystem und ist deshalb schwierig. Vor allem da immer noch nicht klar ist, wie groß der Vorteil durch "DAS" tatsächlich sein wird.


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