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Formel 1

Formel 1, Vettel nach Test-Debüt 2020: Ferrari hat mehr Abtrieb

Sebastian Vettel stieg nach Krankheit mit einem Tag Verspätung ins Testgeschehen ein. Nach dem Vorjahr ist vorsichtiger Optimismus angesagt.
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Eigentlich hätte Sebastian Vettel schon am Mittwoch in seinem nagelneuen Ferrari SF1000 sitzen sollen. Die Nachwirkungen einer Erkältung ließen das offizielle Testdebüt aber verschieben. "Ich habe diese Erkältung seit einer Woche mit mir mitgeschleppt, jetzt ist aber alles gut", sagte er nach seinem verspäteten Testdebüt am Donnerstagabend.

Die Vormittagssession fuhr noch Teamkollege Charles Leclerc, in der Mittagspause wurde der Bolide umgebaut. 73 Runden absolvierte Vettel am Nachmittag, die schnellste davon in 1:18,154 Minuten, gefahren auf der C4-Mischung. Alles verlief ohne nennenswerte Zwischenfälle. In der Zeitenliste reichte das nur für Rang sechs.

Doch nach der vergangenen Saison geht der Blick bei Ferrari während der Testfahrten längst nicht mehr auf den Zeitenmonitor. "Der letztjährige Test ist noch in allen Köpfen", bestätigt Vettel. "Die erste Woche war sehr gut, die zweite hat das bestätigt - und dann haben wir den Schritt in Melbourne nicht gemacht."

Deshalb war beim viermaligen Formel-1-Weltmeister vorsichtiger Optimismus angesagt. Hauptaufgabe der Ingenieure war es, dem SF1000 mehr Abtrieb zu verleihen als dem SF90. "Wir haben definitiv mehr Abtrieb als im letzten Jahr", bestätigt Vettel Motorsport-Magazin.com und relativiert schnell: "Aber ob es genug ist, werden wir noch sehen."

Wie teuer der Abtrieb erkauft wurde, konnte Vettel noch nicht ausmachen. Die niedrigeren Topspeed-Werte wollte er jedenfalls nicht als Indiz für viel mehr Luftwiderstand deuten. "Das hängt von vielen Dingen ab. Auch beim Motor gilt es hier nicht, die Maximalleistung zu zeigen. Wir wollen Kilometer abspulen."

Hat der Abtrieb die Probleme des Vorjahres gelöst? "An manchen Stellen ist es besser, an manchen ist es ähnlich. Wir müssen jetzt sehen, wie das Auto auf unterschiedliche Abstimmungen reagiert. Wir hatten aber einen klaren Plan, was wir mit dem Auto machen und das scheint funktioniert zu haben."

Weil Vettel den ersten Testtag verpasste, wird er am Freitag beide Sessions im Auto sitzen. Einen Fahrplan für die zweite Woche gibt es noch nicht.


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