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Formel-1-Zeugnis: Nico Hülkenbergs Saison-Fazit 2019

Nico Hülkenbergs Formel-1-Saison 2019 wird auf absehbare Zeit die letzte sein. Er verliert bei Renault Cockpit und internes Duell gegen Ricciardo.
von Markus Steinrisser

Motorsport-Magazin.com - Die Formel-1-Saison 2019 ist vorbei. Es war ein Jahr voller Highlights, spannender Kämpfe und prickelnder Teamduelle. Zum Jahresabschluss nimmt Motorsport-Magazin.com alle Fahrer der abgelaufenen Saison unter die Lupe. Jeden Tag arbeiten wir uns in der WM-Tabelle einen Platz vor. Heute in der Zeugniskonferenz: Nico Hülkenberg, der am Ende der Saison bei Renault seinen Platz räumen muss und zumindest vorerst die Formel 1 verlassen wird.

Steckbrief Nico Hülkenberg

Karriere 2019
GP-Starts 177 21
Siege 0 0
Bestes Rennergebnis 4 5
Podien 0 0
Ø Rennplatzierung 11,5 10,67
Ausfälle 38 3
Schnellste Runden 2 0
Poles 1 0
Bestes Quali-Ergebnis 1 6
Ø Position im Qualifiyng 10,4 11,14
Punkte 511 37

Die Qualifying-Performance 2019: Schon im Qualifying ging es für Nico Hülkenberg 2019 meist unschön los, er musste mehr als nur einmal im internen Duell gegen Neo-Teamkollege Daniel Ricciardo Federn lassen. Hülkenberg schaffte es einfach ein ums andere Mal nicht, die letzte Zehntel aus dem Renault heraus zu wringen. Ricciardo schon, die Zehntel sorgte am Ende für Hülkenbergs 13-zu-acht-Niederlage im Quali-Duell. Ironischerweise gewann Hülkenberg das Quali-Duell im Vorjahr 13 zu acht gegen Carlos Sainz.

Hülkenbergs Qualifying-Performance sollte eigentlich nicht schlechtgeredet werden, sie war solide. Aber alle wollten wissen: Wie schlägt sich Hülkenberg gegen einen Fahrer, der bewiesen hat, dass er zu den Besten im Feld gehört? Und hier fehlte Hülkenberg das letzte Zehntel. Das Auto passte meistens nicht perfekt, war seine Erklärung. Ricciardo fand es meist komfortabel, Hülkenberg nie so richtig.

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Die Renn-Performance 2019: Was sich im Qualifying anbahnte, setzte sich im Rennen allzu oft fort. Hülkenberg fuhr gut, Ricciardo besser. Hülkenberg fehlte ein bisschen beim Reifenmanagement. Ein bisschen die Aggressivität. Einfach das letzte Etwas. Ein bockiges Renault-Chassis und enttäuschende Upgrades taten den Rest, Renaults manchmal über-aggressive Strategien halfen nicht. Bester Mittelfeld-Pilot war er 2019 in keinem Rennen, große Einzelergebnisse blieben aus.

Und dann ist da natürlich die Null, groß steht sie nach wie vor in der Tabelle. Null Podien, null in dieser Saison. Die Feststellung, dass die Fehlerquote ansteigt, je näher er dem Podium kommt, mag zynisch sein, bewahrheitete sich aber doch erneut. In Hockenheim vergab Hülkenberg eine weitere Chance, vielleicht die letzte: Er war eines vieler Opfer der rutschigen Auslaufzone der letzten Kurve. Mit ansonsten durchschnittlichen Leistungen blieb er in diesem Jahr hinter den Stars des Mittelfeldes zurück.

Das sagt Nico Hülkenberg selbst: "Ich bin deswegen nicht frustriert. Ich kann genau sehen, was passiert ist, und der fehlende Fortschritt [von Renault] über das Jahr hinweg ist wahrscheinlich ein Teil davon, da beginnt alles. Ein bisschen eine negative Stimmung im Team. Aber nein, ich habe keine Probleme damit. Vielleicht kommt es auch zur richtigen Zeit, keine Ahnung. Sauer bin ich deswegen nicht, ich bin entspannt."

Fazit: Irgendwie war es dann doch nur ein weiteres Jahr in der Karriere des Nico Hülkenberg. Nur dass er er diesmal gegen einen erwiesenen Top-Piloten antreten musste, und scheiterte. War er 2019 die Nummer zwei bei Renault? Ja. Aber hat er es wirklich verdient, aus der Formel 1 zu fliegen? Eigentlich nicht. Einem Daniel Ricciardo zu unterliegen ist bei weitem keine Schande. Und zerstört wurde Hülkenberg schließlich nicht. Seine Leistungen waren bei weitem gut genug, um einen Platz als zweiten Fahrer neben Ricciardo zu rechtfertigen. Aber Renault entschied sich anders, nach drei Jahren wollten sie frischen Wind.

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