Formel 1

Formel 1, Ferrari-Betrug? Strafe für Jos Verstappen kein Zufall

Ferrari kam in Abu Dhabi mit einer Geldstrafe in Höhe von 50.000 Euro davon. Nach Max Verstappen meldet nun auch Vater Jos Zweifel an: Kein Versehen.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Ferrari rückte beim Formel-1-Finale 2019 in Abu Dhabi abermals in die Schusslinie der Konkurrenz. Bei Charles Leclerc wurde vor dem Rennen eine abweichende Benzinmenge festgestellt. Die Offiziellen werteten den Regelverstoß als Versehen und sprachen lediglich eine Geldstrafe in Höhe von 50.000 Euro aus. Grund genug für das Lager Max Verstappens, abermals Zweifel an der Legalität des Ferraris anzumelden.

Diesmal ist es aber nicht der niederländische Superstar selbst, der mit einer spitzzüngigen Bemerkung Öl ins Feuer gießt. Vater Jos Verstappen erklärte in einer Talkrunde des niederländischen Sportsenders Ziggo Sport, dass er Ferrari ihr Versehen nicht abkauft. "Olav, du weißt, dass das kein Kalkulationsfehler war", so der 47-Jährige zum Moderator der Sendung.

Als Leclercs SF90 vor dem Verlassen der Box am Sonntag per Stichprobe kontrolliert wurde, stellte die FIA eine 4,88 Kilogramm höhere Benzinladung fest, als vom Team angegeben. Nachdem Ferrari in der Saison 2019 aufgrund der dominanten Topspeeds des Autos ohnehin schon von der Konkurrenz verdächtigt wurde, beim Benzinverbrauch zu tricksen, war dieser Zwischenfall für die Kritiker ein gefundenes Fressen.

Für Verstappen Senior sind die umgerechnet 6,6 Liter mehr Benzin in Leclercs Tank kein Zufall. "Ferrari macht nicht viele Berechnungsfehler", sagt er. Damit schlägt der 107-fache Grand-Prix-Teilnehmer Wochen später in dieselbe Kerbe wie sein Sohn. Max Verstappen hatte nach dem Rennen in Austin mit einem Betrugsvorwurf gegen die Scuderia für Aufsehen gesorgt.

Jos Verstappen will sich an Ferrari nicht die Finger verbrennen

"Das hat man davon, wenn man aufhören muss zu betrügen", so der 22-Jährige, nachdem Ferrari in den USA unmittelbar nach einer Direktive der FIA zum Benzindurchfluss gegen Mercedes und Red Bull chancenlos war. Für diese Aussage hagelte es von allen Seiten Kritik - auch von der des eigenen Vaters.

Aus diesem Grund verbat sich Jos Verstappen im weiteren Verlauf des Talks auch den Mund. "Ich will nicht zu viel darüber reden, denn das ist eine heikle Angelegenheit in der Formel 1. Daran will ich mir nicht die Finger verbrennen", sagt er. Für 2020 hofft er jedoch, dass Ferraris Topspeed-Dominanz ein Riegel vorgeschoben wird: "Die Regeln müssen nächstes Jahr verschärft werden."

Leclerc im Glück: Warum wurde Ferrari nicht härter bestraft?: (09:37 Min.)

Wechsel von Max Verstappen zu Mercedes oder Ferrari 2021 möglich

Nichtsdestotrotz hofft er, dass der Sohnemann im fünften Jahr mit Red Bull endlich ein Auto hat, dass nicht nur auf ausgewählten Rennstrecken aus eigener Kraft siegfähig ist: "Wir kommen näher und näher. Red Bull ist für das nächste Jahr sehr enthusiastisch, aber Mercedes und Ferrari sind das auch."

Er setzt darauf, dass das letzte Jahr mit dem bestehenden Reglement endlich den Durchbruch bringt. 2019 verfluchte Red Bull mehr als einmal den vereinfachten Frontflügel. "Das Wichtigste ist, dass wir vom ersten Rennen der Saison an da sind. Unsere Chancen sind natürlich besser, weil die Regeln gleich bleiben. Ich bin guter Hoffnung, aber wir müssen es erst abwarten."

Die Saison 2020 wird für die weitere Karriere Max Verstappens wegweisend sein. Es ist das letzte Jahr seines Ende 2017 unterzeichneten Dreijahres-Vertrages mit den Österreichern. Sollte Red Bull nicht WM-fähig sein, schließt Jos einen Wechsel zur direkten Konkurrenz nicht aus: "Ich weiß nicht, ob wir mit allen verhandeln sollten. Aber wir sollten zumindest mit den Top-Teams sprechen."


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