Formel 1

Formel 1: Williams-Duell sorgt für Ärger

Robert Kubica kann sich im Mexiko GP lange vor seinem Teamkollegen George Russell behaupten. Doch das kommt beim Briten nicht gut an.
von Daniel Geradtz

Formel 1: Williams-Duell sorgt für Ärger Robert Kubica kann sich beim Mexiko GP lange vor seinem Teamkollegen George Russell behaupten. Doch das kommt beim Briten nicht gut an.

Die Situation bei Williams war nach dem Mexiko GP angespannt. Große Teile des Rennens hatte George Russell hinter dem für gewöhnlich langsameren Robert Kubica verbracht. Als der Brite nach dem Rennen gefragt wurde, ob das Team hätte eingreifen sollen, um ihn an Kubica vorbei zu bringen, antwortetet er: ""Das müssen wir nachher besprechen. Wir fahren beide unsere eigenen Rennen, hätten aber besser abschneiden können. Es gibt Vor- und Nachteile. Wir müssen eine Lösung finden, die uns alle glücklich macht.""

Frustriert war Russell, weil er sich für das Rennen mehr vorgenommen hatte. Nach der Qualifikation hatten er und das Team die Devise ausgegeben, gegen die Piloten von Haas und Alfa Romeo zu kämpfen. Russell beteuerte auch nach dem Rennen, dass dies möglich gewesen sei. Doch nachdem er in der ersten Runde hinter Kubica zurückgefallen war und hinter ihm blieb, musste er diesen Plan abhaken.

Die Situation bei Williams ist binnen zweier Wochen komplett umgeschlagen. Noch beim Großen Preis von Japan fühlte sich Kubica benachteiligt. Er hatte im Training einen Frontflügel getestet, den er aber für das Rennen nicht mehr erhielt. Dabei sei das eigentlich abgesprochen gewesen, sagte er damals. Wegen des Rückbaus auf ein älteres Modell habe er im Rennen nicht die volle Performance entfalten können. Der Pole witterte eine Verschwörung gegen ihn, sprach sogar davon, dass Grenzen überschritten worden seien.

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In Mexiko stellte sich die Situation anders dar, es ging im Rennen nicht bergab, sondern bergauf. Am Sonntag erlebte Kubica eine wahre Leistungsexplosion. Nachdem er in der Qualifikation einen Rückstand von 1,3 Sekunden auf Russell gehabt hatte, konnte er seinem Teamkollegen im Rennen die Stirn beten. Eine Erklärung hatte der 34-Jährige dafür nicht: "Schon auf dem Weg in die Startaufstellung habe ich dem Team gesagt, dass sich das Auto besser anfühlt als gestern. Das kann nicht nur an der Temperatur liegen. Die kommt nach den ersten 300 Metern auf der Geraden noch nicht zum Tragen."

Das bessere Handling hat dem Williams-Piloten in die Karten gespielt. "Das Ergebnis war, dass ich nicht 1,5 Sekunden hinter der Pace meines Teamkollegen war. Wenn du mehr Grip und ein besseres Gefühl hast, fährst du automatisch besser", sagt er.

Im Verlauf des Rennens unterstrich Kubica, dass er nicht nur durch eine glückliche erste Runde vor seinen Teamkollegen gelangt war. Er war gut aufgelegt und konnte sich die durch einen langsameren Boxenstopp an Russell verlorene Position auf der Strecke zurückholen. Außerdem: Seine schnellste Rennrunde war 0,6 Sekunden schneller als die von Russell.

Im Ziel wurde Russell schließlich als 16. gewertet. Kubica schloss den Mexiko GP auf dem 18. Platz ab. Er hatte in der Schlussphase noch einen Boxenstopp wegen eines schleichenden Plattfußes einlegen müssen und war dadurch zurückgefallen.


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