Formel 1

Formel 1, Perez zieht Ricciardo ab: Fährst keinen Red Bull mehr

Sergio Perez war der heimliche Held des Mexiko GP. Erst knallhartes Duell, dann flotte Sprüche mit Ricciardo. Platz sieben für Racing Point wie ein Sieg.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Lewis Hamilton gewann bei der Formel 1 in Mexiko das Rennen, Max Verstappen den Titel des Fahrer des Tages. Doch nur einer gewann am Sonntag in Mexico City die Herzen der über 100.000 Zuschauer: Lokalmatador Sergio Perez riss die Fans bei seinem Heimrennen mit einer Performance der Extraklasse von den Sitzen. Best of the Rest erkämpft und gefeiert wie ein Sieg.

"Das Team hat einen unglaublichen Job gemacht. Wir können sehr zufrieden sein, denn wir haben im Grunde ein perfektes Rennen gezeigt", freute sich Perez nach Platz sieben auf dem Autodromo Hermanos Rodriguez. Dabei sah Racing Point selbst nach dem Qualifying nicht wie der Favorit im Mittelfeld aus.

Bis zum Rennen hatten McLaren und Toro Rosso hinter den Top-Teams klar das Kommando. Doch mit dem Erlöschen der Startampel wendete sich das Blatt. Perez pushte von Beginn an hart und bahnte sich unter tosendem Jubel der Zuschauer den Weg vorbei an der Konkurrenz.

"An einem Punkt habe ich nicht einmal mehr gewusst, dass ich zuhause fahre. Es war so ein intensives Rennen, ich war so fokussiert", erklärt Perez, der sich sein Rennen mit der Einstopp-Strategie perfekt einteilte: "Wir haben gepusht, wenn es nötig war."

Ricciardo attackiert ohne Erfolg: Postbote war leider nicht da

Nötig wurde es vor allem in der Schlussphase. Während Perez in der 20. Runde von Medium auf Hard gewechselt hatte und 51 Runden auf diesem Reifensatz absolvieren musste, attackierte Renault-Pilot Daniel Ricciardo mit einer aggressiveren Strategie.

Der Australier exerzierte quasi das genaue Gegenteil von Perez' Taktik. Er fuhr zunächst 50 Runden auf Hard und wechselte dann für die letzten 21 auf den schnelleren Medium-Compound. "Ich wusste, dass er auf dem Reifen sehr stark sein würde und er kam mit einem großen Delta angeflogen", so Perez.

Kaum war Ricciardo dran, folgte die erste Attacke des stets entschlossenen Honey Badgers. Doch der Move am Ende der Start- und Zielgeraden war etwas zu ambitioniert. Ricciardo verbremste sich und schoss mit stehendem Vorderrad in die Wiese.

"Ich hab den Brief in Kurve eins abgeschickt, aber ich war vielleicht etwas spät dran und der Postbote war nicht da", scherzt Ricciardo über sein misslungenes Manöver. "Ich wusste, dass er das nicht packt", so Perez, der höflich die Tür aufließ um den Gegner in die Wiese rodeln zu lassen.

Perez neckt Ricciardo: Renault kein Red Bull

"Ich habe ihn nach dem Rennen daran erinnert, dass er keinen Red Bull mehr fährt und diese Art von Manöver nicht mehr machen kann", witzelt auch Perez über die Szene. "Er war echt über dem Limit. Ich sah, dass er spät dran war und habe Platz gelassen."

Danach fand er eine Antwort auf den zunächst deutlich schnelleren Ricciardo. Denn wie Hamilton an der Spitze hatte auch Perez sich seinen harten Reifen für den Showdown eingeteilt. "Ich wusste, dass es sehr hart wird. Deshalb habe ich versucht, den Reifen zu schonen. Ich denke, das hat geholfen", so Perez.

"Mit dem Medium hatten wir Pace, aber es war nicht gut genug", sagt Ricciardo. "Ich dachte, Perez wäre leicht verdientes Geld. Aber wie wir in Kurve eins gesehen haben, war er das nicht. Ich war bei der Zieldurchfahrt ziemlich frustriert, ich dachte wir hätten ihn und dazu einen guten siebten Platz."

Im Ziel lag Perez knapp eine Sekunde vor seinem Verfolger. "Wir hatten eigentlich nicht die Pace, um dort zu sein. Renault, McLaren, Toro Rosso, sie waren alle etwas stärker als wir", so der Mexikaner, der Platz sieben als Triumph des kleinen Mannes feierte. "Wir dürfen nicht vergessen, dass die Top-3-Teams vorne in einer anderen Liga fahren. Für uns ist das wie ein Sieg."


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