Formel 1

Formel 1 Monza: Williams chancenlos, Kubica ahnungslos

Williams schlittert von einem Debakel ins nächste. Die Chancen stehen gut, dass Monza der absolute Tiefpunkt der Formel-1-Saison-2019 wird.
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - George Russell und Robert Kubica sind derzeit nicht zu beneiden. Rennen für Rennen kämpfen die beiden Williams-Piloten um die goldene Ananas, duellieren sich nur um die letzten beiden Plätze. In Ungarn schien es einen kleinen Aufwärtstrend zu geben, Russell konnte sich aus eigener Kraft immerhin auf Position 16 qualifizieren. Eine kleine Sensation.

"Es ist bekannt, dass unser Auto keinen Abtrieb hat, aber etwas weniger bekannt ist, dass unser Auto extrem viel Luftwiderstand generiert", erklärte Russell in Monza. "In Budapest waren wir deshalb nur so gut, weil es keine Geraden gibt."

Kein Topspeed: Williams fürchtet sich vor Monza

Nach der Sommerpause wurde Williams in Spa schnell wieder von der Realität eingeholt. Kubica konnte aufgrund eines Motorschadens gar keine schnelle Runde drehen, Russell wurde abgeschlagen Letzter. "Alleine auf den Geraden haben wir zwei Sekunden auf die Schnellsten verloren. Selbst auf die Langsamsten haben wir dort noch eine Sekunde verloren", rechnet Russell vor.

Deshalb ist die Hoffnung auf Besserung ausgerechnet im Hochgeschwindigkeitstempel Monza nicht gerade hoch. "Wir erwarten ein noch härteres Wochenende als in Spa", gesteht Russell. "Wir haben einen unglaublichen Luftwiderstand und sind deshalb langsamer als alle anderen auf den Geraden."

Würde es da eventuell Sinn machen, für das Highspeed-Rennen schlechthin auf die alte Spezifikation zurückzurüsten? Mit dem Hockenheim-Upgrade schien Williams Abtrieb gefunden zu haben, aber damit einhergehend auch Luftwiderstand. "Aber der Luftwiderstand war zuvor schon ein Problem", weiß Russell. "Das Upgrade hat das nur geringfügig verschlechtert, hat aber mehr Abtrieb gebracht."

Kubica vor Monza: Genervt und ahnungslos

So tief will Teamkollege Robert Kubica gar nicht erst in die Technik einsteigen. Der Pole wirkt zunehmend genervt von seiner Situation. "Ich lass die Ingenieure ihre Ding machen, die wissen was sie tun", sagte er auf ein mögliches Rücksrüsten angesprochen nur.

Den Routinier erwischt es sogar doppelt bitter. Nach seinem Motorschaden im Spa-Qualifying muss er auf einen älteren Motor zurückgreifen. Der hat einerseits schon mehr Kilometer auf dem Buckel, anderseits handelt es sich dabei nicht um die neueste Ausbaustufe.

Eigentlich würde es Sinn machen, gerade zum Power-Rennen Nummer eins einen neuen Motor zu bringen. "An der Startposition würde es ohnehin kaum etwas ändern", ist sich Kubica bewusst. Irgendwann wird wohl ohnehin ein neuer Motor kommen müssen. "Ich weiß nicht, warum wir keinen neuen bringen", stöhnt Kubica.


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