Formel 1

Formel 1, Mercedes gesteht: Silverstone sieht gut für uns aus

Mercedes liefert vor dem Großbritannien GP der Formel 1 unbekannte Töne. Tiefstapeln? Diesmal Fehlanzeige. Ganz ohne Mahnen und Warnen geht es aber nicht.
von Jonas Fehling
Mercedes und die Kühlung: Wie groß sind die Probleme wirklich?: (11:15 Min.)

Ungewohnte Töne von Mercedes-Teamchef Toto Wolff vor dem ersten Heimrennen des Teams in Silverstone. Nach der ersten Pleite der Formel-1-Saison 2019 in Spielberg lässt der Österreicher vor dem Großbritannien GP sein gewohntes Tiefstapeln weitgehend stecken.

"Silverstone ist eine fantastische Strecke mit flüssigen Kurvenkombinationen, die den Fahrern und Autos viel abverlangen. Einige unserer besten Saisonleistungen in diesem Jahr waren auf Strecken, die eine breite Palette an Kurvengeschwindigkeiten boten. Somit sieht es auf dem Papier relativ gut für uns aus", sagt Wolff.

Hamilton und Mercedes in Silverstone eine Macht

Das gilt historisch und statistisch: Seit 2013 stand in Silverstone immer ein Mercedes auf Pole, zwischen 2014 und 2017 siegte Lewis Hamilton durchgängig bei seinem Heimrennen. 2018 wäre es wohl ein fünfter Triumph geworden: Nach dem Hamilton auf P2 liegend am Start von Kimi Räikkönen umgedreht worden war, fuhr der Brite nach Rückfall auf P17 dennoch als Zweiter ins Ziel - nur zwei Sekunden nach Sieger Sebastian Vettel.

Formel 1 2019: 5 Brennpunkte vor dem Großbritannien GP: (7:37 Min.)

Nicht nur deshalb handelt es sich bei Wolffs Aussagen um keinen unbegründeter Optimismus. Noch dazu liegt Silverstone nahezu auf Meeresspiegel. Verschärfte Kühlungsprobleme wie auf dem Red Bull Ring wird es in England also nicht geben. Noch dazu muss sich Mercedes in Silverstone generell keine Sorgen um seine 'Achillesferse' machen.

Englisches Wetter hilft Mercedes

"Glücklicherweise ist der Sommer in England eher für seine gemäßigten Temperaturen bekannt, weshalb die Kühlung für uns in Silverstone kein großes Problem darstellen sollte", sagt Wolff. Der Wetterbericht gibt dem Teamchef Recht. Mehr als 22 Grad Celsius werden für das gesamte Wochenende nicht erwartet. Das ist deutlich unter der Mercedes-Schmerzgrenze, die bei 26 oder 27 liege, so Wolff noch in Spielberg.

Ganz ohne Mahnung geht es jedoch nicht. "Allerdings haben wir in der Vergangenheit gelernt, dass das Wetter beim Großen Preis von Großbritannien unberechenbar sein kann", ergänzt Wolff mit Blick auf diesen Faktor. Doch nicht nur das veranlasst zur üblichen Warnung. Wolff: "Wir hatten auch eine Reihe an Schwierigkeiten mit der Zuverlässigkeit, die uns leicht eine erhebliche Anzahl an Punkten hätten rauben können."

Hoher Vollgasanteil: Ferraris Chance?

"Uns ist deshalb bewusst, dass wir wachsam bleiben und unsere beste Leistung abrufen müssen, wenn wir auch an diesem Wochenende an der Spitze mitkämpfen möchten." In Sachen Performance kann allenfalls der hohe Vollgasanteil jenseits der 60 Prozent zur Gefahr werden. Allerdings geht Mercedes nicht davon aus, dass die Leistungsabgabe auch in den Vollgaskurven Ferrari einen Vorteil zuschustern wird.

"Ich glaube, dass uns Silverstone besser liegen sollte. Vielleicht nicht so gut wie Paul Ricard, aber viel besser als Österreich", sagt Wolff.


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