Formel 1

Formel 1: Fahrer feiern Zandvoort, doch Spanien-Aus wäre Schock

Die Rückkehr des Niederlande GP in Zandvoort lässt die F1-Fahrer schwärmen. Doch es gibt auch Kritik - und Bangen um den Spanien GP in Barcelona.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - "Es wäre schade für Carlos", sagt Sebastian Vettel. "Für den Rest ist es einfach ein schöner Ort, eine schöne Zeit, um hierherzukommen. Also wäre auch das schade. Vielleicht können wir ja woanders in Spanien hin. Vielleicht können sie ihm [Sainz] ja eine Strecke nahe Madrid bauen."

Wie die Worte eines großen Fans des Circuit de Barcelona-Catalunya klingt Sebastian Vettel nicht gerade, als er am vergangenn Wochenende nach dem drohenden Aus des Spanien GP gefragt wird. Tatsächlich ist die Strecke zwar als Teststrecke weitgehend beliebt, nicht jedoch als Rennstrecke für die Formel 1. Zu aeroanfällig, überholfeindlich, heißt es. Tatsächlich erlebte die F1 in Katalonien schon diverse fade Prozessionen. Überholaction Mangelware.

Vettel: In Zandvoort noch weniger Überholen als in Barcelona

Doch ist das in Zandvoort, Gerüchten zufolge nicht nur neu im Rennkalender 2020 (jetzt fix), sondern als direkter Ersatz des Spanien GP, besser? Das dortige Image ist kaum anders. Für Vettel sogar um Einiges schlechter. "Wir sollten hier definitiv mehr [Überholmanöver] sehen als wenn wir nach Zandvoort gehen. Stimmt doch, oder? Ist es nicht wie Monaco da?", fragt der Ferrari-Pilot rhetorisch.

Mit dieser kleinen Zandvoort-Spitze steht Vettel jedoch weitgehend allein da. Teamkollege Charles Leclerc scherzt jedoch erst einmal nur aus eigensinnigen Motiven: "Ich freue mich immer, neue Strecke zu erkunden. Gerade für uns junge Fahrer ist das gut, denn dann ist es ausgeglichener, weil alle die Strecke nicht kennen."

Bottas: Zandvoort ein cooler Kurs

Doch gibt es auch echtes Lob für Zandvoort. "Klar wäre es schade. Die Strecke war jetzt so lange in der Formel 1 und es gibt in Spanien so wenige Fans", so Valtteri Bottas über den potentiellen direkten Tausch. "Aber ich bin auch mit der Formel 3 in Zandvoort gefahren und es ist ein ziemlich cooler Kurs. Und eine gute Kultur haben sie jetzt auch da mit Max [Verstappen]." Am besten würden daher beide Strecken im Rennkalender bleiben.

Formel 1 in Zandvoort: 360-Grad-Runde mit Max Verstappen: (01:54 Min.)

Genauso sieht es Pierre Gasly. "Es wäre ein Schock den Spanien GP zu verlieren", sagt der Franzose. "Hoffentlich gibt es eine Einigung. Aber ich hätte sowieso nichts dagegen, einfach mehr Rennen zu fahren, ich mag Rennen ja! Hoffentlich können wir beide in den Kalender bekommen." Und Zandvoort? "Ist ziemlich aufregend. Es ist eine echt enge Strecke. Ich war einmal mit der Formel Renault da und es ist echt richtig cool und auch anspruchsvoll mit dem Banking. Das mit dem F1-Auto zu probieren wäre echt cool."

Gasly: Barca-Aus wäre Schock, aber Zandvoort aufregend

Kritischer sieht es ein anderer Fahrer aus dem Bullen-Kader. "Überholen könnte dort ein Problem darstellen, weil es dort viele großartige Highspeed-Ecken gibt, in denen das Hinterherfahren mit den modernen Autos aber schwierig ist", sagt Daniil Kvyat. Aber: "In der F3 war es meine Lieblingsstrecke. Vielleicht wären einfach beide [Barcelona und Zandvoort] großartig, denn Barcelona ist ein echter Klassiker geworden."

Auch George Russell möchte beide Strecken behalten. Für den Briten dominiert jedoch ganz klar die Vorfreude auf Zandvoort. "Es ist einer meiner fünf Lieblingsstrecken. Ich denke, es ist ein echt unglaublicher Kurs, der hat so viel Charakter." Fraglich ist nur, wie viel davon erhalten bleibt. Aus Sicherheitsgründen soll Zandvoort zumindest in Teilen 'kastriert' werden. Russell hofft, dass zumindest möglichst viele Kiesbetten bleiben. "Denn das macht den Kurs erst so überwältigend und unglaublich zu fahren."

Zandvoort: Neue Lieblingsstrecke der Fahrer?

Der größte Zandvoort-Freund unter den Fahrer ist jedoch ganz klar Max Verstappen. Klar, der Niederländer. Doch auch Verstappen würde Barcelona zumindest vermissen. "Es ist immer schade, einen Grand Prix zu verlieren", sagt er. Zandvoort unterdessen hält Verstappen für mindestens genauso "ikonisch und historisch".

Verstappen: "Ich bin dort mit der F3 gefahren und hatte jede Menge Spaß. Ich vergleiche die Strecke etwas mit Suzuka, denn es wurde auch von derselbe Person designt. Der Charakter ist deshalb etwas ähnlich." Ein viel größeres Lob geht kaum. Suzuka lieben immerhin alle. Nicht zuletzt ein gewisser Sebastian Vettel ...


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