Formel 1

F1, Red Bull vor dem Zeitplan: China-Teile kommen in Australien

Red Bulls Teile-Sorgen für Australien scheinen sich nicht zu bewahrheiten. Im Gegenteil: Mit Gewalt-Programm bringen sie in Melbourne schon China-Teile.
von Markus Steinrisser

Motorsport-Magazin.com - Red Bull hatte nach dem Formel-1-Test Sorgen um ihre ersten neuen Teile. Nach zwei Unfällen von Pierre Gasly verlor das Team in der zweiten Testwoche von Barcelona wertvolle Zeit. Zeit, in der sie eigentlich bereits die ersten Upgrade-Teile für den Australien-GP testen wollten.

Danach bestätigte Motorsport-Berater Dr. Helmut Marko im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com, dass der Zustand des Red Bull RB15 für Australien noch in der Schwebe war. "Wir konnten die Teile dann im Gesamtpaket nicht testen, sondern nur in Einzelteilen", hatte Marko erklärt. Außerdem waren die Produktions-Kapazitäten in der Fabrik am Limit.

Jetzt scheint sich die Lage bei Red Bull aber etwas entspannt zu haben. Offenbar schlägt es sogar in die andere Richtung aus, wie Marko am Montag im Interview mit dem TV-Sender Servus TV verraten hat.

Newey mit Gewalt-Programm: Neue Teile für Australien vorgezogen

Das alles sei einer neuen Atmosphäre bei Red Bull zu verdanken, erklärt Marko auf Servus TV. Es herrsche, vor allem dank des neuen Motoren-Deals mit Honda, Aufbruchsstimmung überall im Team. Das gilt auch für Technik-Guru Adrian Newey.

"Er ist voll motiviert", so Marko, auf Neweys großen Formel-1-Einsatz angesprochen. Newey, der lange Red Bulls Technischer Direktor war, hatte in den letzten Jahren immer wieder angemerkt, einen Schritt kürzer treten zu wollen. 2019 scheint er aber voll bei der Formel 1 dabei zu sein. "Das äußert sich beispielsweise - Teile, die erst fürs dritte Rennen vorgesehen waren, hat er mit aller Gewalt vorgezogen, damit sie schon in Melbourne am Auto sein werden", beschreibt Marko.

Marko unterstreicht noch einmal, dass die Zusammenarbeit zwischen Motor und Chassis besser denn je läuft. "Die Testfahrten haben uns alle überrascht, von der Zuverlässigkeit her", meint er. Noch nie hätte Red Bull auf der technischen Seite so wenige Probleme gehabt. "Unser Optimismus ist nicht unbegründet, aber wo genau wir stehen weiß ich nicht."

Marko bleibt dabei: Red Bull vor Mercedes

Seine grobe Schätzung hat Marko für Red Bull nach dem Test ja wiederholt ausgegeben, auch auf Motorsport-Magazin.com. Fünf Siege müssten in der ersten Saison mit Honda schon möglich sein. Dabei bleibt er weiterhin. Genauso wie bei seiner Prognose, dass Red Bull im Renn-Trimm zwar hinter Ferrari, aber knapp vor Mercedes liegt.

Formel 1 2019: Der große Saisonausblick: (35:58 Min.)

Aber das liegt alles noch ein paar Tage entfernt. Das gibt Marko zu, und das gibt auch sein Fahrer Max Verstappen zu: "Wenn wir uns die längeren Runs vom Test anschauen, schien unsere Performance ziemlich vielversprechend. Insgesamt haben wir glaube ich ein ziemlich gutes Paket. Aber wo genau wir stehen wissen wir natürlich erst am Rennwochenende. Da werden wir sehen, ob wir die Lücke zu Mercedes und Ferrari geschlossen haben."


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