Formel 1

Formel-1-Zeugnis: Daniel Ricciardos Saison-Fazit 2018

Daniel Ricciardos Red-Bull-Abschied wurde zum Defekt-Horror. Trotzdem siegte er gleich oft wie Max Verstappen, und fuhr öfter auf die Pole.
von Markus Steinrisser

Motorsport-Magazin.com - Die Formel-1-Saison 2018 ist Geschichte. Es war ein Jahr voller Highlights, spannender Kämpfe und prickelnder Teamduelle. Zum Jahresabschluss nimmt Motorsport-Magazin.com alle Fahrer der abgelaufenen Saison unter die Lupe. Jeden Tag arbeiten wir uns in unserem Adventskalender in der WM-Tabelle einen Platz vor. Heute in der Zeugniskonferenz: Daniel Ricciardo.

Steckbrief Daniel Ricciardo

Karriere 2018
GP-Starts 150 21
Siege 7 2
Bestes Rennergebnis 1 1
Podien 29 2
Ø Rennplatzierung 9,7 4
Ausfälle 27 8
Schnellste Runden 13 4
Poles 3 2
Bestes Quali-Ergebnis 1 1
Ø Position im Qualifying 9,5 7,2
Punkte 986 170

Die Qualifying-Performance 2018: 2018 wurde die Luft für Daniel Ricciardo samstags so richtig dünn. Mit Max Verstappens Pace kam er an den meisten Wochenenden nicht mehr mit. Was sich 2017 abgezeichnet hatte, bestätigte sich 2018. Am Ende besiegte Verstappen Ricciardo mehr als deutlich. Selbst die Motorstrafen können Ricciardos Performance nicht schönen, er unterlag 5:15. Wer 2018 Qualifying schaute, der sah fast immer das gleiche Ergebnis bei Red Bull: VER 5, RIC 6.

Trotzdem steigt Ricciardo mit zwei Poles aus, Verstappen mit null. Wenn der seltene Fall einer Pole-Chance für Red Bull nämlich eintrat, dann staubte er ab. In Monaco warf Verstappen das Auto in FP3 grundlos in die Wand, Ricciardo sicherte danach die Pole. Und in Mexiko fand er im Qualifying zwei Zehntel aus dem Nichts, nachdem er das ganze Wochenende klar hinter Verstappen hergefahren war. Besonders Mexiko unterstrich: Der Grundspeed von Verstappen mag schneller sein, aber Ricciardo kann schon noch mehr.

Die Renn-Performance 2018: Ricciardo legte 2018 heiß los, und erinnerte in China alle im Formel-1-Fahrerlager daran, dass er sich für Max Verstappen nicht einfach zur Seite rollen würde. Seine erbarmungslos-eleganten Überholmanöver in Schanghai wurden zum Vorzeigestück - Ricciardo sei der beste Racer im Feld, hieß es von Teamchef Horner und Co. Ricciardo legte in Monaco noch einmal nach. Kaputter Hybrid, massiver Leistungsverlust - trotzdem hielt er dem Druck von Vettel und Hamilton stand, und fuhr Sieg Nummer zwei ein.

Das war es dann aber auch schon. Max Verstappen fand seine Form von 2017 wieder, und begann Ricciardo jetzt auch im Rennen zu schlagen. Ricciardo verschwand dafür sonntags von der Bildfläche, kam abgesehen von den beiden Siegen nie aufs Podium. Defekte zwangen ihn zur Aufgabe, und wieder, und wieder. Wenn sein Red Bull fuhr, war er trotzdem etwas langsamer. Die Defekte, insgesamt acht Ausfälle und der Renault-Wechsel zehrten an seinen Nerven - und bremsten in letztlich auch mental etwas ein.

Das sagt Daniel Ricciardo selbst: "Das Vertrags-Zeug, der Höhepunkt in Monaco, die Tiefpunkte mit den Ausfällen - es war locker die härteste Saison und die größte Herausforderung, die ich je hatte. Mental war das ein Test für mich, aber ich denke, dass ich dadurch letztendlich stärker werde."

Fazit: Ist Daniel Ricciardo der beste Racer der Formel 1? Nach der ersten Saisonhälfte antworteten viele mit Ja. Verstappens Dominanz in Hälfte zwei ließ dann doch mehr Fragen als Antworten zurück. Die letzte Runde des Red-Bull-Duells lieferte wieder keine Klarheit in der Diskussion "Verstappen oder Ricciardo?" Verstappen war zum Ende klar besser, aber Ricciardo schien da nicht mehr voll dabei zu sein. Die Antwort wird sich weiter verzögern: Ricciardo verlässt Red Bull, bevor sie ihm ein zuverlässiges, WM-fähiges Paket hinstellen konnten.

Platzierung im Motorsport-Magazin.com-Fahrerranking

MSM-Redaktion: 7

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