Formel 1

Formel 1, Mexiko-Qualifying: Ricciardo holt Pole vor Verstappen

Daniel Ricciardo hat sich für das F1-Rennen in Mexiko die Pole Position geholt. Max Verstappen landete hauchdünn dahinter. Vettel und Hamilton chancenlos.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Daniel Ricciardo hat es geschafft. Der Red-Bull-Pilot sicherte sich beim Qualifying der Formel 1 in Mexiko die dritte Pole Position seiner Karriere. Der Australier ließ Teamkollege Max Verstappen auf dem Weg zu seiner zweiten Pole in dieser Saison nach Monaco hauchdünn hinter sich. Lewis Hamilton und Sebastian Vettel landeten dahinter auf den Plätzen drei und vier.

Ferrari eröffnete mit Räikkönen und Vettel den Kampf um die Pole Position im Q3. Dahinter folgten die Silberpfeile und die Red Bull. Zunächst setzte sich Vettel an die Spitze, der als erster Pilot auf dem Autodromo Hermanos Rodriguez eine Rundenzeit unter 1:15 Minuten fuhr und damit den Hauch von fünf Tausendsteln schneller als Hamilton war. Die Bestzeit hatte allerdings nicht lange Bestand, denn Verstappen fuhr noch einmal fast zwei Zehntel schneller.

Die finalen Runs wurden erneut von Ferrari eröffnet, wieder mit Räikkönen an der Spitze. Verstappen hingegen versuchte als erneut als letzter Pilot rauszugehen, schaffte es aber nicht ganz. Hamilton wartete ab und machte sich erst nach dem Red-Bull-Piloten auf die Reise. Zwar verbesserten fast alle Piloten ihre Runden noch einmal, doch an der Pole für Red Bull änderte sich nichts.

Nur am Pole-Sitter änderte sich noch etwas. Daniel Ricciardo haute am Ende tatsächlich eine Runde heraus, die selbst Max Verstappen nicht unterbieten konnte. Die Winzigkeit von 26 Tausendsteln fehlten dem Niederländer am Ende, um sich zum jüngsten Pole-Sitter der Formel-1-Geschichte zu machen. Hinter dem Red-Bull-Duo landeten Hamilton und Vettel, die um die Pole kein Wörtchen mitreden konnten.

Bottas und Räikkönen gehen aus der dritten Startreihe ins Rennen. Die Top-10 komplettierten Hülkenberg, Sainz, Leclerc und Ericsson. Alle drei Top-Teams werden am Sonntag auf Ultrasoft-Reifen ins Rennen gehen, nachdem sich die Piloten auf dieser Mischung für das Q3 qualifiziert hatten.

Mexiko GP 2018: Das sagen Ricciardo, Verstappen & Hamilton zum Qualifying

Daniel Ricciardo: "Ich wusste, dass sie [die Pace] irgendwo dort war. Ich wusste, dass eine Runde zusammenzubringen wie immer entscheidend sein würde. Max hat das ganze Wochenende gezeigt, dass die Pace im Auto ist. Ich wusste nur, dass ich am Ende eine saubere Runde fahren musste. Grüße ans Team, es ist die erste Startreihe. Das ist ziemlich cool."

Max Verstappen: "Das ganze Qualifying war scheiße. Es waren dieselben Probleme wie im FP2, die Motorbremsen funktionierte nicht wie ich will, die Hinterräder blockierten. Wir haben versucht, das Beste daraus zu machen und ich dachte, es würde auch mit den Problemen reichen, die wir hatten. Aber es ist immer noch gut, Zweiter zu sein, ich werde morgen um sie [die Probleme] herumfahren."

Lewis Hamilton: "Ich bin wirklich sehr glücklich damit. Wir hatten gestern einen schwierigen Tag und es war eine große Verbesserung heute. Gestern waren wir viel weiter zurück, also habe ich nicht erwartet, so weit vorne zu stehen wie es jetzt der Fall ist. Aber das Team hat letzte Nacht einen tollen Job gemacht. Das ist so gut, wie ich es hinbekommen konnte. Ich freue mich wirklich für Daniel, Gratulation an ihn. Hinter den Red Bulls zu stehen ist nicht so eine üble Sache."

Qualifying - Session 3
Zwischenfälle: -
Top-5: Ricciardo, Verstappen, Hamilton, Vettel, Bottas

Q2 in Mexiko: Red Bull schlägt zurück

Das war Q2: Das Q2 offenbarte sogleich die erwarteten Taktik-Spielchen. Mercedes, Ferrari und Red Bull setzten allesamt auf Ultrasoft, um sich so den härteren und besseren Startreifen zu sichern. Force India suchte sich für den ersten Run sogar den Supersoft aus. Der Rest des Feldes fuhr Hypersoft.

Bottas legte die erste Zeit vor, wurde aber gleich darauf von Hamilton verdrängt. Der Weltmeister war knappe drei Zehntel schneller. Vettel fuhr bei seinem ersten Versuch bis auf 71 Tausendstel an Hamilton heran und schob sich auf Platz zwei. Das erste Kräftemessen entschied am Ende aber wieder Verstappen für sich, der Hamilton vier Tausendstel abnahm. Ricciardo reihte sich hinter Vettel ein und landete damit vor Bottas und Räikkönen.

Im Mittelfeld hatte wie erwartet Renault die Konkurrenz im Griff. Dahinter lagen die Sauber von Leclerc und Ericsson, die ebenfalls auf unter einer Sekunde an Verstappens Bestzeit dran waren. In der Schlussphase ging es bei den Top-Teams wie gehabt nur noch um die Generalprobe für das Q3 mit Hypersoft.

Dahinter begann das Hauen und Stechen um die Top-10. Force India war weiter in Zockerlaune und versuchte mit dem Ultrasoft-Reifen ins letzte Segment vorzustoßen. Der Rest fuhr auf Hypersoft. Tatsächlich änderte sich am Klassement aber nichts mehr. Die Piloten von Renault und Sauber verbesserten ihre Zeiten nochmals und machten den Einzug ins Q3 perfekt.

Die Strategie von Force India ging nicht auf. Ocon holte sich mit Platz elf damit die beste Ausgangslage für einen Start mit freier Reifenwahl. Dahinter landeten Alonso und Perez. Hartley gelang es nicht das Potential seines Toro Rosso auszuschöpfen. Der Neuseeländer musste seinen letzten Run nach einem Fahrfehler abbrechen. Teamkollege Gasly beließ es aufgrund seiner Grid Penalty bei einer Installationsrunde.

Qualifying - Session 2
Zwischenfälle: -
ausgeschieden: Ocon, Alonso, Perez, Hartley, Gasly
Top-5: Verstappen, Hamilton, Vettel, Ricciardo, Bottas

Q1 in Mexiko: Mercedes packt den Power-Mode aus

Das war Q1: Pierre Gasly eröffnete das Qualifying in seinem Toro Rosso. Für den Franzosen war das Zeittraining in Anbetracht seiner Strafe aber ohnehin nur ein Funktionstest, denn er wird nach einem erneuten Motorwechsel ganz hinten starten. Angesichts des drohenden Regens ließen sich auch die Top-Teams nicht lange bitten. Mercedes und Ferrari waren kurz darauf ebenfalls auf der Strecke.

Die Silberpfeil-Piloten entschieden sich beim ersten ersten Run für die Ultrasoft-Reifen, der Rest war auf Hypersoft unterwegs. Beim ersten Schlagabtausch hatten Hamilton und Bottas gegen die Konkurrenz dementsprechend keinen Stich. Sechs Zehntel respektive eine Sekunde fehlten den beiden auf Vettels Bestzeit. Red Bull war zu diesem Zeitpunkt immer noch an der Box.

Während Hamilton mit einem dritten Versuch auf unter vier Zehntel an die Bestzeit herankam und auch Bottas seine Zeit um zwei Zehntel verbesserte, gingen mit zwölf Minuten auf der Uhr auch Verstappen und Ricciardo auf die Reise. Der Australier fuhr als erster eine Zeit und unterbot Vettel um zwei Zehntelsekunden. Verstappen wiederum war gleich noch eine Zehntel schneller und sorgte damit für eine Red-Bull-Doppelspitze.

An der Spitze war eigentlich alles klar, doch Mercedes rückte nochmal für einen Run auf Hypersoft aus. Bottas setzte eine neue Bestzeit, Hamilton landete eine knappe Zehntel dahinter auf Platz zwei. Im Kampf um die K.o.-Ränge ging es in die entscheidende Phase. Zu den gefährdeten Piloten zählten wenige Minuten vor Schluss auch Sainz und Lecler, die eigentlich als Q3-Kandidaten gehandelt wurden.

Etwas zu beweisen hatte Fernando Alonso, der vor seinem finalen Run Letzter war. Der Spanier fuhr seinen McLaren tatsächlich für einen Moment in die Top-10, danach ging es jedoch Schlag auf Schlag. Alle Piloten ab Platz sieben waren noch auf einer fliegenden Runde. Am Ende schaffte es Alonso als 14. ins Q2. Ausgeschieden waren die üblichen Verdächtigen von Williams, sowie Stoffel Vandoorne und die an diesem Wochenende schwachen Haas-Piloten.

Qualifying - Session 1
Zwischenfälle: Vettel verbremste sich in Turn 1 und ging durch die Wiese
ausgeschieden: Grosjean, Vandoorne, Magnussen, Stroll, Sirotkin
Top-5: Bottas, Hamilton, Verstappen, Ricciardo, Vettel

Das Wetter: Nachdem das 3. Freie Training teilweise noch auf nasser Strecke über die Bühne ging, war es zu Beginn des Qualifyings trocken. Bei 18 Grad Celsius Außen- und 26 Grad Asphalttemperatur hingen allerdings weiter dicke Wolken über dem Autodromo Hermanos Rodriguez. Die Regenwahrscheinlichkeit betrug für den Verlauf der Sessions bis zu 50 Prozent.


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