Formel 1

Formel 1: Verstappen beschuldigt Räikkönen, Strafe lächerlich

Max Verstappen crasht in Japan mit beiden Ferrari. Trotzdem reicht es zum Podium für den Red-Bull-Pilot. Kritik an Strafe, Kimi Räikkönen, Sebastian Vettel.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Max Verstappen rettet sich beim Japan GP der Formel 1 nach einem turbulenten Rennen für den Red-Bull-Fahrer noch auf das Podium: Unfälle mit beiden Ferrari-Fahrern und eine Strafe halten den Niederländer nicht auf. Platz drei in Suzuka. Am Ende reicht es sogar fast noch zum Angriff auf Valtteri Bottas, der arg mit seinem Mercedes zu kämpfen hat. Zu den beiden Crashs mit Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen und seiner Strafe findet Verstappen später scharfe Worte der Kritik.

Aber der Reihe nach. Bei Max Verstappen ging es gleich in der ersten Runde richtig ab. Ganz am Ende verbremste sich der Youngster in der Schikane, erwischte den Kurveneingang nicht mehr. Verstappen räuberte daraufhin innen über die Wiese, schnitt so die Schikane und kam direkt zurück auf die Strecke. Dabei ließ er sich so weit nach außen tragen, dass er mit dem Ferrari von Räikkönen kollidierte.

Max Verstappen kritisiert Strafe für Räikkönen-Unfall

Für die Stewards ein klarer Fall von gefährlichem Zurückfahren auf die Strecke. Verstappen kassierte fünf Sekunden Zeitstrafe. "WTF?! Ehrlich mal! Ich habe alles versucht, was ich konnte. Er fuhr doch außen. Er hätte ja langsamer machen können", fluchte Verstappen darüber am Funk. Immerhin: Weil Räikkönen sich durch den leichten Unfall einen Schaden an den linken Bardgeboards an seinem Ferrari einhandelte, war dessen Bolide derart langsam, dass Verstappen trotz Strafe und Ferrari-Undercut vor dem Finnen behaupten konnte.

Kurioser Verstappen-Vorwurf: Räikkönen hat falsche Linie gewählt

Verstappens Wut auf die Strafe änderte das nicht - doch auch mit Kimi Räikkönen zeigte sich der Youngster so gar nicht zufrieden, beschuldigte den Finnen in seiner ersten Reaktion nach dem Rennen sogar. "Ich bin ein bisschen spät in die Schikane gekommen und habe versucht, zurück auf die Strecke zu kommen. Ich dachte, dass ich da sicher bin. Aber Kimi hat versucht, daneben zu kommen. Ich denke, da hat er die falsche Linie gewählt. Der hätte auch warten können, bis ich wieder davor bin", wettert Verstappen. "Wir haben uns dann leicht berührt. Die Strafe dafür finde ich lächerlich. Ich habe mit Kimi gar nichts falsch gemacht. Zum Glück hat mein Auto das gut überstanden."

Eine Einschätzung die bei vielen Experten nur für Kopfschütteln sorgt. "Max hat da den Fehler gemacht. Er hätte so auf die Strecke zurückfahren müssen, dass er niemanden trifft", sagt RTL-Experte Christian Danner. "Und ich bin ein Verstappen-Fan. Aber da muss er es mal einsehen, dass solche Aktionen nicht gehen wenn er mal Weltmeister werden will. Da haben die Stewards richtig entschieden. Das war nicht so geschickt von Max."

FIA-Rennleiter: Strafe gegen Verstappen klare Nummer

Auch FIA-Renndirektor Charlie Whiting, der den Vorfall an die Stewards meldete, sieht den Fall ganz klar. "Es war ziemlich deutlich. Max ist von der Strecke gefahren, unsicher zurück und hat ihn von der Strecke gedrängt", sagt Whiting in seinem Medienbriefing nach dem Japan GP.

Kimi Räikkönen sieht die Szene naturgemäß etwas anders. Für den Finnen hätte Verstappen den Unfall verhindert können. "Er fuhr weit in die Schikane, kam von der Strecke ab, über das Gras und die Kerbs. Da hätte er vielleicht mehr einlenken können und etwas mehr Platz lassen sollen", kritisiert der Ferrari-Fahrer.

Räikkönen: Er hätte mehr Platz lassen sollen

"Ich habe versucht, ihn außen herum zu überholen und habe ihm Platz gelassen. Aber er hat mich abgedrängt und wir sind kollidiert. Es ist schwer zu sagen, ob es ein Rennvorfall war, aber wir hätten es auf jeden Fall beide da durch geschafft, wenn er es nur gewollt hätte." Allerdings sei es manchmal auch schwer, einzulenken, wenn man über einen Kerb zurück auf die Strecke fahre.

Mehr Ferrari-Ärger: Vettel schießt Verstappen ab

Doch das war es eben noch nicht mit dem Ferrari-Ärger für Verstappen. Nur sieben Runden später kam es in der Spoon zum nächsten Ferrari-Feindkontakt. Dieses Mal mit Sebastian Vettel, diesmal war Verstappen jedoch Opfer, nicht Täter. Vettel fuhr Verstappen mit einem übertriebenen Manöver einfach in die Kiste. "Vor dem Stopp hatte ich noch die Berührung mit Seb", schildert Verstappen - und ledert auch gegen diesen Ferrari-Fahrer, dieses Mal weitaus berechtigter: "In der Kurve kann man nicht überholen. Ich habe ihm sogar Platz gelassen, aber er ist einfach in mein Auto geschlittert!"

Vettel sah den Fall etwas anders. Er habe es einfach probieren müssen, so der Deutsche. Kurios: Vettel beschuldigte Verstappen genauso fragwürdig für den Vorfall wie Verstappen zuvor Räikkönen für den anderen. "Er hat da einfach ein Problem. Auch bei Kimi hielt er ja dagegen, wo man nicht dagegen halten sollte", meint Vettel.

Verstappen erleichert: Trotz Schaden & Drama Podium

Immerhin: Auch diese Kollision überstand Verstappens Red Bull halbwegs gut. "Ich hatte einen kleinen Schaden am Auto, sodass es noch gut gelaufen ist. Wir haben das alles noch gut überstanden. Am Anfang war es mit den Supersofts ein bisschen schwierig. Aber als ich auf dem Soft gefahren bin war es deutlich besser. Wir hatten heute halbwegs eine Chance und zum Schluss auch mit der Strafe eine gute Pace", so Verstappen. "Ich bin froh, hier noch auf dem Podium zu stehen."


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