Formel 1

Formel 1 Japan, Vettel geht nach Crash auf Verstappen los

Für Sebastian Vettel ist die Schuldfrage beim Crash mit Max Verstappen klar. Nicht er selbst, sondern Verstappen hätte dafür abfliegen sollen, so Vettel.
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Dicke Luft zwischen Sebastian Vettel und Max Verstappen: In Runde sieben des Japan GP 2018 kollidierten die beiden Formel-1-Piloten in der Spoon-Kurve auf dem Suzuka Circuit. Vettel ging im Kampf um Platz drei nach innen, stach in die Lücke und räumte Verstappen ab.

Der Ferrari berührte den Red Bull am Hinterrad, weshalb Verstappen sogar einige Zentimeter in die Luft gehoben wurde. Trotzdem konnte Verstappen ohne großen Zeitverlust weiterfahren, während sich Vettel in die Auslaufzone drehte und bis auf den vorletzten Platz durchgereicht wurde.

"Es ist vielleicht nicht ganz richtig, dass er weitergefahren ist. Es ist nicht verdient, dass ich derjenige bin, der sich dreht", machte Vettel seine Sicht der Dinge schnell klar. Max Verstappen sah es naturgemäß anders. "Das war total unnötig", schimpfte der Niederländer. "Danach war mein Auto nicht mehr so einfach zu fahren."

Vettel kritisiert: Immer wieder Verstappen

Vettel verteidigt seinen Versuch: "Ich bin gut aus der Spitzkehre rausgekommen und habe das rote Licht bei ihm blinken sehen." Das Licht symbolisiert, dass die MGU-K keine Leistung mehr an die Kurbelwelle abgibt. Das Blinken soll hinterherfahrende Piloten warnen, dass der andere Pilot plötzlich 163 PS verliert.

Vettel sah das Blinklicht nicht als Warnung, sondern als Einladung: "Ich wusste, dass ich dadurch massiv Meter gutmachen kann. Gleichzeitig hatte ich mir in dieser Runde extra Batterie gespart." Doch nicht genug, denn Vettel befand sich beim Einlenken längst nicht auf gleicher Höher. Vettel kritisiert dennoch Verstappen: "Er hat mich gesehen, hat seine Linie verteidigt, aber mir dann keinen Platz mehr gelassen."

Die Stewards beurteilten die Szene als Rennunfall. Keiner der beiden Piloten sei eindeutig schuld an der Kollision gewesen, so ihre Begründung.

Zahlreiche Experten sahen das anders, geben eher Vettel die Schuld dafür. "Das ist schön vor dem Fernsehen, da sieht es immer ein bisschen anders aus", kritisiert Vettel. "Die Lücke war da, wenn ich da nicht reinfahre, kann ich auch auf dem Sofa sitzen oder Experte werden. Ich habe mit anderen Autos gekämpft und hatte keine Probleme. Es ist immer wieder ein Problem bei ihm [Verstappen]. Auch bei Kimi hält er dagegen, wo er nichtmehr dagegen halten sollte."

Vettels Manöver unnötig? Verstappen hatte Strafe

In Runde eins hatte sich Verstappen in der Schikane verbremst und anschließend Räikkönen von der Strecke gedrückt. Der Red-Bull-Pilot erhielt dafür eine Fünf-Sekunden-Strafe. Vettel hätte Verstappen also spätestens beim Boxenstopp überholt. "Ich bin ja nicht gegen ihn gefahren", rechtfertig sich Vettel, der von der Strafe wusste.

Verstappen hält dagegen: "Ein, zwei Runden später hätte er mich auf der Geraden überholt, so schnell wie sie waren. In dieser Kurve kannst du aber nicht überholen", kritisiert Verstappen. Doch das lässt Vettel nicht gelten: "Es gibt nicht jede Runde ein Chance, das vergisst man von außen. Hinterherfahren ist unglaublich schwierig und das Saftey-Car gibt einem etwas Hilfe."

Auch die Attacke auf der nachfolgenden Geraden hin zu 130R oder danach auf der Zufahrt zur Schikane wäre laut Vettel keine Alternative gewesen: "Klar überlegt man, bleib ich dahinter? So nah wie ich dran war, hätte ich durch die Kurve deutlich Grip verloren und wäre dann weiter hinten gewesen."


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