Formel 1

Formel 1, Alonso feiert Karriere-Ende: Jedes Rennen ein Fest

Fernando Alonso fährt dem Formel-1-Feld hinterher, bemängelte in Sotschi fehlenden Ehrgeiz bei McLaren. In Japan stellt er aber fest: Eigentlich alles super
von Markus Steinrisser

Motorsport-Magazin.com - Fernando Alonsos Zeit in der Formel 1 läuft langsam, aber sicher ab. Einschließlich des Japan-GPs an diesem Wochenende wird Alonso noch in den fünf verbleibenden Rennen der Saison antreten, dann ist Schluss. Wie es nach der Formel 1 weitergeht, das hat Alonso nach wie vor nicht verkündet.

Nach der Sommerpause gab Alonso nur bekannt, dass eine Entscheidung im Oktober anstehe. Bis jetzt blieb Offizielles weiter aus. Alonso testete in der Zwischenzeit für das Indycar-Team von Michael Andretti, und nächste Woche wird er wieder in der WEC für Toyota an den Start gehen, dann im japanischen Fuji.

Alonso nach Sotschi frustriert, vor Japan vorsichtig

Vor dem Formel-1-GP von Japan ist Alonso wieder nicht zuversichtlich, was das Potential seines McLaren angeht. "Es könnte etwas besser laufen, mit den Hochgeschwindigkeits-Passagen, die sollten okay für uns sein", meint Alonso zum Suzuka Circuit, bevor er aufkeimende Hoffnungen wieder einschränkt: "Zugleich ist es sehr leistungsintensiv, also wird es glaube ich etwas schwieriger werden als Singapur zum Beispiel."

Nach einem unterirdischen Sotschi-Wochenende klingt das nicht wirklich vielversprechend. In Sotschi schien auch wieder der Frust bei Alonso durchzuklingen - da war er im Qualifying chancenlos nach Motorenstrafe und im Rennen nach erfolgloser Strategie nur noch weiter weg. Bei TV-Interviews klagte Alonso später darüber, dass er keine Chance mehr auf die schnellste Rennrunde bekam.

"Wenn du auf Platz 14, Platz 15 bist, dann wäre das glaube ich gut für das Team, gut für die Jungs, die alles geben, gut für die Partner, gut für die Sponsoren", meinte Alonso deshalb nach dem Russland-GP. "Heute hat uns der Ehrgeiz gefehlt, glaube ich." Da drängt sich die Frage auf: Ist Alonso überhaupt noch motiviert, oder fährt er die letzten Rennen ohne nachzudenken herunter und verabschiedet sich dann sang- und klanglos aus der Formel 1?

McLaren nicht schnell, Alonso feiert trotzdem und liebt Formel 1

In Suzuka will Alonso das jetzt klarstellen: Sicher, es läuft für ihn und für McLaren im Moment nicht gut. Aber es ist kein Krampf, um die letzten Rennen noch herunterzubiegen, so Alonso: "Ganz im Gegenteil, es ist ein fantastisches Gefühl. Seitdem ich mich entschlossen habe, aufzuhören, ist jedes Rennen einfach ein Fest."

"Vielleicht sind wir nicht die Schnellsten, wenn du dir die Zeiten am Ende der Session anschaust, aber jede Runde fühlt sich fantastisch an", schwärmt Alonso von der Erfahrung seiner letzten Formel-1-Rennen. "Es ist ja nicht so, dass ich die Formel 1 nicht mehr liebe, ich liebe sie noch immer, liebe diese Autos noch immer."

Unabhängig davon, wie die Saison für McLaren ausgeht, will Alonso also einfach weiterfeiern. Vielleicht kann er sich ja am Ende noch über eine gute WM-Platzierung freuen. In der Fahrer-WM fehlen ihm gegenwärtig nur drei Punkte auf Platz sieben, auf dem punktegleich Nico Hülkenberg und Kevin Magnussen liegen.


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