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Formel-1-Fahrerranking Spa 2018: Vettel muss sich Sieg teilen

Sebastian Vettel gewinnt beim Belgien GP in Spa die Gunst der MSM-User: Klarster Voting-Coup ever! Doch im Gesamtstand reicht es nicht zum alleinigen Sieg.

Motorsport-Magazin.com - Sebastian Vettel hat mit einem perfekt ausgeführten Manöver gegen Lewis Hamilton kurz nach dem Start des Belgien GP 2018 nicht nur das Formel-1-Rennen in Spa-Francorchamps gewonnen, sondern sich auch hoch in die Gunst der Leser von Motorsport-Magazin.com gefahren.

Im Fahrerranking zum 13. Lauf der F1-Saison 2018 setzte sich der Ferrari-Pilot in der User-Wertung so souverän durch wie noch nie zuvor in diesem Jahr: In der Leserumfrage ergatterte Vettel satte 70 Prozent aller Stimmen, toppte damit seine bisherigen Bestwerte von gut 60 Prozent beim Kanada GP und Großbritannien GP noch einmal deutlich.

Sebastian Vettel mit neuem Rekord in User-Wertung

Für den alleinigen Gesamtsieg im Fahrerranking zum Belgien GP reicht dieser Wert dennoch nicht. Große Überraschung: Zum ersten Mal überhaupt teilen sich in Spa zwei Fahrer den Platz an der Sonne, nämlich Vettel mit seinem WM-Rivalen Lewis Hamilton.

Formel 1 2018: Top-Themen nach dem Belgien GP: (10:02 Min.)

Hintergrund: Der Mercedes-Pilot setzte sich in der Redaktionswertung von Motorsport-Magazin.com genauso klar durch wie Vettel bei den Lesern. Alle Redakteure sahen Hamilton statt Vettel als besten Fahrer in Spa.

Lewis Hamilton dominiert in MSM-Bewertungen

Christian Menath kürte den Briten sogar zu seinem positiven Härtefall und erklärt (s.u.) stellvertretend für alle, warum der amtierende Formel-1-Weltmeister trotz Platz zwei im Rennen hinter Vettel einen Tick höher zu bewerten ist.

Doch gibt es ja noch andere Fahrer. Besonders spannend natürlich die Bewertungen der ganzen Opfer und Verursacher des Startunfalls. Vorab: Auch dabei gibt es faustdicke Überraschungen und Meinungsverschiedenheiten. Hier das MSM- und User-Urteil zu allen 20 F1-Piloten - samt der bekannten Härtefälle.

Fahrerranking Spa 2018: Die MSM-Bewertungen

Pos. Florian Becker Christian Menath Jonas Fehling
1 Hamilton Hamilton Hamilton
2 Vettel Vettel Vettel
3 Perez Verstappen Perez
4 Ocon Perez Ocon
5 Grosjean Gasly Räikkönen
6 Verstappen Grosjean Grosjean
7 Magnussen Ocon Verstappen
8 Gasly Magnussen Magnussen
9 Räikkönen Räikkönen Gasly
10 Ericsson Alonso Leclerc
11 Ricciardo Leclerc Ericsson
12 Sirotkin Bottas Alonso
13 Alonso Ericsson Ricciardo
14 Leclerc Ricciardo Hartley
15 Hartley Sainz Sirotkin
16 Vandoorne Sirotkin Bottas
17 Bottas Stroll Vandoorne
18 Sainz Vandoorne Sainz
19 Stroll Hartley Stroll
20 Hülkenberg Hülkenberg Hülkenberg

F1-Fahrerranking Belgien: Härtefälle der Redaktion

Christian Menath

Positiver Härtefall: Lewis Hamilton
Nein, wir haben uns in der Redaktion nicht abgesprochen. Wir haben alle drei unabhängig voneinander Hamilton vor Vettel gesetzt. Der Grund dafür ist einfach: Vettel ist ein klasse Rennen gefahren, aber Hamilton auch. Der einzige Unterschied ist, dass Hamilton auch ein klasse Qualifying gefahren ist. Vettel nicht. Der Ferrari war am Ende einfach das bessere Auto, deshalb hatte Hamilton im Rennen keine Chance.

Negativer Härtefall: Brendon Hartley
Im Qualifying hat ihm nicht viel auf den Teamkollegen gefehlt, im Rennen hatte er in Kurve eins Glück im Unglück. Er kam ohne Schaden aus der Massenkarambolage, verlor allerdings Positionen. Es sind aber die vielen marginalen Dinge, die am Ende den großen Unterschied machen. Gasly startet weiter vorne, hat einen besseren Start und ist gar nicht involviert in den Crash. Dass Hartley im restlichen Rennen nicht überzeugen könnte, macht ihn für mich zum Härtefall. Der Rückstand war am Ende zu groß.

Florian Becker

Positiver Härtefall: Sergio Perez
Zugegeben, eigentlich ist Force India als Team die positive Überraschung des Rennwochenendes in Spa-Francorchamps. Wirtschaftlich zuletzt noch am Boden und nach dem Besitzerwechsel aller WM-Punkte beraubt, sorgten Esteban Ocon und Sergio Perez in Belgien für eine wahre Auferstehung. Beide Fahrer schienen befreit von der Last der vergangenen Monate - vor allem Perez, der sich selbst eine entscheidende Rolle im Insolvenzverfahren aufgehalst hatte und dem die Rettung des Teams sowohl sportliche als auch existenzielle Sorgen nahm. Nach einigen teaminternen Niederlagen war er in Spa wieder der schnellere Force-India-Pilot, garniert mit einem unglaublichen Save in Eau Rouge während des nassen Qualifyings.

Negativer Härtefall: Nico Hülkenberg
Der Hulk war in Spa kaum wiederzuerkennen. Schon am Samstag fiel er negativ auf, als er bei der Generalprobe für das Qualifying im FP3 dem Ferrari-Duo das Leben schwer machte. Klar, angesichts der Motorenstrafe und der Gewissheit ohnehin von ganz hinten zu starten, war es für ihn von vornherein kein normales Wochenende. Auch hatte er seinen Teamkollegen Carlos Sainz trotz allem wieder locker im Griff. Aber sein verhängnisvoller Fehler am Start sah Hülkenberg so gar nicht ähnlich. Selbst bei einem seiner größten Fürsprecher, Fernando Alonso, verscherzte er es sich mit dem übermotivierten Verbremser, der eine gefährliche Kettenreaktion in Gang setzte.

Jonas Fehling

Positiver Härtefall: Romain Grosjean
Sie haben in Spa-Francorchamps keine Schlagzeile über Romain Grosjean gelesen? Das kann nur eines bedeuten: Der Franzose hat mal keinen Bockmist gebaut! Genauso ist es. Ganz im Gegenteil. Grosjean blieb nicht nur ohne Fehl, sondern hatte Teamkollege Kevin Magnussen das ganze Wochenende komplett im Griff. Gibt’s auch nicht mehr so oft. Umso lobenswerter, wenn es in dieser Klarheit ausfällt. Grosjean sammelt endlich noch einmal Argumente für einen neuen Vertrag.

Negativer Härtefall: Lance Stroll
Der Noch(?!)-Williams-Pilot dürfte in Spa das so starke Racing Point Force India Team die einzigen Sorgen bereitet haben. Während die aktuellen Stammfahrer Esteban Ocon und Sergio Perez Meisterwerke ablieferten, fiel der Sohn vom neuen Teambesitzer mal wieder völlig aus der Rolle. Auf der absoluten Fahrerstrecke fehlte es einfach voll an Performance. An allen Ecken und Enden. Teamkollege Sirotkin klar besser. Punkt.

Formel 1, Fahrerranking Spa 2018: Gesamtergebnis User & MSM

Pos. Fahrer MSM-Rang User-Rang Gesamt
1 Hamilton 1 2 1,5
1 Vettel 2 1 1,5
3 Perez 3,3 6 4,65
4 Verstappen 5,3 4 4,65
5 Räikkönen 7,7 3 5,35
6 Ocon 5 8 6,5
7 Bottas 15 5 10
8 Gasly 7,3 13 10,15
9 Alonso 11,7 9 10,35
10 Grosjean 5,7 16 10,85
11 Magnussen 7,7 14 10,85
12 Leclerc 11,7 10 10,85
13 Ericsson 11,3 12 11,65
14 Ricciardo 12,7 11 11,85
15 Hülkenberg 20 7 13,5
16 Vandoorne 17 15 16
17 Sirotkin 14,3 18 16,15
18 Hartley 16 17 16,5
19 Sainz 17 20 18,5
20 Stroll 18,3 19 18,65

So funktioniert das MSM-Fahrerranking: Unmittelbar nach jedem Rennen schalten wir per News und in unserem News- und Live-Ticker zum Renntag unsere Umfrage nach dem Fahrer des Wochenendes (immerhin kann man sich das Rennen bereits am Freitag oder Samstag durch Strafen oder schlechtes Qualifying verderben) online. Bis zum nächsten Morgen könnt ihr dann für euren Favoriten abstimmen. Daraus ergibt sich eure User-Wertung.

Parallel bewertet unser F1-Kernteam um Christian Menath, Florian Becker und Jonas Fehling die Leistungen aller 20 Fahrer. Jeder von uns erstellt sein persönliches Ranking. Aus diesen drei Ranglisten bilden wir den Mittelwert. Damit steht das MSM-Ergebnis. Dieses wird dann im Verhältnis 1:1 der User-Bewertung gegenüber gestellt - dieser Mittelwert ergibt das Gesamtergebnis. Bei Gleichstand entscheidet das bessere Einzelergebnis.

Noch dazu liefern wir euch unsere allgemeine Einschätzung zu unseren Rankings und jeder seine persönlichen Härtefälle - im positiven und negativen Sinn. Diese müssen sich nicht zwingend mit dem Ersten und Letzten der persönlichen Bewertung decken, sondern können auch Fälle betonen, die uns sonst noch besonders aufgefallen sind. Doppelnennungen sind nicht erlaubt. So wollen wir mehr Vielfalt und Abwechslung abbilden.

Formel 1 2018: Top-Themen nach dem Belgien GP: (10:02 Min.)


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