Formel 1

Hamilton nach Pole in Ekstase: Mehr über dem Limit als je zuvor

Lewis Hamilton entriss Sebastian Vettel bei der Formel 1 in Silverstone hauchdünn die Pole. Der Mercedes-Pilot konnte seine Euphorie kaum bremsen.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Lewis Hamiltons vierte Pole Position in der Formel-1-Saison 2018 ist in mehrerlei Hinsicht eine besondere. Der Weltmeister übertrumpfte mit seiner sechsten Pole auf britischem Boden den bisherigen Rekordhalter Jim Clark und führt nun eine weitere Statistik in den Geschichtsbüchern der Königsklasse an. Der Triumph über Sebastian Vettel und Ferrari versetzte Hamilton aber auch aus anderen Gründen in Ekstase.

"Diese 76. Pole ist so besonders für mich. Sie zu holen hat mir alles abverlangt", so Hamilton, der Vettel mit Blick auf seine Startnummer um symbolträchtige 44 Tausendstel Sekunden unterbot. Erst mit dem allerletzten Schuss gelang es dem Briten, den Ferrari-Piloten und letztendlich auch dessen Teamkollegen Kimi Räikkönen auf die Plätze zu verweisen. "Ich habe noch nie zuvor auf einer Runde so unter Druck gestanden", so Hamilton.

Wie einst Ayrton Senna 1988 nach seiner legendären Pole in Monaco sprach Hamilton von einer noch nie dagewesenen Erfahrung auf dieser schnellen Runde. "Ich habe gezittert. Die Emotionen, der Adrenalinrausch, ich war weit mehr über dem Limit als ich es je zuvor erlebt habe", so der 33-Jährige. "Lewis ist eine besondere Runde gefahren und es war allein sein Verdienst", lobte ihn Mercedes-Boss Niki Lauda am Mikrofon von Sky UK.

Hamilton: Ferrari in Silverstone immer schneller geworden

Angesichts der starken Leistung von Ferrari an diesem zehnten Rennwochenende der Saison hatten auch Hamilton und sein Team damit gerechnet, dass sie auf heimischem Boden tatsächlich von den Italienern entzaubert werden könnten. "Ferrari hat im Q3 nochmal richtig etwas aus dem Hut gezaubert. Ich weiß nicht, was sie gestern gemacht haben, aber sie waren heute so viel stärker", sagt Hamilton.

"Wir wussten, dass wir liefern mussten und diese Runden zusammenzubringen war schwerer als je zuvor. Diese Rennstrecke ist so technisch, es ist so schwierig sich richtig zu positionieren und das Maximum aus den Reifen zu holen." Hamilton hatte es im ersten Versuch zunächst nicht geschafft, schneller als Vettel zu fahren.

Hamilton nach erstem Versuch hinter Vettel: Dadurch noch mehr Druck

"Die erste Runde war okay, eigentlich sogar ziemlich gut. Aber dann sah ich, dass ich nur Zweiter war. Das hat natürlich noch mehr Druck aufgebaut", erklärt Hamilton, der auf seiner zweiten Runde alles in die Waagschale warf. "Du musst über das Limit hinaus pushen, gerade so ohne abzufliegen."

Hamilton war beim entscheidenden Run im ersten Sektor noch vier Tausendstel hinten und lag erst im Mittelsektor mit fünf Hundertsteln hauchdünn vorne. Im letzten Streckenabschnitt rettete er schlussendlich die entscheidenden Hundertstel. "Wir waren auf dieser Rennstrecke über so viele Jahre stark unterwegs", erinnert Hamilton an seine und Mercedes' glänzende Statistik in Silverstone.

"Ich bin so dankbar für die Arbeit des Teams. Ferrari ist das ganze Wochenende über schneller geworden", freut sich Hamilton darüber, dass Mercedes das Blatt im richtigen Moment wenden konnte. Für das Rennen sieht er seine Mannschaft gut aufgestellt, um dem Ferrari-Duo auch am Sonntag erfolgreich die Stirn zu bieten: "Wir sind jetzt in der bestmöglichen Position und unsere Longrun-Pace war gut. Ich freue mich auf ein enges Rennen."


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