Formel 1

Hülkenberg: Nur P12? Renault-Experten müssen jetzt eben zaubern

Formel-1-Pilot Nico Hülkenberg verpasst im Frankreich-Qualifying die Top-10. Carlos Sainz klar stärker. Das wundert selbst Renault. Hülk über die Schlappe.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Nico Hülkenberg zählt zu den Qualifying-Spezialisten der Formel 1 schlechthin. Doch in der Qualifikation zum Frankreich GP lief für den Emmericher so gar nichts zusammen. Nur Platz zwölf - während Renault-Teamkollege Carlos Sainz dieses Mal die Kohlen beim Heimrennen des Teams aus dem Feuer holte, nicht nur Q3 erreichte, sondern sich dort auch noch zum Best of the Rest hinter Mercedes, Ferrari und Red Bull mauserte.

Da wunderten sich selbst die Renault-Verantwortlichen. "Es war eine gute Leistung von Carlos, sich als Siebter und in einer starken Position für den Start zu qualifizieren. Nico hatte nicht das Wochenende, das er normalerweise hat und rennt dem Setup die ganze Zeit schon hinterher. Carlos hat exakt das geliefert, was wir von ihm brauchten. Damit sind wir happy", so Sportdirektor Alan Permane.

Nico Hülkenberg nicht zufrieden mit Renault-Balance

Durchaus ein kleiner Denkzettel für den eigentlich klaren Platzhirsch im Team. Nur nicht schleifen lassen, Nico, könnte man auch sagen. Doch Hülkenberg erweckt nicht im Mindesten den Anschein irgendwelcher Selbstzweifel oder Vorwürfe an sich selbst. "Irgendwie hat es hier mit der Balance ein bisschen gehadert. Das ganze Wochenende schon bin ich da nicht so zufrieden mit", klagt Hülkenberg.

"Wir hat das Vertrauen ins Auto gefehlt und damit die Harmonie. Das hat sich wie ein roter Faden durchgezogen", erklärt sich der Emmericher. Tatsächlich berichtete Hülkenberg schon am Freitag von genau diesen Problemen, vor allem in den langen und schnellen Kurven des Circuit Paul Ricard. Doch warum gelang Renault über Nacht keine Lösung?

Ungewohnter Joker: Hülkenberg mit freier Reifenwahl

Ganz einfach: "Im dritten Training haben wir die Zeit verloren, etwas probieren zu können für das Qualifying", erklärt Hülkenberg mit der ins Wasser gefallenen Generalprobe. Fahrerisch sei sein Qualifying sonst ordentlich gewesen. "Ich war ganz zufrieden mit meiner Runde. Nur in Kurve neun habe ich durch etwas Übersteuern eine Zehntel verloren, das du am Limit eben manchmal hast. Das hat dann den Unterscheid für Q3 gemacht."

Die besten Frankreich-Momente: Brawn und Prost erinnern sich: (03:08 Min.)

Für das Rennen sei jetzt noch nicht alles verloren. Auch wenn Hülkenberg sich erneut über die Überholmöglichkeiten auf dem Circuit Paul Ricard große Sorgen macht. "Es wird nicht einfach, es ist schwer, hier zu überholen. Deshalb müssen wir schauen, was mit der Strategie geht", so Hülkenberg. Doch hier hat er jetzt einen ungewohnten Vorteil. "Ich bin Zwölfter, sodass wir ja freie Reifenwahl haben. Jetzt müssen wir schauen, was unsere Experten da aus dem Hut zaubern!"


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