Formel 1

Formel 1, Australien: Force India mit 'neuem' Auto am Start

Force India schlägt mit einem großen Update-Paket in Melbourne auf. In Bahrain kommt sogar noch mehr. Reicht das gegen die starke Konkurrenz?
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Bei den Testfahrten in Barcelona vor dem Saisonstart konnte Force India nicht unbedingt überzeugen. Das setzte sich auch in Australien zunächst fort, wo die Formel 1 an diesem Wochenende in die Saison 2018 startet. In den ersten beiden Trainings am Freitag landeten Sergio Perez und Esteban Ocon im hinteren Mittelfeld.

Sorgen macht sich das Überraschungs-Team der vergangenen Jahre aber nicht. Den mittelmäßigen Auftakt führt die Truppe vielmehr auf das riesige Update-Paket zurück, das seit Barcelona den Weg ans Auto gefunden hat. Glaubt man Offiziellen und Fahrern, ist Force India ein echter Fortschritt gelungen. Einer, der aber noch Fine-Tuning benötigt.

Neuer Frontflügel erst in Bahrain

"Das Update bezieht sich auf die meisten Bereiche der Aerodynamik", sagte Force Indias Technikdirektor Andy Green am Freitag. "Alles außer dem Frontflügel wurde verändert. Es gibt auch einen neuen Unterboden, der einen Großteil des Updates ausmacht." Ein neuer Frontflügel soll erst beim zweiten Saisonrennen in Bahrain folgen. "Das war immer so geplant", sagt Green.

Das neue Package soll dem Auto mehr Downforce verleihen - und scheint zu funktionieren. "Wir haben einen guten Fortschritt erzielt", sagte Sergio Perez zu Motorsport-Magazin.com. "Die Balance hat sich verbessert und das allgemeine Gefühl im Auto ist besser geworden." Der Mexikaner beendete die beiden Trainings auf den Plätzen 16 sowie 12 und legte insgesamt 56 Runden zurück.

Auf der Suche nach dem Setup

Andy Green drückt es simpel aus: "Die Fahrer können besser in den Kurven attackieren. Das hatten wir uns auch erhofft. Bis jetzt sind die Fahrer zufrieden, sie fühlen einen großen Unterschied zu Barcelona." Nun gelte es, das Setup an die neue Teile anzupassen. Die Erkenntnisse aus Barcelona verlieren dadurch natürlich an Wert. Green vermutet, dass sich die Setup-Arbeit bis zum nächsten Grand Prix in Bahrain hinziehen wird. Vor allem, wenn es wie angekündigt in Melbourne regnen wird.

Force India bekommt in Bahrain noch ein Frontflügel-Update - Foto: Sutton

Perez und Teamkollege Esteban Ocon waren in den Trainings mit unterschiedlichen Einstellungen und Teilen unterwegs, um innerhalb der kurzen Zeit möglichst viel zu verstehen. Für beide Autos sollen laut Ocon aber die gleichen Teile in Australien zur Verfügung stehen. "Wir testen immer noch unterschiedliche Dinge", sagte der Franzose zu Motorsport-Magazin.com. "Die Ingenieure schauen, welche Teile morgen ans Auto kommen. Insgesamt bin ich aber zufrieden."

Sorge vor Überraschungs-Gegner Haas

Welchen Platz Force India in der Hackordnung einnehmen wird, darüber rätselt das Team unterdessen noch. Vor allem Überraschungs-Team Haas könnte zur echten Gefahr werden, wie es sich schon bei den Testfahrten angedeutet hat. In Melbourne setzte die US-Mannschaft den Trend zunächst fort. "Die haben sich sehr verbessert und werden zur Herausforderung", glaubte Perez. Ocon fügte an: "Die waren auch letztes Jahr zu Saisonbeginn sehr schnell. Im Laufe der Saison haben wir dann aufgeholt."

Formel 1 2018, Australien: Die Brennpunkte zum F1-Saisonstart: (05:10 Min.)

Wie es bei Force India und Co. in Melbourne weitergeht, steht in den Sternen. Der erwartete Regen könnte alles über den Haufen werfen. Angeblich soll es nach dem 3. Training zum Qualifying hin aber wieder trockener werden. "Bei den Long Runs sahen wir recht gut aus", fand Green. "Auf einer schnellen Runde wird sich das noch zeigen. Es kann sein, dass wir in diesem Bereich noch nicht so konkurrenzfähig sind."

Kein neuer Team-Name für Force India

Sicher ist nur, dass Force India seinen Team-Namen in der laufenden Saison nun doch nicht ändern wird. Das bestätigte Sportdirektor Otmar Szafnauer am Rande des Auftakts der Formel 1 in Australien. Angepeilt ist ein Wechsel des Namens zur kommenden Saison 2019. "Wir dachten, dass wir noch Zeit hätten vor dem Start in die Saison, da war es noch eine Woche hin", sagte Szafnauer. "Aber manche Leute bei FIA und FOM haben kalte Füße bekommen. Das ist aber nicht so dramatisch, wir bereiten alles fürs nächste Jahr vor."


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