Formel 1

Formel-1-Saison 2018: Nico Hülkenberg ist 'ready to rumble'

Nico Hülkenberg geht 2018 in seine zweite Saison mit Renault. Der Emmericher ist neben Ferrari-Star Sebastian Vettel der einzige Deutsche im Starterfeld.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Nico Hülkenberg geht 2018 in seine achte Saison in der Formel 1. Bei Renault erlebte er vergangenes Jahr im ersten Anlauf als Werksfahrer keine sorgenfreie Zeit. Die Zielvorgabe verpassten er und sein Team mit Platz sechs bei den Konstrukteuren um eine Position. Der Hulk ist jedoch zuversichtlich, dass seine Mannschaft die richtigen Lehren gezogen hat um es 2018 besser zu machen.

"Du willst in jeder Saison besser sein als in der vorherigen. 2017 war meine erste mit dem Team und es ging auch darum, unterschiedliche Prozesse und das Personal kennenzulernen. Aber die Ziele sind letztendlich dieselben", so Hülkenberg im Rahmen der Präsentation des R.S.18, seines Arbeitsgerätes für die 21 Rennen in der kommenden Saison.

"Wir wollen in diesem Jahr auf der guten Position aufbauen, die wir uns letzte Saison erarbeitet haben. "Ich bin ready to rumble", kündigt der 30-Jährige an. "Ich habe ein gutes Gefühl und bin zuversichtlich, was mich angeht." 2017 hatte er den wenig ruhmreich klingenden Rekord des Piloten mit den meisten Grand-Prix-Starts ohne Podium übernommen.

Ein Umstand, den Hülkenberg nach außen bisher mit Humor nahm. Der Rekord sei für ihn durchaus eine Errungenschaft, für die er sich viele Jahre ins Zeug gelegt habe. Andererseits ist es kein Geheimnis, dass er nach seinen Titeln in der Formel 3 EM (2008) und der GP2 (2009) in seiner Formel-1-Karriere höher hinaus wollte, als es ihm bisher gelang.

Seiner Reputation taten die ausbleibenden Erfolge bisher noch keinen Abbruch. Neben einer Vielzahl von Experten zählt ihn auch ein Fernando Alonso seit Jahren zu den stärksten Piloten im Feld. Für 2018 hat Renault in seinem Fünfjahres-Plan das Kommando im Verfolgerfeld angepeilt - inklusive den ersten Podestbesuchen. Diese Zielsetzung würde, sofern sie realisiert wird, Hülkenberg zumindest ein Stück weit erlösen.

"Hoffentlich können wir im Feld etwas weiter vorne um Positionen kämpfen", so Hülkenberg, der sich auch durch die zusätzlichen Reifenmischungen von Pirelli mehr Chancen erhofft: "Ich freue mich auf die Reifenwahl für einige der Grands Prix. Das sollte mehr Möglichkeiten für Mehrstopp-Rennen bieten, was die Sache interessanter macht."

Hülkenberg: Renault darf Konkurrenz nicht unterschätzen

Die Konkurrenz hat er trotz aller Zuversicht auf dem Zettel. "Es herrscht ein harter Wettbewerb in unserem Sport und die anderen Teams haben dieselben Ansprüche", weiß Hülkenberg. Zu den anderen Teams zählt in erster Linie sein ehemaliger Arbeitgeber Force India, der in den vergangenen beiden Jahren jeweils Platz vier bei den Herstellern belegte. Für den Privatrennstall fuhr er selbst vier Jahre, bevor er den Absprung zu Renault wagte.

"Wir können noch nicht einschätzen wie gut wir unseren Job erledigt haben, denn die anderen haben über den Winter auch hart an ihren Autos gearbeitet", gibt sich Hülkenberg hinsichtlich einer Standortbestimmung verhalten. Die erste Antwort sollen die Testfahrten liefern. "Das macht die Tests so interessant. Wir gehen auf die Strecke und sehen, welche Fortschritte wir im Winter erzielt haben."

Formel 1 2018: Der neue Renault R.S.18 im Rundumblick: (00:23 Min.)

2017 standen Renault bei den Testfahrten diverse technische Gebrechen im Weg. Den Erfolgen ebenfalls im Weg stand über weite Strecken der Saison die durchwachsene Vorstellung von Jolyon Palmer, der vier Rennen vor Saisonende durch Carlos Sainz ersetzt wurde. Mit dem Spanier an seiner Seite erwartet Hülkenberg eine positive Dynamik innerhalb des Teams.

"Da ist ein junger, hungriger und schneller Pilot auf der anderen Seite der Garage, der mich auf Trab halten wird. Hoffentlich kann ich ihm auch ein paar Tricks beibringen." Gegen Palmer hatte sich Hülkenberg im Qualifying-Duell mit 16:0 locker durchgesetzt. Im Vergleich mit Sainz behielt er zwar auch die Oberhand, doch der Spanier war deutlich näher dran als sein Vorgänger.


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