Formel 1

Formel 1 Mexiko 2017: Hamiltons WM-Elfmeter & alle Brennpunkte

18. Formel-1-Rennen 2017: In Mexiko hat Lewis Hamilton nicht nur einen neuen WM-Matchball, sondern sogar einen waschechten Elfmeter. Die F1-Brennpunkte.
von Jonas Fehling
Top-5 Brennpunkte Mexiko 2017: Flippt Verstappen wieder aus?: (03:07 Min.)

Der USA GP der Formel 1 2017 in Austin, Texas war ein echter Knüller. Hammer Racing, spannende Zocker-Strategien, viel Action, große Show im Rahmenprogramm und auch noch ein riesiger Aufreger um Max Verstappen nach Rennende sorgten international für jede Menge F1-Schlagzeilen.

Vor dem Mexiko GP bietet die Ausgangslage Potential, dass die Formel 1 nun direkt daran anknüpft. Dank back-to-back sogar sofort: Schon dieses Wochenende geht es weiter. Motorsport-Magazin.com hat die heißesten Themen in Mexiko. Das sind die wichtigsten Fragen beim Wochenende der Wahrheit:

1. Verwandelt Hamilton seinen ersten richtigen Elfmeter?

Durch seinen fünften Sieg im sechsten Austin-Rennen vor Sebastian Vettel ist für Lewis Hamilton der vierte WM-Titel in der Formel 1 zum Greifen nahe. Nach dem ersten Matchball in den USA bietet sich dem Mercedes-Fahrer in Mexiko nun nicht nur ein zweiter Matchball, sondern auch noch der erste richtige Elfmeter.

Anders als in Austin kann Hamilton sich in Mexiko auch aus eigener Kraft zum F1-Champion krönen. Dazu braucht der Brite lediglich Platz fünf. Kommt Hamilton unter die Top-5, kann Sebastian Vettel tun, was er will, kann mit fünf Runden Vorsprung gewinnen, Hamilton wäre nach Punkten nicht mehr einzuholen.

Dennoch muss sich Vettel dringend anstrengen: Will er seine Mini-Chance auf das WM-Wunder wahren, muss er - etwa im Fall eines Hamilton-Ausfalls durch einen Defekt am Mercedes oder Ähnliches - noch immer mindestens Zweiter werden, um die Entscheidung zu vertragen. Selbst bei einer Hamilton-Nullnummer in Austin reicht Vettel ein dritter Platz nicht mehr. Selbst ein Zweiter Platz reicht nur, wenn Hamilton Zehnter oder schlechter wird.

Hamilton vs. Vettel: So lief das Formel 1-Duell in Austin 2017: (04:04 Min.)

2. Max Verstappens USA-Strafe: Wie geht die Diskussion weiter?

Max Verstappen wurde in den USA bestraft, weil er Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen in der letzten Rennrunde durch Verlassen der Rennstrecke mit allen vier Reifen überholt hat. So verlor der Red-Bull-Pilot seinen gerade erst gewonnenen dritten Platz gleich wieder. Die Strafe entsprach klar dem Reglement.

Dennoch war der Ärger um die Sanktion gewaltig. Verstappen beschimpfte einen der Rennstewards als Idioten, im niederländischen TV sogar noch weitaus derber. Später entschuldigte er sich allerdings dafür, er habe niemanden beleidigen wollen. Red Bull selbst tobte ebenfalls, marschierte sofort zur Rennleitung, wollte protestieren - abgeschmettert, da Tatsachenentscheidung.

Sogar die Konkurrenz war nicht begeistert. "Diese Entscheidung ist die schlechteste, die ich jemals gesehen habe. Er hat nichts falsch gemacht. Wir sind Rennfahrer und fahren nicht im Straßenverkehr. Mit dieser Art von Entscheidung machen wir den Sport kaputt", wetterte sogar einer der größten Konkurrenten, Mercedes- Aufsichtsratchef Niki Lauda. Ähnliche Stimmen hörte man von vielen Experten und Insidern, allenfalls Ferrari sah es wenig überrascht etwas anders.

Die Reaktionen ging bis hinauf in die höchsten Etagen der Formel 1, etwa Liberty-Funktionär Ross Brawn, der forderte, die entsprechenden Regularien zum Strafsystem zu prüfen. Ganz sicher wird das Thema auch in Mexiko wieder aufkommen - ob nun durch neue Kritik oder Anregungen, was die Regelmacher besser umsetzen können.

Die Motorsport-Magazin.com-Berichterstattung vom Medien-Donnerstag direkt aus dem Paddock in Mexiko lohnt sich also im Auge zu behalten. Vor allem, weil es schon im Vorjahr heiß her ging in Mexiko - erneut rund um Max Verstappen, aber auch Sebastian Vettel. Scheint an der Jahreszeit zu liegen ...

Formel 1 in Austin: Darum wurde Max Verstappen bestraft: (03:40 Min.)

3. Force India: Bestehen Perez und Ocon die letzte Prüfung?

Bei Force India herrscht seit den teaminternen Unfall-Eklat rund um Esteban Ocon und Sergio Perez in Baku und Belgien ein strenges Regiment: Das Team hat eine klare Stallorder ausgegeben, um seine Fahrer nicht nur zu maßregeln, sondern auch unter Kontrolle zu halten. Bisher ein Erfolg: Force India punktete seitdem immer mit beiden Autos.

Das geht jedoch zulasten des Racings: Teamduelle sehen wir bei Force India nicht mehr, was besonders bitter ist, da Perez und Ocon sich nicht selten auf der Strecke in Situationen wiederfinden, in denen sie eigentlich gegeneinander kämpfen würden.

Entsprechend sieht und hört man bereits, wie genervt das Duo von der gegenwärtigen Situation ist. Ob Japan oder Austin - immer wieder gibt es Funksprüche à la "bin schneller, sagt ihm, er soll mich durchlassen". Doch das gestattet Force India nur, mit klar ersichtlichem Grund.

Ansonsten gilt: Positionen halten. Zumindest noch: In Mexiko kann Force India P4 in der Teamwertung rechnerisch klar machen. Funktioniert das - und benehmen sich Ocon und Perez auch in Mexiko ein letztes Mal - soll die Teamorder ab Brasilien enden. Bleibt dem Duo und allen Fans echten Racings nur zu wünschen, dass 'Checo' bei seinem Heimrennen die Emotionen nicht durchgehen.

Die Highlights vom US Grand Prix aus Austin: (01:25 Min.)

4. Toro Rosso: Wer gewinnt den Rookie-Battle?

Das Fahrer-Wechsel-dich-Spiel bei Toro Rosso geht auch in Mexiko munter weiter. Nachdem erst Daniil Kvyat zu Testzwecken Pierre Gaslys ausgebootet worden war, sich dann Carlos Sainz zu Renault und Gasly noch einmal kurz in Richtung Super Formula nach Japan verabschiedete, in Austin Kvyat zurückkehrte und noch dazu der seit Jahren verlorenen Sohn des Red-Bull-Junior-Programms, Brendon Hartley, sein unvermitteltes F1-Debüt gab, steht in Mexiko die nächste Veränderung ins Haus.

Nach dem ersten kompletten Lineup-Wechsel in der Formel 1 seit 23 Jahren in den USA, ist nun erneut Kvyat out, muss Platz machen für Gasly, Hartley darf bleiben. Zwei Rookies auf einmal also in Mexiko, Toro Rosso wird seinem ursprünglichen Charakter als Ausbildungsteam mal wieder mehr als gerecht. Die spannende Frage: Wer macht seinen Job besser?

Pierre Gasly hat einen Rennen Erfahrung mehr, dafür aber den Frust eines am Ende doch kampflos verlorenen Super-Formula-Finals in den Knochen. Dieses Duell lohnt sich auf jeden Fall im Auge zu behalten - es dürfte extrem wichtig für 2018 werden. Es sei denn, Kvyat ist ohnehin längst final raus für die Zukunft, wie die Gerüchteküche verlauten lässt.

5. Deutscher oder Spanier: Wer wird bester Renault-Franzose?

Carlos Sainz oder Nico Hülkenberg? Spanier oder Deutscher? Wer wird bester Renault-Franzose? In Austin brachte uns ein rabenschwarzes Wochenende für Nico Hülkenberg (erst Grid-Strafe nach Power-Unit-Wechsel, dann Ausfall nach plötzlichem Ölverlust) um ein erstes Kräftemessen der neuen Teamkollegen.

Das schien angesichts des bärenstarken Einstands Sainz' umso bitterer. Umso mehr hofft die ganze Formel-1-Szene nun in Mexiko, das erste echte Duell des unglaublichen Hulk mit dem Sohn der Rallye-Legende zu erleben. Gab es bei Renault ja lange nicht mehr …


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