Formel 1

Formel 1 USA 2017: Force India bittet Red Bull zum Austin-Rodeo

Force India hat sich in der Formel 1 als klare vierte Kraft etabliert. Beim USA GP in Austin richtet das Team den Blick jetzt noch weiter nach vorne.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Force India ist es in der laufenden Formel-1-Saison 2017 gelungen, sich gegenüber der bereits extrem starken Vorsaison noch einmal zu verbessern. Inzwischen hat sich der Rennstall als klare vierte Kraft im Feld eingerichtet.

81 WM-Punkte beträgt der Vorsprung auf den ersten Verfolger Williams vor dem Rennen in Austin. Weil es sich bei dem Grand Prix in den USA bereits um den viertletzten Saisonlauf handelt, kann Force India im Grunde schon sicher mit den satten Preisgeld-Millionen für Gesamtrang vier planen.

Force India will Mittelfeld-Kampf hinter sich lassen

Doch plant der Rennstall kurzfristig erst einmal ganz andere Dinge: Den Angriff auf die Top-Teams. "Wir haben zurzeit klar das viertschnellste Auto", sagt Esteban Ocon. "So wollen wir weitermachen und diese Strecke hier sollte unserem Auto jetzt auch noch besser liegen als Suzuka und Malaysia."

Kann Force India in Austin deshalb sogar Red Bull attackieren? "Schwer zu beantworten", sagt Ocon. "Aber wie Vijay (Mallya, Teambesitzer, Anm. d. Red.) sagen würde: Wir schauen nach vorne, nicht nach hinten!" Ohnehin denkt Force India inzwischen größer. Erst kürzlich rief man sich selbst zum besten Formel-1-Team überhaupt aus - in Sachen Effizienz.

Das alles klingt nach Selbstvertrauen, klingt durchaus danach, dass sich Force India beim USA GP den nächsten Schritt zutraut. Denn: Zuletzt habe sich Force India wider Erwarten auf einigen Kursen richtig gut geschlagen, so Ocon. "Momentan scheint unserem Auto einfach jede Strecke zu liegen. Wir haben gerade ein echt starkes Momentum und das wollen wir fortführen. Es wäre großartig, wenn uns das auch hier gelingt", sagt der Franzose in Austin.

Formel 1 US GP 2017: Die Top-4 Brennpunkte in Austin: (03:03 Min.)

Williams gibt auf: Keine Chance gegen Force India

Zuletzt spürte das der alte Erzrivale Williams, sah keine Schnitte mehr gegen Force India. "Heute war Force India massiv schneller als wir, das ist ganz klar", gestand Technikchef Paddy Lowe nach dem Japan GP in Suzuka. Daran werde sich so schnell auch nichts mehr ändern, ergänzte Felipe Massa. Force India schlagen? Massa: "Dieses Jahr? Vergiss es! Sie sind stärker. Sie haben ein konkurrenzfähigeres Auto."

Genau das plant Force India in den USA mit weiteren Upgrades noch einmal zu verbessern. "Ein paar kleine Teile, die aber auch schon für unsere Entwicklung für nächstes Jahr wichtig sind", berichtet Ocon. Der wahre Schlüssel zu Force Indias jüngster Stärke findet sich jedoch nicht am Chassis.

Ocon: Das ist Force Indias größte Stärke

"Wir verstehen die Reifen sehr gut, habe da einige sehr fähige Leute im Team - und wir als Fahrer geben ihnen auch das richtige Feedback", schildert Ocon auf Nachfrage von Motorsport-Magazin.com. "70 Prozent der Performance kommt von den Reifen. Da sind wir stark. Aber es ist nicht nur das. Es sind die Details, einfach in jedem Bereich. Aber die Reifen sind auf jeden Fall eine unserer größten Stärken."

Eine weitere Stärke Force Indias: Der neue, weil per Teamorder verordnete, Burgfrieden zwischen Ocon und Sergio Perez. Zur Saisonmitte war das Duo noch mehrfach aneinander geraten - allen voran in Baku und Spa - und hatte Force India so viele wertvolle Punkte gekostet. Mit den neuen Daumenschrauben allerdings läuft es inzwischen klar besser, keine Eskapaden mehr durch teaminternen Zweikampf.

Formel 1 USA 2017: Die Top-Fakten zum Rennen in Austin: (00:45 Min.)

Zuletzt stellte sich daher bereits zunehmend die Frage: Wann wird Force India die Stallorder wieder aufheben? In Japan noch nicht, dort hatten Perez und Ocon erneut Positionen zu halten. Ob es angesichts des riesigen Vorsprungs auf Williams nun nicht wieder freies Racing geben kann? "Das muss man die Teambosse fragen", winkt Ocon ab. "Gerade fahren wir voll für das Team und das bestmögliche Ergebnis. Das scheint zu funktionieren", meint Ocon.


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