Formel 1

Sebastian Vettel murrt: Malaysia-Rekord, aber offene Fragen

Sebastian Vettel fährt im Training der Formel 1 in Sepang neuen Streckenrekord. Ferrari hat Mercedes und Red Bull im Griff. Perfektion? Nicht für Vettel.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Sebastian Vettel ist der Mann des Trainingsfreitags zum Malaysia GP in Sepang, dem 15. Saisonlauf der Formel 1 2017. Nach Regen im ersten Freien Training setzte der Ferrari-Pilot in der zweiten F1-Session eine überlegene Bestzeit. Mit 1:32.261 Minuten unterbot Vettel den zwölf Jahre alten, bisherigen Streckenrekord von Fernando Alonso mal eben um stolze 1,3 Sekunden.

Damit lag Sebastian Vettel satte sechs Zehntel vor Ferrari-Teamkollege Kimi Räikkönen, der das Training als Zweiter beendete. Erst mit weiteren gut zwei Zehnteln Rückstand folgten auf P3 und P4 Daniel Ricciardo und Max Verstappen im Red Bull als erste Ferrari-Verfolger. Den hoch gehandelten Mercedes von Lewis Hamilton und Valtteri Bottas fehlten jedoch unfassbare 1,4 Sekunden auf die Vettel-Bestzeit.

Vettel: Sepang-Rekord keine ideale Runde

Rekord, Mercedes abgeschlagen, rote Doppelspitze und somit endlich mal schon am Freitag eine starke Ferrari-Performance also. Dennoch: Sebastian Vettel will nicht zu viel in das Ergebnis interpretieren. "Es war ganz okay. Aber noch nicht ideal. Der Anfang war ganz gut, im Mittelteil habe ich ein bisschen verloren, aber zum Schluss wurde es wieder ein bisschen besser", schildert Vettel selbstkritisch seine überlegene Runde zur Bestzeit.

Allzu wichtig seien die Freitagseindrücke ohnehin nicht. Ja, es sei ein guter Einstieg ins Wochenende gewesen. "Aber im Endeffekt interessiert sich morgen und übermorgen keiner mehr für heute. Es interessiert dann nicht mehr so viele Leute, was heute passiert ist und welche Zeiten es gab." Bleibe das Kräfteverhältnis zu Mercedes jedoch bestehen, sei eine echte Wiedergutmachung für Singapur drin, so Vettel.

"Aber es ist eben Freitag, die Dinge können sich wieder ändern. Es sah so aus, als hätten sie beide sowohl am Vormittag als auch Nachmittag zu kämpfen gehabt. Ich bin ziemlich sicher, dass es bei ihnen morgen wieder in Ordnung sein wird."

Vettel: Fragezeichen hinter Ferraris Pace im Regen

Insgesamt sei es aber ein gemischter, also durchwachsener Freitag gewesen. Vor allem ein Aspekt bereitet Vettel Sorgen: Die Performance seines Ferrari im Regen. "Heute Morgen war es nicht so gut. Da fehlt uns noch ein bisschen", mahnt Vettel.

Das gelte noch mehr mit Blick auf die erneute Stärke Red Bulls auf nasser Strecke. "Ich weiß nicht, was sie heute Morgen gemacht haben. Aber sie sahen sehr schnell aus mit den Intermediates bei den gemischten Bedingungen heute Morgen im Nassen", warnt Vettel. Doch auch hier dürfe man das Kräfteverhältnis nicht auf die Goldwaage legen. Vettel: "Aber so viel gefahren wurde ja insgesamt nicht."

Red Bull selbst dagegen zeigt sich überrascht von Ferraris Stärke im Trockenen. "Ferrari sah stärker aus als wir dachten", sagt Daniel Ricciardo. "Am Nachmittag waren wir bezogen auf Ferrari nicht konkurrenzfähig, aber es sah so aus als hätte Mercedes auch zu kämpfen gehabt." Max Verstappen ergänzt: "Verglichen mit den Ferrari sind wir noch nicht schnell genug."

Sebastian Vettel: Ferrari fehlen noch Antworten

Doch auch am Nachmittag lief es bei Vettel und Ferrari nicht völlig rund - auch wenn es auf dem Zeitentableau so aussehen mag. "Im Trockenen war es besser, aber leider konnten wir zum Schluss mit der roten Flagge nicht die Runden fahren, die wir wollten", schildert Vettel. So seien noch einige Fragen offen geblieben.

"Wir hatten noch ein paar Dinge auf dem Zettel, die wir noch gerne probiert hätten, und auf die wir jetzt keine Antwort haben", hadert Vettel mit dem Session-Abbruch durch den Crash von Haas-Pilot Romain Grosjean. "Wir müssen schauen, dass wir das jetzt morgen noch irgendwie alles auf einmal unterbringen."

"Heute lief alles sehr glatt. Schade nur, dass wir am Ende nicht die ganze Session nutzen konnten. Sonst hätten wir uns natürlich noch weiter verbessert. Aber das Auto hat sich bereits gut angefühlt", ergänzt Kimi Räikkönen.


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