Formel 1

Red Bull Racing in Singapur aus eigener Kraft zum F1-Sieg?

Red Bull Racing dominiert das Formel-1-Training in Singapur. Daniel Ricciardo schlägt Max Verstappen am Freitag klar. Der hatte gleich zwei Probleme:
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Red Bull Racing ist in Singapur in Topform: Daniel Ricciardo setzte im 2. Freien Training zum Singapur GP mit 1:40,852 Minuten nicht nur einen neuen Streckenrekord, sondern auch die klare Bestzeit am Freitag. Ärgster Verfolger war mit bereits satten 0,556 Sekunden Rückstand Teamkollege Max Verstappen, erst weitere 0,147 Sekunde dahinter kam Mercedes-Pilot Lewis Hamilton.

"Um ehrlich zu sein hatte ich das bereits erwartet", gibt sich Ricciardo nach den Trainings wenig überrascht. Der Australier zeigt sich selbstbewusst: "Wir wussten, dass wir mit einem guten Auto kommen. Ich fühle mich vorbereitet, aber es wird wichtig, das morgen zu halten. Ich glaube aber fest daran, dass wir am gesamten Wochenende hier bleiben können."

Für Max Verstappen lief der Freitag nicht ganz problemfrei. Der Niederländer schlug im Training am Ausgang von Kurve 18 mit dem rechten Hinterreifen seines Red Bull leicht an der Leitplanke an, beschädigte sich dabei aber nur die Felge. Doch was war nicht sein einziges Problem. "Ich war auch mit der Balance nicht ganz zufrieden", so Verstappen.

Verstappen: Wieder Probleme am Auto

An Verstappens Auto gab es aber auch technische Probleme. "Das Mapping am Motor hat nicht gepasst", erklärt Red Bulls Motorsportberater Dr. Helmut Marko bei Motorsport-Magazin.com. Durch die Probleme mit dem Mapping verlor Verstappen auch Leistung. Bei der Höchstgeschwindigkeit fehlten Verstappen 3,1 Stundenkilometer auf den Teamkollegen. Ricciardo war an allen Messstellen in Singapur schneller als Verstappen.

Der Großteil der halben Sekunde zwischen Ricciardo und Verstappen ist aber einem anderen Umstand geschuldet. "Ich habe meine schnelle Runde abgebrochen", erklärt Verstappen. "Grosjean hat sich gedreht und dann war gelb." Verstappen war zwar nicht direkt davon betroffen, durfte aber den Heckflügel auf der Geraden deshalb nicht öffnen. "Somit hat es keinen Sinn gemacht, die Runde zu beenden", so Verstappen.

Nun fürchtet Red Bull nur die Qualifying-Modi der Mercedes- und auch Ferrari-Motoren. "Wir wollen aus eigener Kraft gewinnen, ob wir es können, wird sich im Qualifying zeigen. Unsere Longruns waren gut. Wie viel der Quali-Modus hier genau ausmacht, wissen wir nicht", gesteht Marko und ist zu Scherzen aufgelegt: "Dafür muss ich erst mit Niki frühstücken."

Red Bull ist gewarnt

Auch im letzten Jahr war Red Bull am Freitag in Singapur schon vorne, gewonnen hat dann aber doch wieder Mercedes. Deshalb ist 2017 etwas mehr Vorsicht geboten. "Aber 2016 hat Rosberg eine Zauberrunde rausgehauen und unser Auto ist in diesem Jahr konkurrenzfähiger als in der letzten Saison", so Marko.

Besonders erfreulich wird die Singapur-Performance mit Blick auf die letzten beiden Rennen. Auch auf den Highspeed-Strecken von Spa und Monza konnte Red Bull mit der Spitze mithalten. "Die Updates, die wir gebracht haben, funktionieren auf allen Strecken. Von den Strecken, die jetzt noch kommen, müssen wir keine mehr fürchten", freut sich Marko.


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