Formel 1

Formel 1 2017, Singapur: Red Bull mit Bestzeit & Rekord

Red Bull und Ferrari setzen Mercedes im 1. Training unter Druck. Schon jetzt neuer Formel-1-Streckenrekord in Singapur.
von Stephan Heublein

Motorsport-Magazin.com - Die Formel 1 ist zurück in Singapur: Das Nachtrennen auf dem Marina Bay Street Circuit gehört seit 2008 zu den Highlights jeder F1-Saison. Zur Feier des zehnjährigen Jubiläums gaben die Veranstalter vor dem 1. Freien Training eine Vertragsverlängerung um weitere vier Jahre bekannt - somit gehen die F1-Stars mindestens bis 2012 unter dem Scheinwerferlicht an den Start. Im 1. Training für den Großen Preis von Singapur 2017 (Sonntag 14:00 Uhr live auf RTL, Sky und im Motorsport-Magazin.com Live-Ticker) blieben die Flutlichter jedoch zunächst aus. Red Bull-Pilot Daniel Ricciardo eröffnete das 14. Rennwochenende des Jahres mit der ersten Bestzeit.

Ricciardo hängt Vettel & Verstappen ab

Die Platzierungen: In 1:42.489 Minuten fuhr Ricciardo die schnellste Rundenzeit des 1. Freien Trainings. Damit unterbot der Australier auch den bisherigen absoluten Streckenrekord auf dem Straßenkurs in Singapur. Diesen hielt bislang Nico Rosberg in 1:42.564 Minuten, gefahren im Q3 2016. Dicht auf den Fersen war ihm Sebastian Vettel. Der Ferrari-Pilot belegte mit einem Zehntel Rückstand Platz zwei - hauchdünn vor Max Verstappen im zweiten Red Bull.

Mercedes hatte wie erwartet zu kämpfen. WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton kam mit gut vier Zehnteln Rückstand auf die Bestzeit auf Platz vier. Sein Teamkollege Valtteri Bottas klagte im Funk über das Fahrverhalten seines Silberpfeils und belegte hinter Sergio Perez im Force India Platz sechs. Der Finne, dessen Mercedes-Vertrag vor dem Wochenende bis Ende 2018 verlängert wurde, hatte fast eine Sekunde Rückstand auf Ricciardos Rundenrekord. Kimi Räikkönen, Fernando Alonso, Nico Hülkenberg und Daniil Kvyat rundeten die Top-10 des 1. Trainings ab. Pascal Wehrlein belegte hinter seinem Sauber-Teamkollegen den 20. Und letzten Rang.

Die Technik: Die Teams haben für den Stadtkurs in Singapur ihre "High-Downforce"-Pakete mitgebracht. So warten unter anderem Force India und Mercedes mit einer neuen Finnenkonstruktion auf. Auf dem Papier gehen Red Bull und Ferrari als Favoriten in das Wochenende. Ihnen kamen in diesem Jahr Strecken, auf denen viel Abtrieb gefragt ist, eher entgegen. Mercedes hatte hier hingegen mehr Schwierigkeiten, allen voran in Monaco. Technikdirektor James Allison geht jedoch davon aus, dass das Team den falsch eingeschlagenen Setupweg von Monaco verstanden hat und seitdem mehr über den F1 W08 gelernt hat. Bei Williams gab es unterdessen technische Probleme am Getriebe von Lance Strolls Auto, weshalb das Team dieses vorsichtshalber wechselte. Vorher konnte der Kanadier nur elf Runden absolvieren.

Wilde Spekulationen im Fahrerlager

Die Zwischenfälle: Auf der Strecke blieb es während der ersten 90 Trainingsminuten des Rennwochenendes relativ ruhig für einen Straßenkurs. Dafür geht es im Fahrerlager von Singapur umso heißer zu: Bereits vor dem Training gab Nico Rosberg bekannt, dass er ab sofort eine Managementrolle bei Ex-F1-Fahrer Robert Kubica übernimmt. Er möchte dem Polen dabei helfen, 2018 wieder in der Königsklasse des Motorsports an den Start zu gehen. "Robert und Lewis sind die schnellsten Fahrer, gegen die ich je gefahren bin", sagte Rosberg. "Umso mehr freue ich mich darauf, Roberts Weg zurück in die Formel 1 zu begleiten." Noch mehr Neuigkeiten werden nach dem Training erwartet - dann soll es zum großen Motoren-Tausch zwischen McLaren, Toro Rosso, Honda und Renault kommen...

Das Wetter: Singapur gehört in jedem Jahr zu den härtesten Rennen der Saison - sowohl für die Fahrer als auch die Teams. Die schwüle Hitze setzt allen im Paddock zu, die vielen Kurven und das fast an die 2-Stunden-Grenze heranreichende Rennen den Fahrern. Ein Regenrennen gab es unter dem Flutlicht des Marina Bay Street Circuit noch nie. Am Freitag regnete es aber immerhin schon einmal einige Stunden vor dem Beginn des 1. Trainings - wie fast jeden Tag in Singapur. Die Strecke war zu Beginn der Session einigen Stellen vielleicht noch minimal feucht, aber die Fahrer konnten alle mit Slicks ausrücken.


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