Formel 1

Formel 1: Die neuen Boliden der Generation 2017 im großen Rundenzeiten-Check

Die Saison 2017 sah eine Revolution der Boliden. Die Rundenzeiten sollten purzeln. Wurde das Ziel erreicht? Der große Check:
von Chris Lugert

Motorsport-Magazin.com - Breiter, schöner und vor allem schneller sollten die Formel-1-Autos 2017 werden. Die neuen Regeln verschafften den Boliden ein breiteres Bodywork, deutlich breitere Reifen und damit mehr Grip und eine bessere Aerodynamik. Die Zeiten sollten um etwa vier Sekunden schneller werden. Hierbei aber galten jene Zeiten von 2015 als Referenz, da bei der Definition des neuen Reglements Anfang 2016 noch gar keine Vergleichswerte aus jener Saison vorlagen.

Motorsport-Magazin.com zieht zur Saisonhalbzeit ein Fazit der aktuellen Regeln. Wurden die Boliden tatsächlich um gleich mehrere Sekunden schneller? Welche Strecken zeigten einen besonders starken Effekt? Und gab es noch andere Faktoren? Dazu sollen zehn der bislang elf in dieser Saison befahrenen Strecken mit den Vorjahren verglichen werden. Die Strecke in Baku war 2015 noch nicht Teil des Kalenders und liefert daher keine Vergleichsdaten.

Australien GP

Der Albert Park in Melbourne gehört inzwischen zu den Klassikern im Formel-1-Kalender. Die nicht-permanente Rennstrecke ist kein klassischer Stadtkurs, aber auch weit von den modernen Neubau-Strecken entfernt. Charakteristisch sind die vielen Kurven unterschiedlichster Prägung.

2015 2016 2017 Differenz zu 2015 Differenz zu 2016
Pole-Zeit: 1:26.327 (HAM) 1:23.837 (HAM) 1:22.188 (HAM) -4,139s / -4,79% -1,649s / -1,97%
Schnellste Rennrunde: 1:30.945 (HAM) 1:28.997 (RIC) 1:26.538 (RAI) -4,407s / -4,85% -2,459s / -2,76%

Als Lewis Hamilton in diesem Jahr eine 1:22.188 in den Asphalt brannte und mit dieser Zeit auf die Pole-Position fuhr, war zunächst eine kleine Enttäuschung vernehmbar. Wie, nur 1,7 Sekunden schneller als im Vorjahr? Das mag richtig gewesen sein, doch der Unterschied zu 2015 war mit 4,2 Sekunden exakt in dem Bereich, den das neue Reglement bringen sollte. Der große Sprung gelang eher von 2015 zu 2016, und das trotz kaum veränderter Boliden. Wie konnte das sein?

Ein Phänomen, welches auf einigen anderen Strecken auch erkennbar sein wird. Der Grund liegt in einem veränderten Reifen-Reglement, das für 2016 eingeführt wurde. Denn statt nur zwei Reifenmischungen wie noch 2015, konnte Pirelli nun drei Mischungen zu einem Rennen bringen. In Australien bedeutete dies: Zu Medium und Soft aus dem Vorjahr gesellte sich nun auch der Supersoft. Die Zeiten purzelten extrem.

Für 2017 ging Pirelli nominell noch eine Stufe weicher, brachte den Ultrasoft statt des Medium-Reifens. Doch kalkulierten die Italiener im Zuge der neuen Regeln konservativ und bauten die Reifen härter als im Vorjahr, so dass der Ultrasoft mit dem Supersoft der Vorsaison zu vergleichen war. Damit waren die 1,7 Sekunden Zeitenverbesserung zu 2016 als durchaus faktisch zu betrachten, wenngleich auch immer äußere Faktoren wie Wetterbedingungen zu berücksichtigen sind.

Das Ziel, vier Sekunden schneller zu sein als 2015, wurde in jedem Falle erreicht. Beeindruckend war besonders die Rennpace. Die schnellste Rennrunde von Kimi Räikkönen war 4,4 Sekunden schneller als die Bestmarke von Lewis Hamilton aus 2015.

In Australien feierten die neuen Boliden Premiere - Foto: Red Bull

China GP

Der Shanghai International Circuit hat eine Besonderheit zu bieten, die den neuen Autos nicht so gelegen kommt: eine sehr lange Gerade. Durch die Breite der Boliden ist der Luftwiderstand größer, die Autos verlieren auf der Geraden an Höchstgeschwindigkeit. Fünf Stundenkilometer betrug der Unterschied im Qualifying im Vergleich zu 2016. Doch der Zielvorgabe tat das keinen Abbruch, zumal Sektor eins und zwei vor allem aus Kurven bestehen.

2015 2016 2017 Differenz zu 2015 Differenz zu 2016
Pole-Zeit: 1:35.782 (HAM) 1:35.402 (ROS) 1:31.678 (HAM) -4,104s / -4,28% -3,724s / -3,9%
Schnellste Rennrunde: 1:42.208 (HAM) 1:39.824 (HUL) 1:35.378 (HAM) -6,830s / -6,68% -4,446s / -4,45%

Der diesjährige China GP war besonders am Freitag eine ziemlich feuchte Angelegenheit. Immerhin am Samstag blieb es im Qualifying dann trocken - und die Zeiten waren überragend. 1:31.678 von Lewis Hamilton, wobei Sebastian Vettel ohne einen Fehler im Schlussabschnitt wohl noch etwas hätte zulegen können. Im Gegensatz zu Australien wurden in China dieselben Reifen verwendet wie bereits 2016, also im Vergleich leicht härtere Mischungen.

In China fiel der Unterschied auf eine Runde zwischen 2015 und 2016 geringer aus, wenngleich die Rennpace schon deutlich schneller war. In diesem Jahr gelang noch einmal ein Sprung nach vorne - fast sieben Sekunden war Hamilton im Rennen schneller als vor zwei Jahren. Fazit: Ziel erreicht.

In China sorgte vor allem Max Verstappen für Aufsehen - Foto: Sutton

Bahrain GP

Strecken in der Wüste sind immer etwas anders, da der Sand auf der Strecke eine wichtige Rolle spielen kann, ebenso der Wind, der ebenjenen Sand auch gerne auf die Strecke bläst. Das Layout des Bahrain International Circuit ist geprägt von einigen langen Geraden und einem kurvigen Mittelsektor. Daher fällt der Unterschied auch nicht so deutlich aus, wie auf den beiden vorherigen Strecken.

2015 2016 2017 Differenz zu 2015 Differenz zu 2016
Pole-Zeit: 1:32.571 (HAM) 1:29.493 (HAM) 1:28.769 (BOT) -3,802s / -4,11% -0,724s / -0,81%
Schnellste Rennrunde: 1:36.311 (RAI) 1:34.482 (ROS) 1:32.798 (HAM) -3,513s / -3,65% -1,684s / -1,78%

Nicht einmal eine Sekunde war Valtteri Bottas' Qualifying-Bestzeit schneller als jene von Lewis Hamilton 2016. Lange Geraden mit geringerem Topspeed, dazu dieselben Reifenmischungen wie 2016, die damit aber in der Konstruktion härter waren, sind der Grund. Doch der Vergleich zu 2015 mit fast vier Sekunden ist wiederum im Bereich dessen, was angepeilt wurde. Hier ist wieder das Phänomen aus Australien erkennbar, als besonders der Sprung von 2015 auf 2016 eklatant war. Über drei Sekunden war man im Qualifying schneller. Kein Wunder, wurde - wie in Melbourne - aufgrund des neuen Reifen-Reglements 2016 mit dem Supersoft eine weichere Reifenmischung zum Bahrain GP gebracht.

Auch in der Wüste überzeugten die neuen Autos - Foto: Mercedes-Benz

Russland GP

Recht ähnlich wie in Bahrain zeigte sich das Bild in Russland. Eine Strecke mit einigen Geraden, aber wenigen schnellen Kurven durchzieht den Olympiapark von Sochi. Doch dank der Reifen ist auch hier der obligatorische Speed-Unterschied von vier Sekunden im Vergleich zu 2015 erreicht worden.

2015 2016 2017 Differenz zu 2015 Differenz zu 2016
Pole-Zeit: 1:37.113 (ROS) 1:35.417 (ROS) 1:33.194 (VET) -3,919s / -4,04% -2,223s / -2,33%
Schnellste Rennrunde: 1:40.071 (VET) 1:39.094 (ROS) 1:36.844 (RAI) -3,227s / -3,22% -2,250s / -2,27%

Ziemlich genau jene vier Sekunden war Sebastian Vettel im Qualifying schneller als Nico Rosberg vor zwei Jahren, als das Rennen jedoch auch noch im Herbst stattfand. Anders als in China und Bahrain ging Pirelli für den extrem glatten Asphalt in Sochi eine Nummer weicher als vergangenes Jahr und brachte den Ultrasoft. Gerade der lila Reifen wurde aufgrund seiner Härte jedoch kritisiert. Immerhin waren die Reifen damit etwa auf dem Niveau des Vorjahres, wodurch eine Verbesserung von 2,3 Sekunden im Vergleich zu 2016 erreicht wurde. Deutlich mehr noch, als in Bahrain.

In Russland gewann Valtteri Bottas sein erstes Formel-1-Rennen - Foto: Sutton

Spanien GP

In Barcelona wurde es für die neuen Autos dann erstmals so richtig ernst. Der Circuit de Catalunya gilt als guter Parameter für die Leistungsfähigkeit eines Autos, biete er doch eine extrem lange Gerade und viele schnelle und auch langsamere Kurven. Bei den Wintertestfahrten kam Kimi Räikkönen mit einer 1:18.634 nah an den absoluten Streckenrekord heran. Beim Rennwochenende aber blieb diese Marke unerreicht.

2015 2016 2017 Differenz zu 2015 Differenz zu 2016
Pole-Zeit: 1:24.681 (ROS) 1:22.000 (HAM) 1:19.149 (HAM) -5,532s / -6,53% -2,851s / -3,48%
Schnellste Rennrunde: 1:28.270 (HAM) 1:26.948 (KVY) 1:23.593 (HAM) -4,677s / -5,3% -3,355s / -3,86%

Die 1:18er Marke blieb ein knapp verfehlter Traum, Lewis Hamilton fuhr eine 1:19.149. Denn während bei den Testfahrten alle Reifen zur Verfügung standen, ging Pirelli für den Grand Prix kein Risiko ein und brachte wie im Vorjahr die drei härtesten Mischungen. Dennoch war Hamiltons Zeit die schnellste jemals gefahrene Rundenzeit an einem Formel-1-Wochenende auf dieser Strecke. Verbesserung gegenüber 2015? Satte 5,5 Sekunden! Auch die Pace im Rennen war verglichen mit den Vorjahren eklatant besser. Spätestens in Spanien hatte die neue Formel 1 bewiesen, wozu sie in der Lage war.

Vettel und Hamilton lieferten sich ein enges Duell in Katalonien - Foto: Sutton

Monaco GP

Mit den Werten aus Spanien konnte der Monaco GP nicht mithalten. Das war auch wenig verwunderlich. Zwar verlangen die engen Kurven viel Grip, doch mangelt es im Fürstentum an schnellen Kurven, wodurch die Aerodynamik ihre Vorzüge nicht gut ausspielen kann. Dennoch waren die Zeiten auch in Monaco beeindruckend.

2015 2016 2017 Differenz zu 2015 Differenz zu 2016
Pole-Zeit: 1:15.098 (HAM) 1:13.622 (RIC) 1:12.178 (RAI) -2,920s / -3,89% -1,444s / -1,96%
Schnellste Rennrunde: 1:18.063 (RIC) 1:17.939 (HAM) 1:14.820 (PER) -3,243s / -4,15% -3,119s / -4%

Gleich die Bestzeit im ersten Training war schneller als die Pole-Zeit des Vorjahres. Dabei war dies bei weitem noch nicht das Maximum, denn gefahren wurde die Freitagsbestzeit von Lewis Hamilton, der in Monaco kein gutes Wochenende erwischen sollte. Tatsächlich fuhr Kimi Räikkönen tags darauf zur Pole, eine 1:12.178 stand zu Buche.

Die Verbesserung zu 2015 betrug aus oben genannten Gründen jedoch keine drei Sekunden, im Vergleich zu 2016 waren es "nur" 1,5 Sekunden. Zudem war auch hier der Faktor Reifen gegeben. Dieselben Mischungen wie 2016 bedeuteten schlussendlich eine härtere Konstruktion.

Große Herausforderung: Die breiteren Autos zwischen den Leitplanken - Foto: Sutton

Kanada GP

Eine ganz andere Strecke wartete in Montreal auf die Formel 1. Bekanntermaßen geht es dort fast nur Vollgas, lange Geraden dominieren das Layout. Für die neuen Boliden kein wirklich präferierter Spielplatz. Und das zeigte sich auch bei den Zeiten. Es sollte - abgesehen von Monaco - der bislang geringste Unterschied in dieser Saison werden.

2015 2016 2017 Differenz zu 2015 Differenz zu 2016
Pole-Zeit: 1:14.393 (HAM) 1:12.812 (HAM) 1:11.459 (HAM) -2,934s / -3,94% -1,353s / -1,86%
Schnellste Rennrunde: 1:16.987 (RAI) 1:15.599 (ROS) 1:14.551 (HAM) -2,436s / -3,16% -1,048s / -1,39%

Im Vergleich zu seiner eigenen Pole-Zeit von 2015 war Lewis Hamilton in dieser Saison 2,9 Sekunden schneller. Die Höchstgeschwindigkeit, die in Kanada entscheidend ist, war im Vergleich zum Qualifying vor zwei Jahren etwa fünf km/h langsamer, im Gegensatz zum Vorjahr um etwa zwei bis drei km/h. 2015 gab es jedoch noch keine Ultrasoft-Reifen, die in diesem Jahr genutzt worden sind.

Dass auf einer recht kurzen Fahrzeit von 71 Sekunden dennoch ein Unterschied von fast drei Sekunden herauskam, spricht für die neuen Autos. Im Rennen dagegen war die Differenz noch geringer als in Monaco, zwischen der schnellsten Rennrunde 2015 und jener in diesem Jahr lagen gerade einmal 2,4 Sekunden.

Auch in Kanada purzelten die Zeiten - Foto: Sutton

Österreich GP

Auf der Strecke mit der kürzesten Fahrzeit und mit gerade einmal neun Kurven konnte der Unterschied gar nicht so groß sein? Und ob! Im Qualifying näherte sich Polesetter Valtteri Bottas gefährlich nahe der 60-Sekunden-Grenze. Die Höchstgeschwindigkeit kam den Boliden im Vergleich zu 2015 sogar entgegen.

2015 2016 2017 Differenz zu 2015 Differenz zu 2016
Pole-Zeit: 1:08.455 (HAM) 1:07.922 (HAM) 1:04.251 (BOT) -4,204s / -6,14% -3,671s / -5,4%
Schnellste Rennrunde: 1:11.235 (ROS) 1:08.411 (HAM) 1:07.411 (HAM) -3,824s / -5,37% -1,000s / -1,46%

Anders als noch in Kanada, wo 2015 die höchsten Geschwindigkeiten der letzten drei Jahre gemessen wurden, waren es in Österreich die geringsten. Der Topspeed war also kein Gegenargument in diesem Falle, sondern ein Baustein für die neuen Boliden. In Spielberg kommt zudem hinzu, dass der Asphalt nach dem Rennen vor zwei Jahren runderneuert wurde, was ohnehin schon mehr Grip bedeutet. Daher wirken die 4,2 Sekunden Unterschied kaum verwunderlich.

Schon vergangene Saison war man deutlich schneller, die schnellste Zeit im Qualifying aber wurde in Q2 gefahren, bevor der Regen kam. Diese war eine 1:06.228 und damit ziemlich genau zwei Sekunden langsamer als in diesem Jahr. Verglichen mit 2016 waren die Topspeeds bei der Veranstaltung anno 2017 dann aber auch wieder geringer.

Action satt auch in Österreich - Foto: Sutton

Großbritannien GP

In Silverstone fanden die neuen Autos ein wie für sie geschneidertes Ambiente vor. Besonders die Essess mit Maggots, Becketts und Chapel kamen den neuen Abtriebs-Monstern entgegen. Auch Copse-Corner war plötzlich eine ganz andere Herausforderung. Die Zeiten spiegelten den Unterschied dann auch wider.

2015 2016 2017 Differenz zu 2015 Differenz zu 2016
Pole-Zeit: 1:32.248 (HAM) 1:29.287 (HAM) 1:26.600 (HAM) -5,648s / -6,12% -2,687s / -3,01%
Schnellste Rennrunde: 1:37.093 (HAM) 1:35.548 (ROS) 1:30.621 (HAM) -6,472s / -6,67% -4,927s / -5,16%

Überragende 5,6 Sekunden war Lewis Hamilton auf seiner Pole-Runde in diesem Jahr schneller als 2015. Eine mehr als stolze Marke! Bedingt auch dadurch, dass in diesem Jahr erstmals in Silverstone der Supersoft zum Einsatz kam. Ursprünglich wollte Pirelli ja wieder die drei härtesten Mischungen an den Start bringen, nach der Kritik an den zu harten Reifen entschloss man sich für eine weichere Stufe. Damit konnten es die Fahrer dann so richtig fliegen lassen. Im Rennen war der Unterschied noch eklatanter. Hamiltons schnellste Rennrunde war 6,4 Sekunden schneller als vor zwei Jahren.

Lewis Hamilton dominierte sein Heimrennen - Foto: Sutton

Ungarn GP

Das letzte Rennen vor der Sommerpause fand auf dem Hungaroring statt, eine Strecke, auf der sich Kurve an Kurve reiht. Gefragt vor allem: Grip und Abtrieb. Also genau das, was die neuen Autos en masse zu bieten haben. Ein Umstand, der sich beim Blick auf die Rundenzeiten bestätigt.

2015 2016 2017 Differenz zu 2015 Differenz zu 2016
Pole-Zeit: 1:22.020 (HAM) 1:19.965 (ROS) 1:16.276 (VET) -5,744s / -7% -3,689s / -4,61%
Schnellste Rennrunde: 1:24.821 (RIC) 1:23.086 (RAI) 1:20.182 (ALO) -4,639s / -5,47% -2,904s / -3,5%

Sebastian Vettel fuhr eine echte Traumrunde im letzten Qualifying-Abschnitt in Ungarn. Eine 1:16.276 gab es bis dahin noch nie in Ungarn, eine echte Fabelrunde. Im Vergleich zu 2015 5,8 Sekunden schneller. Auch im Vergleich zum Vorjahr war der Unterschied mit 3,7 Sekunden enorm, denn in Ungarn gibt es kaum lange Geraden, auf denen ein möglicher Verlust an Höchstgeschwindigkeit die Zeitenverbesserung drückt.

In Ungarn fuhr Vettel am Samstag eine Traumrunde - Foto: Sutton

Fazit: Mission erfüllt

Die Formel 1 hat das durch das neue Reglement ausgegebene Ziel, die Rundenzeiten im Vergleich zu 2015 um vier Sekunden zu drücken, fast überall erreicht. Auf jeder bislang in dieser Saison gefahrenen Strecke wurde ein neuer Streckenrekord aufgestellt, in Spanien zumindest für ein reguläres Formel-1-Wochenende. Dennoch gibt es Strecken, auf denen der Unterschied größer ist, als auf anderen.

Die neuen Boliden sind, was den reinen Topspeed betrifft, langsamer geworden. Geht es also nur geradeaus, sind die Fahrzeuge nicht die schnellsten aller Zeiten. Doch in der Formel 1 war Abtrieb schon immer ein essentieller Bestandteil. Und die neuen Regeln zeigen besonders auf aerodynamisch anspruchsvollen Strecken, wie groß der Sprung ist. So waren es in Ungarn fast sechs Sekunden Differenz zwischen der schnellsten Runde 2015 und jener in diesem Jahr.

Doch es sind nicht nur die Autos alleine, die für den Unterschied sorgen. 2015 gab es nur zwei Reifenmischungen pro Rennen, seit vergangenem Jahr drei. Somit war der Sprung von 2015 zu 2016 teilweise größer, als von 2016 zu dieser Saison. Ganz einfach, weil Pirellis Reifen im vergangenen Jahr deutlich weicher konstruiert wurden und bei den meisten Strecken eine vorher nicht verwendete, weichere Mischung zum Einsatz kam.

Durch die Bank weg berichteten die Fahrer, dass es in diesem Jahr schwerer geworden ist, die Autos zu fahren. Auf eine Runde mag sich dies vielleicht noch nicht so auswirken. Doch die schnellsten Rennrunden zeigen, dass die Fahrer auch am Sonntag deutlich schneller unterwegs sind, als noch vor zwei Jahren - trotz Spritsparens und Reifenschonens. Die sportlichen Anforderungen sind gestiegen, alleine schon deshalb haben sich die neuen Regeln gelohnt.


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