Formel 1

Briten-Talent darf aktuellen Mercedes testen

Spätestens nach dem Ungarn GP dieses Jahr wird jeder Formel-1-Fan den Namen George Russell kennen. Der Brite gibt sein offizielles Streckendebüt für Mercedes.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - In diesem Jahr wird ein noch relativ unbekanntes Gesicht Platz nehmen am Steuer des aktuellen Formel-1-Mercedes. George Russell absolviert am 1. und 2. August für die Silberpfeile den zweitätigen Test auf dem Hungaroring. Das gab Mercedes an diesem Samstag am Rande des Aserbaidschan Grand Prix offiziell bekannt.

Es wird die erste Bewährungschance für Russell in einem Auto der aktuellen Generation. Bei einem offiziellen Test war der Brite zuvor noch nie zum Einsatz gekommen. Aber: Der 19-jährige sammelte Anfang April bei einem privaten Test in Portimao seine ersten Erfahrungen am Steuer eines Silberpfeils, dem W06 aus der Saison 2015.

So aufgeregt

Russell über seine Premiere: "Ich bin so aufgeregt, den W08 testen zu dürfen. Ich bin wahrscheinlich mehr virtuelle Runden mit dem Auto gefahren als jeder andere. Jetzt wird es unglaublich, das Auto in der Realität zu fahren!" An diesem Wochenende begleitet der aktuelle GP3-Fahrer das Team in Baku, um noch mehr Wissen über die komplexen Abläufe in der Formel 1 aufzusaugen.

Russell gehört seit Anfang 2017 zum Nachwuchsprogramm von Mercedes. Doch schon seit 2016 testete er unter dem Radar der Öffentlichkeit im hauseigenen Simulator in Brackley. "Meine größte Priorität ist es, gute Arbeit für das Team abzuliefern", sagte er vor seinem realen Einsatz. "Ich muss alle Programmpunkte der Ingenieure abhaken und sicherstellen, dass wir das Beste aus dem Auto und unseren beiden Testtagen herausholen."

Rookie in der GP3

Russells Hauptfokus liegt in diesem Jahr auf der GP3-Serie. Dort startet das Talent in seiner Rookie-Saison für ART Grand Prix. Die beiden bisherigen Rennen in Spanien beendete er auf den Plätzen vier und fünf. In der Saison 2016 holte er den dritten Gesamtplatz in der Formel-3-Europameisterschaft als bester Nicht-Prema-Fahrer hinter Champion Lance Stroll und Maximilian Günther.

Mercedes hält große Stücke auf den jungen Briten. Der Test nach dem Rennwochenende in Ungarn ist ein guter Beleg. Denn: Testfahrten während der Saison sind in der heutigen Formel 1 eine Seltenheit. Das sportliche Reglement erlaubt pro Team und Saison nur je vier Testtage. An zwei dieser vier Tage muss zudem ein Fahrer am Steuer sitzen, der in seiner Karriere nicht mehr als zwei F1-Rennen bestritten hat.

George Wer?

In Deutschland ist Russell weitestgehend unbekannt, in Großbritannien gilt er nach Lando Norris als hoffnungsvollstes Talent dieser Tage. 2ß16 gelangte er verstärkt in den Fokus, als er die Formel 3 EM als Dritter abschloss - und sich als einer der wenigen Fahrer öffentlich darüber beschwerte, Prema würde Lance Stroll mittels Teamorder zum Titelgewinn verhelfen.

Russell stammt aus einer Familie mit motorsportlichem Hintergrund. Bruder Benjamin gewann 2007 die Rotax-Kartweltmeisterschaft, schaffte aber nicht den Sprung in den Formelsport und kümmerte sich fortan um die Ausbildung von Nachwuchsrennfahrern. Dem kleinen Bruder George hingegen gelang der Aufstieg - und das jetzt sogar bis ins Formel-1-Auto des Weltmeister-Teams.


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