Formel 1

Nach Kimi-Kritik: Neue Überrundungs-Regel für Baku

Im Streit um die blauen Flaggen hat die Rennleitung nun ein Einsehen: Die zu überrundenden Piloten erhalten nun früher blaue Flaggen.
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Die Top-Piloten haben nun was sie wollen - zumindest teilweise. Vor dem Aserbaidschan GP in Baku hat die Rennleitung bekanntgegeben, dass die Überrundungs-Regel geringfügig angepasst wird. Die zu überrundenden Piloten erhalten demnach nun früher das Signal, die schnelleren Piloten vorbeizulassen.

Kimi Räikkönen wünscht sich früher blaue Flaggen - Foto: Sutton

Konkret wird der Abstand, der nötig ist, von 1,0 auf 1,2 Sekunden angehoben. Befindet sich nun ein Fahrer 1,2 Sekunden oder weniger hinter einem zu überrundenden Piloten, erhält der Langsamere über das Marshalling-System sofort ein Flaggen-Signal ins Cockpit. Gleichzeitig schalten auch die entsprechenden Leucht-Tafeln am Streckenrand um und die Marshalls schwenken wie gewohnt die blauen Flaggen.

Danach hat der langsamere Pilot bis zur ersten Möglichkeit Zeit, den Überrundenden vorbeizulassen. Damit die Piloten nicht vom Signal überrascht werden, erhalten sie beim Abstand von 3,0 Sekunden eine Warnung. Diese Zeit wurde nicht angepasst. Die Messungen erfolgen übrigens nicht nur einmal pro Sektor, sondern permanent in den Mini-Sektoren, die rund 200 Meter lang sind.

Vor allem Kimi Räikkönen hatte sich nach dem Monaco GP über die Überrundungen beschwert. Hinter Jenson Button und Pascal Wehrlein verlor er zu Beginn seines zweiten Stints entscheidende Zeit, die ihn womöglich den Rennsieg kostete. In Kanada sah sich die Rennleitung jedoch noch nicht dazu veranlasst, die Regeln zu ändern.

Überrundungs-Regel seit 2016

Nicht nur Räikkönen forderte allerdings eine Anpassung der Regel, auch andere Piloten machten sich für einen größeren Abstand stark. Durch die neue Auto-Generation ist es deutlich schwieriger, zum Vordermann aufzuschließen. Die Luftverwirbelungen haben einen größeren Effekt.

Eingeführt wurde die 1-Sekunden-Regel im vergangenen Jahr beim US GP in Austin, nachdem es beim Japan GP zwei Wochen zuvor zu mehreren Zwischenfällen gekommen war. Zuvor gab es keine genauen Daten, anhand derer blaue Flaggen geschwenkt wurden. Durch die neue Regel sollte Schluss mit einem Ermessungsspielraum sein.


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