Formel 1

Sergio Perez: Nächstes Baku-Podium für Force India drin, Red Bull schlagbar

Sergio Perez sieht sich nach seiner Gala im Vorjahr in Baku auch 2017 stark aufgestellt. Augenhöhe mit Red Bull? Unbedingt! Doch damit längst nicht genug:
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Sergio Perez gilt in der Formel 1 als der Mann, der immer da ist wenn die Großen schwächeln. Nicht nur einmal staubte der Mexikaner in Diensten Force Indias auf diese Weise sogar Podien ab. Beim Europa GP 2016 in Baku allerdings pilotierte Perez seinen Boliden aus eigener Kraft auf das Podest, lieferte eine überragende Vorstellung. Schon im Qualifying hatte sich 'Checo' als Zweiter qualifiziert, musste das Rennen wegen einer Gridstrafe jedoch als Siebter aufnehmen. Von dort kämpfte Perez sich sensationell zurück bis auf Platz drei.

An sich sollten wir wieder in der Lage sein, hier ein Wörtchen um das Podium mitreden zu können!
Sergio Perez

Umso besser gelegen kommt Perez jetzt der 2017 aus Vermarktungsgründen als Aserbaidschan GP firmierende achte Saisonlauf. Ein Podium hat sich der Mexikaner in diesem Jahr bislang noch nicht erstreiten können. Auch nicht am vergangenen Rennwochenende in Kanada als Force India gleich mit beiden Piloten kräftig am Treppchen schnüffelte. Schlägt Perez' große Stunde also erneut am Ort der Vorjahresgala?

Der Kurs schien zu unserem Auto zu passen, und ich glaube nicht, dass ich durch die neue Generation daran etwas geändert hat.
Sergio Perez

Der Mexikaner geht jedenfalls mehr als nur selbstbewusst in den Grand Prix. "Es war das beste Wochenende des ganzen Jahres", sagt Perez über Baku 2016. "Der Kurs schien zu unserem Auto zu passen, und ich glaube nicht, dass ich durch die neue Generation daran etwas geändert hat", stellt Perez klar. Sein Ziel? Nicht geringer als eine Bestätigung des Vorjahresresultats. Perez: "Ich erwarte einen harten Kampf mit Williams, aber an sich sollten wir wieder in der Lage sein, hier ein Wörtchen um das Podium mitreden zu können! Wenn es ein Rennen gibt, bei dem wir stark sind, dann hier. Ich gehe davon aus, dass wir auf Augenhöhe mit Red Bull Racing fahren. Ich denke, wir können um ein paar Big Points kämpfen!"

Wissenswertes über den Baku GP: (00:52 Min.)

Force India attackiert Red Bull Racing

Genau das gelang Force India zuletzt ohnehin mehr als nur regelmäßig. Ausgenommen die bittere Nullnummer in Monaco punktete das mit Abstand beste Mittelfeldteam in den vergangenen vier Rennen sogar immer besser als Red Bull: Vier Zähler mehr in Russland, sieben mehr in Spanien und drei mehr in Kanada. Die Folge: In der Konstrukteurswertung sitzt Force India Red Bull näher im Nacken als hinten Toro Rosso lauert.

Wenn es ein Rennen gibt, bei dem wir stark sind, dann hier. Ich denke, wir können um ein paar Big Points kämpfen!
Sergio Perez

"Ingesamt bin ich mit meinen Leistungen in diesem Jahr zufrieden. Ich habe mit Ausnahme des Monaco GP in jedem Rennen das Maximum geholt. Das Team macht ebenfalls einen hervorragenden Job - wie schon im vergangenen Jahr", lobt Perez die starke Form seiner Truppe. Insbesondere die Konstanz sei der Schlüssel für die aktuell sehr gute Ausgangslage. "Wir sind von all diesen Teams im starken Mittelfeld am konstantesten. Das zeigt sich auch in der WM", sagt Perez.

Ein Stück weit hänge jedoch auch die Form Force Indias von den verschiedenen Streckenlayouts und -belägen ab. Grundsätzlich sehe er sein Team auf Augenhöhe mit Williams. "Toro Rosso mischt sich je nach Streckenlayout auch ein", sagt Perez. Doch machen diese Teams eben weit weniger aus ihren Möglichkeiten als Perez' Arbeitgeber.

Großer Jubel bei Force India in Baku 2016: Podium für Sergio Perez! - Foto: Force India

Perez erklärt: Darum ist Force India in Baku eine Macht

In Aserbaidschan sollte die Konkurrenz Perez zufolge jedoch nicht einmal eine Gelgenheit bekommen, aufzuholen. Dazu vertraut der Mexikaner zu sehr in die Qualitäten seines Force India VJM10 auf den Straßen des Baku City Circuits. "Wegen der ganzen Mauern weht hier kaum Wind, das ist gut für uns. Die Piste ist sehr glatt und mit solchen Oberflächen kommen wir auch gut zurecht", schildert Perez die Gründe für seine hohe Erwartungshaltung.

Noch dazu sei der Kurs wie für ihn gemacht. "Die Runde hier ist sehr lang, Fehler wirken sich daher besonders gravierend aus (da im Qualifying nur wenige Runs möglich, Anm. d. Red.). Du musst sehr auf die Reifentemperaturen achten. Ich fahre gerne hier, weil ich es für eine tolle Herausforderung halte, fehlerfrei zu fahren", sagt Maßarbeiter Perez.

Wir glauben fest daran, auch in diesem Jahr eine starke Performance abzuliefern
Vijay Mallya

Als dritten Grund für den Optimismus nennt Perez die extrem starke Kanada-Form. "Das Auto war schnell und wir waren konkurrenzfähig. Das ist ein gutes Zeichen für Baku, was eine weitere Strecke mit langen Geraden und harten Bremszonen ist", sagt Perez. Force-India-Boss Vijay Mallya teilt die Zuversicht seines Piloten uneingeschränkt, das Team habe seit Saisonstart beachtliche Fortschritte erzielt. "Und wir haben bisher an jedem Wochenende weitere Entwicklungen gebracht. All die harte Arbeit zahlt sich aus, ich bin sehr stolz auf unsere Ergebnisse. In Baku hat das Team schon immer vergangenen Jahr ein gutes Rennen erwischt und wir glauben fest daran, auch in diesem Jahr eine starke Performance abzuliefern", sagt Mallya.

Perez: Team-Zoff mit Ocon ausgeräumt

"Ich denke, wir werden in guter Verfassung sein", bestätigt Perez. Der jüngste Kanada-Zoff mit Teamkollege Esteban Ocon unterdessen sei vollständig ausgeräumt, versichert Perez. "Ich habe ihn in der Woche angerufen und es geklärt. Wir sind bereit für ein neues Wochenende", bestätigt Ocon. Und da erwartet der Franzose nicht weniger als sein Teamkollege: "Mein Ziel ist es, auf dem Podium anzukommen. Wenn wir hier ein großartiges Auto haben - warum sollten wir das nicht erreichen?"

Teamorder soll es dabei bei Force India indessen weiter nicht geben. "Wir dürfen frei fahren", stellt Perez klar. Zuletzt hatte die Teamführung noch angekündigt, die Herangehensweise nach Kanada gegebenfalls adaptieren zu wollen. Ob daraus nun tatsächlich nichts geworden ist, wird sich abschließend jedoch erst im Rennbetrieb zeigen.


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