Formel 1 / Interview

Dr. Helmut Marko empfiehlt Mercedes bessere Strategie

Red Bull präsentiert sich im Rennen deutlich verbessert, hat aber technische Probleme. Dr. Helmut Marko analysiert den Australien GP.
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Sind Sie mit dem Rennen zufrieden?
Dr. Helmut Marko: Wir sind mit dem Renn-Speed zufrieden.

Warum ist der Speed im Rennen viel besser als im Qualifying?
Dr. Helmut Marko: Weil wir keinen Quali-Modus haben, die anderen können zusätzliche fünf Zehntel aktivieren, wie man zwischen Q2 und Q3 gesehen hat. Außerdem waren wir mit unserer Autoabstimmung nicht am Optimum, Verstappen ist im Rennen ein paar Mal quer gestanden, aber der Reifenverschleiß ist super. Das Setup war im Rennen noch immer nicht optimal, vor allem im ersten Stint waren wir mit vollen Tanks noch zu langsam, im zweiten Stint mit weniger Benzin ist es gegangen. Wir wissen, wo die Schwächen im Auto sind, und daran wird Tag und Nacht gearbeitet.

Warum hat Verstappen am Ende nicht Räikkönen angegriffen?
Dr. Helmut Marko: Wir haben unterschiedliche Meldungen bekommen, wie viel Bremse Max noch hatte, und haben gesagt, wir riskieren nichts, keine Attacke. Reifen-, motor- und benzinmäßig wollten wir die letzten fünf Runden angreifen und es war nicht leicht, Max beizubringen, dass wir es doch nicht machen.

Der Herr Wolff muss taktisch besser schauen, wo er sein Auto wieder rausschickt
Dr. Helmut Marko

Was war bei Ricciardo los?
Dr. Helmut Marko: Vor dem Start zwei Sensorprobleme mit dem Getriebe und im Rennen kein Benzindruck mehr. Unsere Mechaniker haben drei Nächte durchgearbeitet und so etwas sollte nicht passieren, aber in der ganzen Hektik denke ich, dass es im Zuge dieser Nachtschichtarbeiten passiert ist.

Wie schnell kann Red Bull den Rückstand auf Mercedes und Ferrari aufholen?
Dr. Helmut Marko: Chassismäßig schätze ich in drei Rennen. Motormäßig dauert es länger, leider bis Montreal.

Verstappen hat Hamilton hinter sich gehalten und Vettel den Sieg ermöglicht. Haben Sie ihn absichtlich länger draußen gelassen?
Dr. Helmut Marko: Wir sind ja schnelle Rundenzeiten gefahren und fahren unser eigenes Rennen. Der Herr Wolff muss taktisch besser schauen, wo er sein Auto wieder rausschickt.

Warum gab es bei Toro Rosso einen Positionswechsel?
Dr. Helmut Marko: Kvyat hatte Druckverlust am Motor und musste zwei Mal nachfüllen, sonst wäre das Getriebe nicht mehr gegangen. Alle Piloten hatten eine extra Druckluftflasche, aber bei Kvyat mussten wir nachfüllen.

Finden Sie, dass die Formel-1-Show besser geworden ist?
Dr. Helmut Marko: Das Rennen war gut, man kann ganz klar einen positiven Trend sehen.


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