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Formel 1 / Interview

Für ihn ist es nur ein Videospiel! - Villeneuve: Endlich ist Verstappen bestraft worden

Max Verstappen präsentierte sich in Mexiko erneut von seiner wilden Seite und verlor nach einer Strafe Platz 3. Jacques Villeneuve jubelt über Gerechtigkeit.
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Was ist ihre Meinung zu der Strafe am Ende gegen Max Verstappen?

Jacques Villeneuve: Endlich! Ich meine, ernsthaft. Erinnern wir uns an die erste Runde, an den Start. Aggressives Racing ist wunderbar, aber nur in Kombination mit etwas Hirn, mit Kontrolle, mit Respekt. So wie es etwa Ricciardo macht: Alle seine Überholmanöver waren aggressiv aber clever und gut überlegt - aber für Verstappen ist es nur ein Videospiel, er geht einfach in die Mitte wie eine Bowlingkugel und schaut ob es sich ausgeht. Und der Höhepunkt ist, er greift eben so den Piloten an, der gerade um die Meisterschaft kämpft. Die Formel 1 gibt es seit mehr als 50 Jahren und es gibt Regeln, und damit meine ich ja nicht einmal das Rennreglement sondern einfach menschliche Grundregeln, Lebensgrundsätze, an welche man sich halten sollte.

Da läuft etwas gewaltig schief. Und das beginnt langsam aber sicher viele Leute zu stören.
Jacques Villeneuve

Und dann hört er ja noch nicht mal auf sein Team, welches ihm sagt, lass Vettel vorbei. Da läuft etwas gewaltig schief. Und das beginnt langsam aber sicher viele Leute zu stören. Sein Team, die anderen Teams, die Piloten, das ist wirklich nicht förderlich für sein Image. Aber das Problem ist, die FIA beschützt ihn, weil sie denken, er ist gut für die Formel 1 ist. Eigentlich aber ist es das nicht wirklich, es ist genau das Gegenteil, nämlich schlecht. Deshalb sage ich: Endlich, endlich ist er bestraft worden!

Verstappen setzte in Mexiko zu einem riskanten Manöver gegen Rosberg an - Foto: Sutton

Kann man das Manöver von Max mit dem von Hamilton in der ersten Runde vergleichen? Auch er hatte abgekürzt.

Jacques Villeneuve: Ja, das stimmt. Aber Lewis hat keine Position verteidigt, als er abgekürzt hat. Und es gab ein Safety Car gleich danach. Es hatte also keine größeren Auswirkungen. Wenn er aber einen fünf Sekunden Vorteil gehabt hätte, dann hätte auch er eine Strafe verdient gehabt.

Denken Sie, es war die richtige Entscheidung, die Strafe soft nach dem Rennen zu verhängen?

Jacques Villeneuve: Ja, ja absolut! So dass am Podium die drei richtigen Piloten stehen. Das ist doch das Wichtigste. Man will doch so eine Entscheidung keine zwei Stunden später hören. Nein, nein das war schon perfekt so.

Dr. Helmut Marko hat sich sehr über Sebastian Vettel beschwert, weil er beim Anbremsen die Spur gewechselt hat.

Wenn das ein Spurwechsel beim Anbremsen war, dann hat Verstappen das bereits 20 Mal in diesem Jahr gemacht.
Jacques Villeneuve

Jacques Villeneuve: Meine Güte, so nennt er das? Hat er denn beobachtet, was Verstappen bisher das gesamte Jahr gemacht hat? Wenn das ein Spurwechsel beim Anbremsen war, dann hat Verstappen das bereits 20 Mal in diesem Jahr gemacht. Wenn wir ganz Regelkonform sind, ja dann war es ein minimales Anbremsen beim Spurwechseln, aber warum kam es denn dazu? Weil Verstappen ihn blockiert hat. Ich kann also verstehen, warum es dazu kam. Und bisher gab es dafür aber noch keine Strafe, von dem her...

Aber seit Austin haben wir jetzt eine Klarstellung.

Jacques Villeneuve: Trotzdem, es war kein komplett falsches Manöver. Das ist etwas anderes. Da gibt es einfach einen kleinen aber feinen Unterschied.

Was ist ihre Meinung zu Nico Rosbergs Wochenende? Er stand ja sehr unter Druck.

Jacques Villeneuve: Er hat alles in seiner Macht stehende getan und ist ein ordentliches Rennen gefahren. Er hat das getan, was nötig war für die Meisterschaft.


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