Formel 1

Haryanto, der Vandoorne-Bezwinger - Wehrlein: Haryanto stärker als befürchtet

Haushoch würde Pascal Wehrlein seinen Teamkollegen schlagen, hieß es vor Saisonbeginn. Doch nach vier Rennen fällt das teaminterne Duell weniger deutlich aus.
von Haris Durakovic

Motorsport-Magazin.com - Damit hätten wohl vor Saisonbeginn die wenigsten gerechnet. Im Qualifying-Duell zwischen den beiden Manor-Piloten hat Pascal Wehrlein zwar noch die Überhand. Doch sein Teamkollege Rio Haryanto rückt dem Deutschen nahe auf die Pelle. Mit Ausnahme des Bahrain GP, wo der DTM-Champ des Vorjahres eine Gala-Show ablieferte, war es meist ein Wimpernschlag, der die beiden im Quali-Zeitentableau voneinander trennte.

Wehrlein: Haryanto nicht unterschätzen

Ich habe es euch von Anfang an gesagt, dass er nicht so schlecht ist.
Pascal Wehrlein

"Ich habe es euch von Anfang an gesagt, dass er nicht so schlecht ist", sagte Wehrlein gegenüber Motorsport-Magazin.com bei seiner Stippvisite zum DTM-Saisonauftakt in Hockenheim. "Vor allem, nachdem er vergangenes Jahr Vierter in der GP2-Wertung wurde. Und das in einem Team, mit dem man nicht die Meisterschaft gewinnen kann." In der Tat wurde Haryanto außerhalb seiner Heimat Indonesien weit weniger Aufmerksamkeit zuteil als seinem Teamkollegen.

MSM TV: Mercedes-Junior Pascal Wehrlein im Interview: (11:28 Min.)

Ein anderer Youngster, der dieses Jahr sein Renndebüt geben durfte, war McLaren-Reservist Stoffel Vandoorne, bekanntlich GP2-Meister 2015. Und jenen konnte der ehemalige Campos-Pilot Haryanto vergangenes Jahr in drei Rennen bezwingen. "Er hat letztes Jahr Rennen gewonnen", so Wehrlein. "Somit hat er zum Beispiel Vandoorne in einem deutlich besseren Auto mit ART in manchen Rennen geschlagen. Das muss man erstmal schaffen. Dann kann man nicht so ein schlechter Fahrer sein."

Gerade mit den Reifen kann ich extrem viel von Rio lernen.
Pascal Wehrlein

Und Wehrlein streut dem Teamkollegen sogar Rosen. "Gerade mit den Reifen kann ich extrem viel von ihm lernen. Man merkt, dass er mit Pirelli Erfahrung hat", sagte der Deutsche. Dennoch herrscht auch zwischen Haryanto und Wehrlein die gewohnte Konkurrenz zwischen Teamkollegen. "Grundsätzlich geht jeder klar seinen Weg. Jeder hat seine eigene Crew, seine eigenen Mechaniker, seine eigenen Ingenieure", erklärte Wehrlein. "Dann gibt es Meetings, in denen wir zusammensitzen und uns austauschen. Aber zuvor versucht jeder Fahrer, sein Auto nach vorne zu bringen. Am Ende werden die Informationen geteilt."

Fahrervergleich Pascal Wehrlein Rio Haryanto
Qualifying 2 2
WM-Platzierung 20 23
Schnellste Runde 4 0
Bestes Rennergebnis 13 17
Beste Startposition 16 20

Wehrlein am Anfang der Lernkurve

Als Youngster sind die beiden noch am Anfang ihrer Lernkurve. "Ich befinde mich momentan in einer extremen Lernphase", sagte Wehrlein. "Gerade, was die Reifen und das Setup anbelangt, wie man die Reifen im Longrun managt und wie man sie im Qualifying am besten zum Arbeiten bekommt. Damit wir dieses Jahr sehr viele Probleme. Da kann ich sicherlich noch einiges machen." Und um die Probleme in den Griff zu bekommen, hat Manor für das kommende Rennen in Barcelona Upgrades im Gepäck. "Es kommen neue kleinere Updates in Barcelona am Heckflügel, Frontflügel und Unterboden", so Wehrlein.

Die Zielsetzung ist dabei klar: Wehrlein will die beiden Sauber schlagen. "Die letzten Rennen waren wir immer im Kampf mit Sauber. Es wäre schön, wenn wir jetzt den Schritt schaffen könnten, uns vor sie zu setzen", hieß die Kampfansage an den finanziell stark angeschlagenen Schweizer Rennstall. Doch um die beiden Sauber-Piloten zu schlagen, muss erst einmal Teamkollege Haryanto bezwungen werden. Und jener wird Wehrlein das Leben auch in Spanien nicht leicht machen.


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