Formel 1

Ferrari sieht sehr gut aus - Mercedes rechnet mit echtem Kampf gegen Ferrari

Mercedes ist auf der Hut. Ferrari ist über die Winterpause vom Verfolger zum Konkurrenten auf Augenhöhe geworden. Ein Ass hat Mercedes jedoch noch im Ärmel.
von Annika Kläsener

Motorsport-Magazin.com - Der Wunsch, den Bernie Ecclestone unlängst wohl stellvertretend für viele Fans und Aktive geäußert hatte, scheint wahr zu werden. Mercedes rechnet damit, dass Ferrari noch stärker sein wird als im Vorjahr, was für mehr Spannung im WM-Kampf sorgen sollte. "Ehrlich gesagt glaube ich, es wird ein echter Kampf", meinte Lewis Hamilton bei der feierlichen Saisoneröffnung von Mercedes. "Es ist schwierig, das zu sagen, aber ich denke, Ferrari ist gut."

Die Scuderia habe sich seit dem letzten Jahr noch einmal deutlich verbessert und bei den Testfahrten in Barcelona gute Zeiten auf den Longruns erzielt. "Ich denke, sie werden zum ersten Rennen noch mal ein gutes Package bringen. Wir werden einen guten Kampf sehen und das wollen wir auch", erklärte Hamilton.

Nico Rosberg stimmt seinem Teamkollegen zu, betont jedoch auch, dass Mercedes sich nicht auf seinen Lorbeeren ausgeruht hat. "Ferrari ist sehr nah, das wird es aufregend machen", sagte er. "Wir wissen nicht, wie die Benzinstände waren. Aber wir können schätzen. Wir müssen vorsichtig sein."

Ferrari ist sehr nah, das wird es aufregend machen.
Nico Rosberg

Dem Mercedes W07 sehe man allerdings bereits von außen die Innovationen an. "Wir wollen und müssen den anderen immer einen Schritt voraus sein. Denn die können natürlich kopieren. Und dann kommen sie näher und näher. Um vorne zu bleiben, müssen wir Neues bringen", betonte er. "Sachen, die keiner zuvor gesehen hat. Und wir haben davon einiges am Auto."

Er werde nicht so weit gehen zu sagen, dass Mercedes erneut das schnellste Auto hat. "Ferrari war sehr stark, also müssen wir abwarten. Aber wir haben ein super Level mit dem Team", meinte er.

Hamilton und Rosberg stehen Rede und Antwort: (23:39 Min.)

Mercedes bei Testfahrten nicht bis ans Maximum

Auch Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff tat sich schwer, allein aufgrund der Testfahrten eine Prognose zu treffen. "Es ist immer schwierig, nach den Tests zu urteilen. Aber wir hatten eine gute Zuverlässigkeit und haben alles, was wir erreichen wollten, geschafft", meinte er, räumte jedoch ein: "Ferrari sieht sehr gut aus. Es gab einzelne Runden während der Renn- und auch der Qualifyingsimulationen, die uns aufmerksam gemacht haben."

Es gab einzelne Runden während der Renn- und auch der Qualifyingsimulationen, die uns aufmerksam gemacht haben.
Toto Wolff

Wolff stellte zudem im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com klar, dass er nicht nur mit Sebastian Vettel rechnet. "Man darf Kimi Räikkönen nie abschreiben, das ist ein super talentierter Fahrer, der auch Weltmeister geworden ist und sich sicher sehr motivieren wird, einen guten Job abzuliefern und insofern darf man ihn auf keinen Fall abschreiben", betonte Wolff. "Sebastian hat wirklich gute Leistungen erbracht und war im letzten Jahr die Benchmark in dem Team, aber das kann in diesem Jahr auch anders sein."

Die Euphorie über die Testzeiten von Ferrari bremste Wolff, indem er darauf verwies, dass es Mercedes vor allem um Standfestigkeit ging. "Niemand ist am Maximum bei den Testfahrten. Bei uns ging es hauptsächlich darum, auf die Haltbarkeit zu schauen, alle Systeme zu testen, die Korrelation zwischen dem Windkanal und der Simulation und Echtzeitbedingungen zu überprüfen. Da reizt man die Systeme nicht bis zum Ende aus", erläuterte er.

Mercedes hatte während der Testfahrten in Barcelona nur einen Ausfall zu verzeichnen - Foto: Sutton

Mercedes sei sowohl mit der Spritladung als auch der Motorleistung nicht ans Limit gegangen. "Allerdings muss ich schon einschränken, dass man wissen will, was möglich ist, ob die Systeme auch bei Volllast die richtigen Ergebnisse liefern. Wir haben versucht, für uns zu lernen und Ergebnisse zu erzielen und fühlen uns damit ganz wohl im Moment", sagte er.

Angesichts nur eines technischen Defekts kamen dem Mercedes-Motorsportchef dann doch Bedenken. "Wir haben uns auch die Frage gestellt, ob wir genug an die Grenzen gegangen sind, weil unsere Systeme so gehalten haben. Vielleicht muss man mehr pushen und sie gehen beim Testen kaputt, aber ich denke, es ist eher darauf zurückzuführen, dass unsere Simulationen und Prüfstände richtig laufen und wir auf der Strecke dann die Ergebnisse wiederholt bekommen haben, die wir uns erhofft haben", relativierte er jedoch.

Mercedes: Wolff und Zetsche stimmen auf 2016 ein: (13:42 Min.)


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