Motorsport-Magazin.com Plus
Tipp
Formel 1

Illegale Autos, DTM-Fahrer, Nasenlöcher - Die 7 Antworten zu den Testfahrten in Spielberg

Zwei Tage Testfahrten in Österreich sind vorbei. Motorsport-Magazin.com beantwortet die sieben wichtigsten Fragen zum Spielberg-Test.
von Christian Menath

Wer fuhr bei den letzten Testfahrten des Jahres?

Lediglich sieben Stammfahrer waren an beiden Testtagen auf dem Red Bull Ring im Einsatz. Das Reglement schreibt vor, dass jedes Team an mindestens zwei der vier Mid-Season-Testtage sogenannte Young-Driver einsetzen muss, um dem Nachwuchs eine Chance zu geben. Romain Grosjean, Daniel Ricciardo, Fernando Alonso und Nico Rosberg ließen sich den Test beispielsweise nicht entgehen. Pascal Wehrlein durfte als einziger Pilot an beiden Tagen fahren. Erst für Mercedes, dann für Force India.

Was hatte Marco Wittmann in Spielberg zu suchen?

Der ein oder andere rieb sich vermutlich verwundert die Augen, als er Marco Wittmann auf dem Zeitenmonitor sah. Der BMW-Pilot erhielt für seinen Meistertitel in der DTM im vergangenen Jahr einen Formel-1-Test bei Toro Rosso. Der Franke schlug sich beachtlich: Mit 158 Runden war der fleißigste Pilot des Tests. Mit 1:10.103 Minuten fuhr er die viertschnellste Zeit des zweiten Tages.

Warum wurde der Test verlängert?

Der erste Testtag in Spielberg war an Chaos kaum zu überbieten: Starke Regenfälle sorgten dafür, dass die Session mehr als vier Stunden unterbrochen werden musste. Deshalb überlegten die Teams, am Donnerstag einen zusätzlichen Tag zu testen. Weil sich das Wetter im Verlaufe des Tages aber noch ein wenig besserte, wurde der Dienstag um zwei Stunden verlängert. Bis 20:00 Uhr drehten die Boliden ihre Runden.

Warum wurden die Lineups ständig geändert?

Eigentlich hätte Nico Rosberg schon am Dienstag testen sollen. Auch Fernando Alonso wollte schnell testen und dann die Heimreise antreten. Gleiches gilt für Daniel Ricciardo. Weil die Wetterprognose für Dienstag allerdings so schlecht war, drehten Mercedes und Red Bull ihren Plan. Weil Wehrlein damit am Dienstag nicht für Force India zur Verfügung stand, mussten auch die Inder ihren Plan ändern.

Fernando Alonso durfte erst am Mittwoch ran, weil bei seinem Unfall im Rennen die neue Nase zerstört wurde. Nachschub gab es erst am zweiten Testtag. Stoffel Vandoorne musste noch mit der alten Variante Vorlieb nehmen.

Wie sieht das Force-India-Update aus?

Force India überraschte mit Nasenlöchern - Foto: Sutton

Force India wollte für den Test eigentlich ein halbes B-Auto bringen. Allerdings wurden nicht alle Teile rechtzeitig fertig, weshalb nur eine neue Nase samt neuen Frontflügel kam. Die Nase hat es dafür in sich: Zwei große Löcher sollen mehr Luft unter das Auto bringen. Auch der Flügel selbst ist eine Neukonstruktion, Force India änderte die Design-Philosophie komplett. In Silverstone sollen auch die restlichen Teile zum Einsatz kommen.

Warum fuhren nicht regelkonforme Autos?

Williams zeigte einen illegalen Flügel - Foto: Sutton

Williams teste am Dienstag mit einem kleinen Flügel direkt vor den Hinterreifen. Außerdem fuhren die meisten Teams am ersten Testtag hörbar mit Traktionskontrolle, damit bei den äußerst rutschigen Bedingungen nicht viel passierte. Möglich ist das, weil es bei Testfahrten keine genauen Vorschriften gibt. Einzige Regel: Die Autos müssen sicher sein und alle Crashtests bestanden haben.

Welche Zwischenfälle gab es?

Am ersten Tag sorgte Antonio Fuoco für eine kleine Unterbrechung, als er den Ferrari im Reifenstapel versenkte. Der Italiener verlor in Kurve eins die Kontrolle über den Ferrari und zerstörte neben dem Frontflügel auch die Radaufhängung. Weil der Unfall erst am Abend passierte, verpasste er nicht besonders viel Zeit auf der Strecke. Pascal Wehrlein musste um 20:00 Uhr in der Boxengasse zurückgeschoben werden, weil die Ampel bei seiner Startübung auf Rot sprang.

Daniel Ricciardo erwischte es kurz vor Testende - Foto: Motorsport-Magazin.com

An Tag zwei blieb Daniel Ricciardo kurz vor der Boxeneinfahrt stehen und sorgte somit für eine Unterbrechung. Am Red Bull blieb das Bremspedal stecken und die Bremsen fingen Feuer. Nach kurzer Pause konnte der Australier allerdings wieder fahren. Wenige Sekunden vor Ende der Testfahrten blieb Jolyon Palmer in seinem Lotus unspektakulär stehen und sorgte somit für rote Flaggen, die gleichzeitig das Ende des Tests bedeuteten.


Weitere Inhalte: