Formel 1

Sauber möchte den Abstand zur Spitze verkleinern

Mit dem ersten Werk aus dem neuen hypermodernen Windkanal, dem C24, möchte Sauber seinen Aufwärtstrend von 2004 fortsetzen und die Großen ärgern.
von Stephan Heublein

Motorsport-Magazin.com - Mit dem Gewinn von 34 Punkten hat das Schweizer Sauber Team im vergangenen Jahr selbst die höchsten Erwartungen noch übertroffen. 2005 ist das Team nun bestrebt auch die neue Saison mit demselben Elan in Angriff zu nehmen.

Dazu Peter Sauber: "Unser Ziel ist, den Schwung aus der Saison 2004 beizubehalten und den Abstand auf die Spitze weiter zu reduzieren. Prognosen sind jedoch diesmal aufgrund der einschneidenden Reglementänderungen besonders schwierig."

Mit dem neuen C24 entstand in Hinwil zum ersten Mal ein Auto im hauseigenen, im Frühjahr 2004 in Betrieb genommenen Windkanal. Willy Rampf, der Technische Direktor, ist optimistisch: "Wir haben von der hochmodernen Anlage schon bei der Weiterentwicklung des C23 viel profitiert und sind zuversichtlich, dass das neue Fahrzeug konkurrenzfähig sein wird."

Mit Felipe Massa und Jacques Villeneuve verfügt das Team über zwei viel versprechende Fahrer. Sauber: "Felipe hat sich seit seinem ersten Jahr bei uns enorm entwickelt. Er hat viel über die Technik gelernt, fährt konstanter, hat aber nichts von seiner Schnelligkeit und Aggressivität eingebüsst. Ich bin überzeugt, dass wir an Felipe viel Freude haben werden."

Jacques Villeneuve hatte bei Testfahrten am Ende des vergangenen Jahres Gelegenheit, sich mit dem neuen Team vertraut zu machen und fühlte sich auf Anhieb wohl in seiner Umgebung. Zum ersten Mal hat Sauber Petronas einen ehemaligen Weltmeister unter Vertrag. "Jacques hat viel Erfahrung und den totalen Ehrgeiz, sein großes Können zu beweisen", sagt Teamchef Peter Sauber. "Er hat die Bereitschaft, mit dem Team zu arbeiten und gemeinsam nach vorne zu kommen."

Zu den Ausrüstern des Teams gehört neuerdings der französische Reifenhersteller Michelin. "Wir versprechen uns von diesem Wechsel einen klaren Schritt nach vorne, was sich bei unseren ersten Testfahrten auch bestätigt hat", erklärt Peter Sauber. "Zudem ist es für uns wichtig, die gleichen Voraussetzungen wie unsere direkten Konkurrenten vor und hinter uns zu haben, ganz unabhängig davon, ob es heiß oder kalt, feucht oder trocken ist."

Für ausreichenden Schub sorgt weiterhin der bei Ferrari gebaute Petronas-Motor. Das Schweizer Team wird die Saison mit dem gleichen Triebwerk beginnen, wie es auch von Ferrari verwendet wird.

Mit der Saison 2005 treten einige einschneidende Reglementänderungen in Kraft. Sie haben zum Zweck, die rasante Entwicklung des Tempos zu stoppen sowie die in den letzten Jahren ins Unermessliche gestiegenen Kosten etwas zu senken. Die wichtigsten Neuerungen betreffen die Reifen, den Motor und die Aerodynamik.

Die Anzahl der pro Wochenende zur Verfügung stehenden Reifen wurde drastisch reduziert. Qualifying und Rennen müssen fortan mit demselben Satz absolviert werden. Während der Tankstopps dürfen die Räder nicht mehr gewechselt werden. Als Ausnahme gilt, wenn man von Regen- auf Trockenpneus oder umgekehrt wechselt. Weniger Reifensätze bedeuten, dass härtere Gummimischungen verwendet werden.

Die Motoren müssen neuerdings zwei Rennwochenenden lang halten. Falls wegen eines Defekts ein Wechsel nötig wird, hat dies wie bisher den Verlust von zehn Startplätzen zur Folge. Sehr tiefgreifende Änderungen gab es im Bereich der Aerodynamik. Der Frontflügel muss jetzt 50 mm höher platziert sein, der Heckflügel rückte um 150 mm nach vorn, und die Höhe des Diffusors ist neu auf 125 mm begrenzt. Durch diese Einschränkungen werden sowohl der Abtrieb wie auch die aerodynamische Effizienz der Autos erheblich reduziert.

"Wir haben uns im letzten Jahr stark gesteigert und gehen entsprechend motiviert in die Saison 2005", sagt Teamchef Peter Sauber. "Unser Ziel ist es, diesen Trend fortzusetzen und den Abstand auf die Spitze weiter zu reduzieren. Wir wollen uns und unseren treuen Partnern beweisen, dass wir uns in einem Umfeld von sechs Werksteams als unabhängiges Team positiv in Szene setzen können."


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