Die große Bombe platze beim Japan GP: Sebastian Vettel wird Red Bull zum Ende der Saison verlassen. Doch während sich die meisten Spekulationen um die Zukunft des Deutschen ranken, löste der Abschied Vettels eine Kettenreaktion aus. Daniil Kvyat wird 2015 zum Red-Bull-Piloten befördert, neben Max Verstappen ist nun ein Cockpit frei.

Somit hat auch Jean-Eric Vergne doch noch eine Chance, im nächsten Jahr für Toro Rosso an den Start zu gehen. Denn nach der Verpflichtung von Max Verstappen war der Abschied des Franzosen eigentlich beschlossene Sache, mit Kvyat und Verstappen waren beide Cockpits vergeben. Vergne machte sich selbst keine Hoffnungen mehr auf einen Platz im Team von Franz Tost.

Ärger hegte er nicht. "Durch mein Verlassen wird Verstappen eine Chance gegeben, die mir vor drei Jahren gegeben wurde", so Vergne nach seiner Entlassung zu Motorsport-Magazin.com. Der Franzose hatte nur gehofft, dass beim Juniorteam ein Umdenken stattfindet: "Meine einzige Hoffnung war es, dass Toro Rosso ein anderes Team wird. Dass es ein Team wird, das vorne kämpfen will. Aber am Ende hat Red Bull zwei Teams und eines davon ist für junge Fahrer da."

Doch nach dem Aufrücken von Daniil Kvyat könnte sich die Lage, ja sogar die Philosphie im Juniorenteam geändert haben. Selbst Red Bull Boss Dietrich Mateschitz schließt einen Verbleib von Vergne bei Toro Rosso nicht aus, wie er gegenüber österreichischen Medien sagte. "Einen erfahrenen Piloten neben einem ganz jungen zu haben ist schon ein Argument", so Mateschitz.

Ob Vergne aber - trotz seiner starken Leistungen nach seiner Entlassung - die besten Chancen auf das Cockpit hat, darf zumindest bezweifelt werden. Carlos Sainz Junior gilt als hoffnungsvolles, aufstrebendes Formel-Talent und zeigt derzeit in der Formel Renault 3.5, wieso er dem Kader des Red Bull Junior Teams angehört. Sainz führt die Meisterschaft vor dem letzten Rennwochenende überlegen an.

Kritik am Nachwuchsprogramm unberechtigt

Ist Max Verstappen zu jung für die Formel 1 -
Ist Max Verstappen zu jung für die Formel 1 -Foto: Philip Platzer/Red Bull Content Pool

Sollte Vergne aber tatsächlich eine weitere Chance erhalten, ist das kein prinzipieller Philosophiewechsel. Nach der Verpflichtung von Max Verstappen gab es neben den zahlreichen Lobgesängen auf den Niederländer auch Kritik an Red Bull, einen 17-Jährigen in die Formel 1 zu führen. "Alle waren hinter Verstappen her, dann hat er sich für uns entshcieden und jetzt sind die, die ihn nicht bekommen haben, kritisch", wies Mateschitz die Kritik zurück.

Auch Teamchef Franz Tost verteidigte die Verpflichtung von Verstappen. Motorsport-Magazin.com fragte beim Österreicher nach: Herr Tost, haben Sie keine Angst, dass Verstappen in seinem extrem jungen Alter schlichtweg verheizt wird? "Bei Max sehe ich kein Risiko", lautete die Antwort des Teamchefs von Toro Rosso. "Wenn jemand vom siebten Lebensjahr an Rennen fährt, Kartweltmeister wird, in der Formel 3 EM fährt und dort auch gewinnt, dann mache ich mir keine Sorgen, ihn zu verheizen."