Formel 1

Formel-1-Zeugnis: Pierre Gaslys Saison-Fazit 2019

Pierre Gaslys Formel-1-Saison 2019 waren eigentlich gleich zwei in einer. Untergang gegen Max Verstappen bei Red Bull, Comeback bei Toro Rosso.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Die Formel-1-Saison 2019 ist vorbei. Es war ein Jahr voller Highlights, spannender Kämpfe und prickelnder Teamduelle. Zum Jahresabschluss nimmt Motorsport-Magazin.com alle Fahrer der abgelaufenen Saison unter die Lupe. Jeden Tag arbeiten wir uns in der WM-Tabelle einen Platz vor. Heute in der Zeugniskonferenz: Toro-Rosso-Pilot Pierre Gasly.

Steckbrief Pierre Gasly

Karriere 2019
GP-Starts 47 21
Siege 0 0
Bestes Rennergebnis 2 2
Podien 1 1
Ø Rennplatzierung 11,4 9,085
Ausfälle 8 1
Schnellste Runden 2 2
Poles 0 0
Bestes Quali-Ergebnis 4 4
Ø Position im Qualifiyng 12,4 9,885
Punkte 124 95

Die Qualifying-Performance 2019: Durch seine Degradierung zu Toro Rosso Mitte der Saison gibt es bei Pierre Gasly zwei Vergleiche. Gegen Max Verstappen setzte es bei Red Bull eine schallende Ohrfeige. Fast eine halbe Sekunde fehlte dem Franzosen im Schnitt auf den Niederländer. Während Gasly durchschnittlich nur auf Startplatz 8,33 kam, schaffte Verstappen eine 4,17. Im Quali-Duell unterlag er nur deshalb mit 1:11, weil Verstappen in Kanada durch eine rote Flagge keine Zeit setzten konnte.

In der zweiten Saisonhälfte hieß Gaslys neuer teaminterner Gegner Daniil Kvyat. Nicht nur der Kontrahent war neu, auch die Leistung. Plötzlich war Gasly in Form, besiegte den Russen klar mit 7:2 im Quali-Duell, war im Schnitt knapp vier Zehntel vorne bzw. vier Startplätze besser. Ein starkes Comeback.

Die Renn-Performance 2019: Was für die Qualifyings gilt, gilt auch für die Rennen. Bei Red Bull lief es für Gasly auch am Sonntag nicht. Während Verstappen mit Ferrari kämpfte, wurde der Franzose mehrfach überrundet, mühte sich zeitweise sogar gegen McLaren. Das Resultat: Auch das teaminterne Renn-Duell ging mit 1:11 verloren, während Verstappen im Schnitt Platz 3,33 erreichte war es bei Gasly nur eine 7,73.

Bei Toro Rosso lief es unterdessen auch im Rennen besser als bei Red Bull. Allerdings nicht so überragend wie im Qualifying. Das Renn-Duell gegen Kvyat ging unentschieden aus, im Schnitt war Gasly nur 0,3 Plätze vor dem Russen im Ziel. Alles überstrahlte allerdings ein sensationelles Podium in Brasilien. Für Pierre Gasly mehr als eine Wiedergutmachung für die Plagerei bei Red Bull in Saisonhälfte eins.

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Das sagt Pierre Gasly selbst: "Es gab viel Positives seit ich in Spa zurück im Team war. Es waren neun Rennen, in den wir gute Pace gezeigt haben. Ich bin echt happy, wie ich mit den Jungs zusammenarbeiten konnte. Wir haben einige Q3s geschafft, auch einige Male die Punkte - und ein Podium! Es gab also echt positive Aspekte. Insgesamt war es ein intensives Jahr ... Es sind viele Dinge geschehen, es gab viele Höhen und Tiefen - aus vielen verschiedenen Gründen."

Fazit: Pierre Gasly fuhr 2020 praktisch gleich zwei Saisons. Seine Leistung gegen Max Verstappen bei Red Bull lässt sich nur als unterirdisch bezeichnen, seine Degradierung war nur folgerichtig. Und genau die richtige Entscheidung - auch für Gasly selbst. So resettete Red Bull den Franzosen mit Erfolg. Ein großer Teil seiner Performance - sowohl der schwachen bei RBR als auch der starken bei STR - war Kopfsache. 2020 geht es für Gasly somit vor allem darum, sich mit nachhaltiger Überzeugungsarbeit im Teamduell gegen Kvyat für eine zweite Chance bei Red Bull - oder einem anderen Team für 2021 - zu empfehlen.

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