Formel 1 / Rennbericht

WM-Entscheidung vertagt - Vettel gewinnt Japan GP, Alonso Vierter

Sebastian Vettel gewinnt den Großen Preis von Japan, doch durch den vierten Platz von Fernando Alonso muss er auf seinen vierten Titel noch warten.
von Kerstin Hasenbichler

Motorsport-Magazin.com - Die WM-Entscheidung ist um 14 Tage vertagt. Sebastian Vettel hat zwar den Großen Preis von Japan gewonnen, doch mit Platz vier hat Fernando Alonso sein Soll erfüllt. "Ich bin überwältigt. Wir haben schon im ersten Stint die Entscheidung getroffen länger draußen zu bleiben. Die Reifen zu schonen, war im mittleren Stint nicht einfach, aber das war der Grund für unseren Sieg. Danke an die Fans für ihre Unterstützung", freute sich Vettel. Neben dem Deutschen standen Teamkollege Mark Webber und Lotus-Pilot Romain Grosjean auf dem Podest.

Ich bin überwältigt. Danke an die Fans für ihre Unterstützung
Sebastian Vettel

"Natürlich wäre ich lieber einen Platz weiter oben, aber das Rennen lief eigentlich okay. Ich war auf einer anderen Strategie als Seb, am Ende waren es drei Stopps", erklärte Webber. "Der Start war echt super, es war ein fantastisches Rennen", sagte Grosjean. "Ich habe mich zu Beginn absetzen können, doch dann kam Red Bull wieder heran. Ich freue mich sehr auf einer schwierigen Strecke wie Suzuka auf dem Podest zu stehen." Die Top-5 komplettierten Fernando Alonso und Kimi Räikkönen. Alonso brach damit den bislang gültigen Punkterekord von Michael Schumacher. Er steht nun bei 1.571 Zählern.

Für Vettel war es der fünfte GP-Sieg in Serie. Er ist erst der sechste Fahrer in der Formel-1-Geschichte, der fünf oder mehr Rennen hintereinander gewinnen konnte. Die anderen waren: Alberto Ascari (9), Michael Schumacher (7), Jack Brabham, Jim Clark und Nigel Mansell (je 5). Nach dem Sieg in Suzuka wird Vettel beim Indien GP Weltmeister, wenn er vor Alonso ins Ziel kommt oder mindestens Fünfter wird oder nicht punktet und Alonso maximal Dritter wird.

Jules Bianchi im Kies - Foto: Sutton

Der Start: Mit einem Blitzstart übernahm Romain Grosjean die Führung, während sich dahinter Lewis Hamilton und Sebastian Vettel berührten. Der Red Bull-Pilot beschädigte sich dabei seinen Frontflügel, bekam aber via Funk Entwarnung: "Die Daten sehen gut aus, du kannst draußen bleiben." Schlimmer erwischte es Hamilton, der sich rechts hinten einen Reifenschaden einfing, die Box ansteuern musste und damit ans Ende zurückfiel. In Kurve 1 krachte es zwischen Giedo van der Garde und Jules Bianchi, beide landeten im Kiesbett - das Aus. "Der Einschlag war hart, aber ich bin okay. Ich steckte zwischen den beiden Marussia fest und konnte unmöglich ausweichen", erklärte van der Garde.

Die Zwischenfälle: In Runde 2 trat Charles Pic seine Durchfahrtsstrafe an. In Runde 9 musste Lewis Hamilton seinen Mercedes endgültig in der Box abstellen. "Ich hatte einen tollen Start, vielleicht meinen besten in diesem Jahr. Ich dachte es wäre genügend Platz und bin auf Kurve 1 zugefahren. Ich konnte kaum fassen als ich den Plattfuß merkte. Tut mir sehr leid für die Jungs an der Box und in den Werken", entschuldigte sich Hamilton. Auf der Strecke duellierten sich Felipe Massa und Fernando Alonso. Trotz Anweisung des Teams "Strategie A, jetzt sofort!", blieb der Brasilianer vor seinem Ferrari-Teamkollegen.

Strategie A, jetzt sofort!
Ferrari-Teamradio

In Runde 16 sprachen die Stewards eine Durchfahrtsstrafe gegen Nico Rosberg wegen Unsafe Release aus. Beim zweiten Boxenstopp von Jenson Button hakte es bei der Radmutter rechts hinten, das gleiche Schicksal ereilte Teamkollege Sergio Pérez. In Runde 32 fasste Daniel Ricciardo eine Durchfahrtsstrafe aus. Dem Toro Rosso-Piloten wurde vorgeworfen, sich durch das Verlassen der Strecke einen Vorteil beim Überholmanöver gegen Paul di Resta verschafft zu haben. Auch Felipe Massa bekam eine Durchfahrtsstrafe aufgebrummt, weil er in der Box zu schnell unterwegs war. Nach einer Berührung mit Rosberg musste Pérez erneut die Box ansteuern musste.

Die weiteren Deutschen: Adrian Sutil, der Pechvogel des Samstags, hatte sich am Start bis auf Platz 16 nach vorne gekämpft. 53 Runden später beendete er das Rennen auf Rang 14. Nico Hülkenberg verteidigte am Start seinen siebten Rang und lag nach der ersten Boxenstopp-Phase sogar auf P5. Durch einen frühen Stopp ging er an beiden Ferrari vorbei - ein geschickter Schachzug von Sauber. Erst in der Schlussphase musste sich Hülkenberg gegen Alonso und Räikkönen geschlagen geben und beendete das Rennen somit auf P6.


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