Toyota blickt auf eine äußerst schwache WEC-Saison 2025 zurück und hat ausnahmsweise einmal nichts mit dem Titelkampf zu tun - beim Finale in Bahrain geben sich die Japaner aber keine Blöße: Doppel-Pole für Toyota im Qualifying auf der Strecke, wo seit 2016 kein anderer Hersteller gewinnen konnte. Damit hat sich das Werksteam aus Japan die bestmögliche Ausgangslage für das achte und letzte Saisonrennen der Langstrecken-Weltmeisterschaft verschafft.
Der frühere Formel-1-Fahrer Kamui Kobayashi bugsierte den #7 Toyota GR010 Hybrid (Conway, Kobayashi, De Vries) zum ersten Startplatz. In der Hyperpole-Session gelang es dem 39-Jährigen sogar, die 1:47er-Marke zu knacken: 1:46.826 Minuten für Kobayashi und damit die mit Abstand schnellste Rundenzeit des gesamten Wochenendes im Wüstenstaat.
Bahrain: Erste Saison-Pole für Toyota - folgt der erste Sieg?
Kobayashi setzte sich im Toyota-internen Duell mit 0,151 Sekunden Vorsprung vor dem Zweitplatzierten Brendon Hartley in der #8 (Hartley, Hirakawa, Buemi) durch. Für Toyota war es die erste Pole Position in der laufenden Saison - folgt am Samstag im 8-Stunden-Rennen (Start um 12:00 Uhr deutscher Zeit) auch der erste Saisonsieg?
Unter künstlichem Flutlicht waren die Toyota eine Macht und fuhren der Konkurrenz locker um die Ohren. Am nächsten kam der #94 Peugeot mit Malthe Jakobsen auf dem dritten Startplatz. Dem WEC-Rookie fehlten 0,340 Sekunden zu Kobayashis Pole-Zeit. Jean-Eric Vergne führte den Schwester-Peugeot #93 in seinem vorerst letzten WEC-Rennen zum vierten Startplatz und buchte damit die zweite Reihe für den französischen Autobauer.
Auf den Plätzen fünf und sechs folgten der #12 Cadillac (Stevens, Lynn, Nato) und der #009 Aston Martin Valkyrie (Riberas, Sorensen, De Angelis). Aston-Werksfahrer Marco Sorensen setzte die starke Form der Briten in Bahrain nahtlos fort. Aston Martin schnupperte kurzzeitig gar an einer kleinen Sensation: Beide Valkyries hatten das Q1 des Qualifyings auf den Positionen eins und zwei beendet. Für den #007 Aston reichte es am Ende zum neunten Startrang.
Ferrari legt im WM-Duell vor - Porsche strauchelt arg
Entscheidender ist aber der Blick auf die verbliebenen Titelanwärter - hier legte die Crew des #51 Ferrari 499 P (Pier Guidi, Giovinazzi, Calado) ordentlich vor. WM-Spitzenreiter Antonio Giovinazzi fuhr auf den siebten Startplatz, während Robert Kubica nicht über Platz zwölf im #83 AF-Corse-Ferrari hinauskam. Die Ferrari-Werks-Crew und das private AF-Corse-Team trennen 13 Punkte vor dem Finale am Samstag. Ferrari kann sich zudem gute Chancen auf den Gewinn der Hersteller-Weltmeisterschaft ausrechnen.
Ein Debakel erlebte hingegen der #6 Porsche um Quali-Fahrer Kevin Estre, Laurens Vanthoor und Matt Campbell: Letzter Startplatz (P18) für die Crew, die sich zum bevorstehenden Werksausstieg aus der WEC noch Hoffnungen auf die Titelverteidigung ausrechnen kann. Der sonst so verlässliche Estre verbremste sich auf seiner ersten schnellen Runde und konnte sich davon nicht mehr erholen. Damit war der erhoffte Einzug in die Hyperpole-Runde dahin. "Nicht ideal, aber das Rennen ist lang", sagte Noch-Weltmeister Vanthoor. "Ich bin sicher, dass wir fürs Rennen ein gutes Auto haben."
Schumacher-Alpine verpasst Hyperpole-Runde
Für Alpine gab es im Qualifying nichts zu holen: Der #36 LMDh-Prototyp, auf dem Mick Schumacher womöglich sein vorerst letztes WEC-Rennen vor dem Wechsel in die IndyCar-Serie bestreitet, belegte in den Händen von Teamkollege Jules Gounon den 13. Startplatz. Das Schwesterauto - die Sieger des vorangegangenen Rennens in Fuji um dem Österreicher Ferdinand Habsburg - mussten sich gar mit P15 begnügen. Charles Milesi übernahm die vergebliche Zeitenjagd im #35 Alpine A242.
LMGT3-Klasse: Deutscher Pole-Setter im Lexus
Deutscher Pole-Setter in der LMGT3-Klasse: Das Nachwuchstalent Finn Gehrsitz bescherte dem #78 Lexus RC-F GT3 von Akkodis ASP den ersten Startplatz! Der 21-Jährige hatte das Auto mit dem Beginn der Hyperpole übernommen und zügig die Zeitenspitze erobert. Gehrsitz gelang es im Verlauf der Session sogar, seine persönliche Bestzeit noch einmal zu unterbieten: 2:01.661 Minuten und deutliche 0,326 Sekunden Vorsprung zum Zweitplatzierten #60 Iron-Lynx-Mercedes (Lorcan Hanafin).
Für Gehrsitz war es die zweite Pole Position bei seinem WEC-Debüt nach P1 in Spa-Francorchamps. Der frühere DTM-Pilot Clemens Schmid führte den zweiten ASP-Lexus unterdessen zum vierten Startplatz. Zwischen Gehrsitz und den Österreicher Schmid quetschten sich die beiden Mercedes-AMG GT3 des Kundenteams Iron Lynx - das mit Abstand beste Resultat für den italienischen Rennstall.
Während der #21 Ferrari 296 GT3 von AF Corse den achten Startplatz belegte und weiter auf den Gewinn der Klassen-Meisterschaft hoffen kann, strauchelten die Titelgegner von Manthey-Porsche gehörig: Die beiden Neunelfer verpassten den Sprung in die Hyperpole-Session und mussten sich mit den Plätzen 17 (#92) und 18 (#85, Unfall zuvor im 3. Training) begnügen. Es wäre allerdings nicht das erste Mal, dass der Gesamtführende #92 Porsche um Richard Lietz im Rennen eine große Aufholjagd hinlegt...



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