Valentino Rossi hat sich nach seiner großen MotoGP-Karriere längst auch im Vierrad-Motorsport etabliert. Die dritte Saison des Italieners mit BMW neigt sich jetzt dem Ende entgegen: An diesem Wochenende bestreitet Rossi das Finale der WEC mit dem BMW-Team WRT. In der Langstrecken-WM 2025 blickt Rossi zusammen mit seinen Teamkollegen Kelvin van der Linde und Ahmad Al Harthy zwar auf zwei Podestplätze zurück, im Titelkampf der LMGT3-Klasse spielt das BMW-Trio aber keine Rolle.

Wie es für Rossi im Jahr 2026 weitergeht, ist offiziell noch nicht beschlossen. Fakt ist: Sein Vertrag als BMW-Werksfahrer galt für drei Jahre und läuft damit zum Saisonende aus. Klar ist aber offenbar auch: Beide Parteien wollen die 2023 begonnene Zusammenarbeit fortsetzen. Vieles deutet darauf hin, dass der neunmalige Motorrad-Weltmeister nächstes Jahr weiterhin in einem BMW M4 GT3 Evo an den Start gehen wird.

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BMW-Vertrag noch nicht unterschrieben - Rossi: "Denke, dass ich bleibe"

"Ich habe den Vertrag noch nicht unterschrieben", sagte Rossi am Donnerstag in Bahrain exklusiv zu Motorsport-Magazin.com. "Ich denke aber, dass ich bleibe. Wir wissen noch nicht, in welchen Serien wir antreten werden. Die WEC ist auf jeden Fall eine Option. Wir werden in den kommenden Monaten zusammen mit BMW schauen und entscheiden, was das beste Programm ist."

Alles andere als ein Markenwechsel wäre bei Signore Rossi eine Überraschung. Seine Vierrad-Karriere war von Beginn an eng an das BMW-Werksteam WRT um Teamchef Vincent Vosse geknüpft. Die beiden verbindet eine äußerst vertrauensvolle Beziehung, in der der reine Motorsport anstelle des Marketings im Vordergrund steht - exakt das, was sich Rossi nach seinem Wechsel von zwei auf vier Rädern erhofft hatte.

Kelvin van der Linde und Valentino Rossi in der WEC
BMW-Trio in der WEC: Valentino Rossi, Kelvin van der Linde und Ahmad Al Harthy, Foto: IMAGO/Psnewz

BMW-Boss Roos: "Wollen auf jeden Fall mit Rossi weitermachen"

Auf Seiten von BMW M Motorsport deutet ebenfalls vieles auf eine weitere Zusammenarbeit mit Rossi als Werksfahrer hin. Motorsportchef Andreas Roos sagte zu Motorsport-Magazin.com: "Wir fühlen uns sehr wohl mit Valentino und wollen auf jeden Fall mit ihm weitermachen. Seine Entwicklung ist super. Er zählt inzwischen zu den Rennsiegern im GT3-Sport. Auch auf schwierigen Strecken und bei starkem Wettbewerb ist er ganz vorne mit dabei und zählt dort zu den Top-GT3-Fahrern."

Für Rossi und Co. lief die zweite WEC-Saison mit BMW nicht wie erhofft, dafür blickt der 46-Jährige dieses Jahr auf mehrere Einzelerfolge zurück: Platz zwei beim 12-Stunden-Rennen in Bathurst hinter dem Schwester-BMW, ein GTWC-Rennsieg in Misano und zuletzt ein Sieg beim IGTC-Rennen in Indianapolis an der Seite von Kelvin van der Linde. Beim 24h-Rennen in Spa-Francorchamps belegten Rossi, Kevin Magnussen und Rene Rast im 'Superstar-BMW' den elften Rang.

Rossis Wunsch: Würde gerne BMW-Hypercar fahren

Trotz der beiderseitig guten Partnerschaft scheint aber ein Wunsch von Rossi nicht in Erfüllung zu gehen: Er hatte sich einen Platz im BMW-Hypercar - also dem Spitzenprodukt der Münchner - erhofft. Rossi durfte den BMW M Hybrid V8 beim letztjährigen Rookie-Test in Bahrain erstmals fahren und schlug sich wacker - danach wurde es aber ruhig um weitere Prototypen-Einsätze.

Rossi zu Motorsport-Magazin.com: "Ich habe den Rookie-Test im vergangenen Jahr sehr genossen. Das Hypercar ist der MotoGP ähnlicher als ein GT3-Auto. Seitdem hatten wir versucht, dieses Jahr im Hypercar zu fahren. Das war aber nicht möglich. Und während der aktuellen Saison haben wir erneut probiert, einen Platz im Hypercar zu bekommen - aber das war leider auch nicht möglich. Es scheint schwierig zu sein, dort zu fahren. Das wäre schade, weil es mein Ziel ist. Aber wenn ich im GT3-Auto bleiben muss, bin ich auch happy."

Es ist sicherlich keine einfache Situation für BMW-Motorsportchef Roos als Entscheider, wenn einer der berühmtesten Rennfahrer aller Zeiten derartige Ansprüche anmeldet. Warum also kein Rossi im BMW-Hypercar, Herr Roos? "Wir haben ein Langzeit-Programm, auch mit Valentino. Das muss alles zusammenpassen. Im Moment haben wir zwei Hypercars in der WEC. Wir haben noch ein paar offene Rechnungen in der WEC und IMSA, die wir erreichen wollen. Wir gehen einen Schritt nach dem anderen."

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Valentino Rossi testete 2024 erstmals das BMW-Hypercar, Foto: BMW M Motorsport

BMW-Hypercar: Kelvin van der Linde erstmals am Steuer

Während Rossi weiter auf seine nächste Fahrt im LMDh-Prototypen warten muss, erhält in Kürze sein GT3-Teamkollege Kelvin van der Linde dieses Privileg. Der BMW-Neuzugang, der auf eine extrem erfolgreiche Saison zurückblickt, darf am Sonntag in Bahrain beim Rookie-Test erstmals im BMW M Hybrid V8 Platz nehmen. Auch Charles Weerts, der zusammen mit van der Linde die GT World Challenge gewonnen hat, kann Runden im Prototypen drehen. Kelvins jüngerer Bruder, Sheldon van der Linde, fährt dabei witzigerweise die Referenzrunden.

Roos zur Rookie-Fahrerwahl: "Wir hatten relativ früh angefangen, diese Möglichkeit zu besprechen. Kelvin und Charles haben es nach ihrer fast makellosen Saison im GT3 verdient, unser Hypercar zu testen. Wir geben ihnen das aber nicht nur als 'Goodie': Es ist für uns auch wichtig, zu sehen, wie sie gegebenenfalls auf dem nächsten Level performen können."