Nervige Drohnen legen in diesen Zeiten nicht nur Flughäfen lahm, sondern sorgen auch auf der Rennstrecke auf Verzögerungen. So geschehen beim 3. Freien Training zum WEC-Saisonfinale in Bahrain am Freitag. Zwölf Minuten vor dem Ende musste die Rennleitung eine Full-Course-Yellow-Phase ausrufen, weil sich eine Drohne auf dem Asphalt des Bahrain International Circuit niedergelassen hatte. Ein Streckenposten war zügig zur Stelle, um das Fluggerät sicher von der Strecke zu entfernen.

Für einen größeren Zwischenfall hatte zwölf Minuten nach dem Session-Start die Manthey-Porsche-Pilotin Celia Martin gesorgt: Die Französin verlor die Kontrolle über den pink-weißen Porsche 911 GT3 R und schlug ausgangs der zweiten Kurve in die Streckenbegrenzung ein. Rote Flaggen wurden für knapp zehn Minuten geschwenkt, während Martin den an der Front beschädigten Neunelfer aus eigener Kraft zurück in die Boxengasse bugsierte.

Erste Bilder: Neuer Mercedes-AMG GT3? Jenson Button hört auf! (09:42 Min.)

WEC-Training in Bahrain: Bestzeit für Ferrari

Das einstündige Training bei knapp 30 Grad Außentemperatur ging ansonsten größtenteils glatt über die Bühne, wenngleich eine leichte Kollision zwischen Ferdinand Habsburgs #35 Alpine A424 mit einem Ford Mustang GT3 kurzzeitig für Aufsehen sorgte. Die Bestzeit ging an den #50 Ferrari 499 P (Fuoco, Molina, Nielsen) in 1:49.725 Minuten. Der etatmäßige Qualifying-Pilot Antonio Fuoco setzte früh die Rundenzeit und hielt sich bis zum Schluss an der Spitze.

Fuocos Bestzeit war ziemlich genau eine Sekunde langsamer als die schnellste Zeit aus dem 2. Training am Vorabend, als Sheldon van der Linde den BMW M Hybrid V8 zum ersten Platz geführt hatte. Heute auf den Plätzen zwei, drei und vier: der #7 Toyota (Conway, Kobayashi, De Vries), der #83 AF-Corse-Ferrari um Le-Mans-Sieger Robert Kubica sowie der #009 Aston Martin Valkyrie.

Robert Kubica: "Lieber aufs Rennen konzentrieren"

Das 3. Training diente nicht unbedingt als 'Generalprobe' für das folgende Qualifying (heute um 14:00 Uhr deutscher Zeit bzw. 16:00 Uhr Ortszeit). Vielmehr fokussierten sich die Teams auf das Renn-Management der Reifen am Bahrain International Circuit, der traditionell einen hohen Verschleiß aufweist. "Es wäre schön, aus der ersten Reihe zu starten", sagte Kubica, dessen #83 Crew noch Hoffnungen auf den WM-Titelgewinn machen kann. "Aber wir fokussieren uns lieber aufs Rennen."

Ferrari-Werksfahrer Alessandro Pier Guidi, der mit dem #51 Ferrari (Pier Guidi, Giovinazzi, Calado) die WM-Tabelle vor der AF-Corse-Crew und dem #6 Porsche (Estre, L. Vanthoor, Campbell - P14 im 3. Training) anführt, erklärte: "Auf dieser Strecke herrscht stets ein Kompromiss aus Performance und Reifenverschleiß. Wir sind nicht schlecht unterwegs. Die wichtigste Session war am Donnerstagabend (FP2), denn heute im 3. Training waren die Bedingungen am weitesten von denen entfernt, die wir im Rennen vorfinden werden."

Mick Schumacher und Alpine auf letzten Plätzen

Auf den Plätzen fünf, sechs, sieben und acht in der Zeitenliste: der #12 Cadillac (Stevens, Lynn, Nato), der #94 Peugeot (Duval, Jakobsen, Pourchaire) mit Debütant Theo Pourchaire, der #51 Ferrari und der private #99 Proton-Porsche, der nach einem Elektrik-Problem am Donnerstag wieder ins Geschehen eingreifen konnte.

Der #36 Alpine A424 (Schumacher, Gounon, Makowiecki), auf dem Mick Schumacher möglicherweise sein vorerst letztes WEC-Training erlebt hat, landete auf dem 17. Platz. Das Schwesterauto mit den Fuji-Siegern Habsburg/Milesi/Chatin belegte dahinter an letzter Stelle P18. Wie es für Schumacher demnächst weitergehen könnte und was er aktuell zu seiner Zukunft sagt, erfahrt ihr in diesem Artikel: