Alpine hat die Ferrari-Serie beim WEC-Saisonauftakt in Imola durchbrochen. Nachdem die Italiener sich bei ihrem Heimspiel die Bestzeiten sowohl beim Prolog am Dienstag sowie auch im 1. Training am Freitagmittag gesichert hatten, war in der zweiten Trainings-Session am Nachmittag die Konkurrenz aus Frankreich an der Reihe.

Charles Milesi führte den #35 Alpine A424 (Milesi/Felix da Costa/Habsburg) während einer frühen Qualifying-Simulation an die Spitze der Zeitenliste. Mit einer 1:30.898 knackte der Franzose als einziger Fahrer die 1:31er-Marke, die bis zum Ende der 90-minütigen Session die Messlatte bilden sollte.

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Inwiefern die Balance of Performance einen Einfluss auf das sportliche Geschehen hat, können wir nicht sagen. Der ACO hat sich entschieden, die BoP-Tabellen ab sofort nicht mehr zu veröffentlichen. Unser Kommentar zur BoP-Verschleierung:

WEC-Training in Imola: Top-4 innerhalb von zwei Zehntelsekunden

Hinter dem Alpine ging es eng zur Sache: Den Drittplatzierten Nyck de Vries im #7 Toyota TR010 Hybrid und die beiden Werks-Ferrari auf den Plätzen drei und vier trennten weniger als zwei Zehntelsekunden! Alle Hypercar-Teams hatten sich für einen frühen Qualifying-Run entschieden, um sich auf das Zeittraining am Samstag (ab 14:15 Uhr) einzuschießen. Das Qualifying gilt als wichtiger Schlüssel für ein erfolgreiches Wochenende, weil der enge Kurs in Imola nur wenige Überholmöglichkeiten bietet.

Bildeten die vorangegangenen Ferrari-Bestzeiten (1-2-3 beim Prolog und 1-2-3 im 1. Training) etwa nicht das wahre Kräfteverhältnis ab? Die amtierenden Weltmeister stapelten schon seit dem Freitagmorgen tief. Die Ferrari-Fahrer sahen nach den ersten Eindrücken eher Toyota vorne und rechneten auch BMW realistische Chancen auf ein gutes Ergebnis aus.

Ferrari-Technikchef: Wir haben nicht das schnellste Auto

"Wir waren eines der Teams, das beim Prolog und im Training das Qualifying simuliert hat", sagte Ferrari-Technikchef Ferdinando Cannizzo. "Das war nicht bei allen Herstellern der Fall. Deshalb standen wir auf den Plätzen eins bis drei. Wenn man die Renn-Pace der anderen Autos betrachtet, zeigt sich deutlich, dass der Ferrari nicht das schnellste Auto ist. Generell liegen aber alle Autos sehr nahe beieinander."

Zumindest im 2. Training war das durchaus der Fall: Die Top-8 lagen innerhalb einer halben Sekunde. Hinter dem Alpine, dem Toyota und den beiden Werks-Ferrari folgten auf den Plätzen fünf bis acht: der #94 Peugeot 9X8 (Duval/Jakobsen/Pourchaire), der #20 BMW M Hybrid V8 mit Rene Rast und Robin Frijns, der gelbe AF-Corse-Ferrari um FP1-Spitzenreiter Robert Kubica sowie der #007 Aston Martin Valkyrie.

Vor allem mit den Toyotas dürfte wieder zu rechnen sein, die sich in dieser Saison mit einem großflächig überarbeiteten Aero-Paket präsentieren. In der vergangenen Saison gingen die Japaner baden und errangen nur einen einzigen Sieg beim Finale in Bahrain. "Wir wollen die Lücke zur Konkurrenz schließen", sagte Toyota-Star Sebastien Buemi. "Die Ferrari sehen sehr schnell aus, aber warten wir mal das Qualifying ab. Wir wissen nicht, was die anderen getestet haben, und in den Tank eines Hypercars passt ziemlich viel Sprit..."

Genesis-Star Lotterer: "Performance hat noch keine Priorität"

Am Ende des Feldes der 17 Hypercars reihten sich die beiden LMDh-Boliden des Neueinsteigers Genesis Magma Racing ein - mit 1,3 bzw. 1,9 Sekunden Rückstand auf den führenden Alpine.

"Performance hat bei uns noch nicht die oberste Priorität", sagte der dreifache Le-Mans-Sieger und WEC-Weltmeister von 2024, Andre Lotterer. "Wir wollen erst mal durchfahren, keine Fehler machen und keine Strafen kassieren. Vielleicht können wir in ein paar Rennen anfangen, an der Performance zu schrauben. Wir wollen jetzt erst mal eine gute Basis für die Zukunft legen."

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