Ferrari gibt zum Auftakt des WEC-Rennwochenendes in Imola (17.-19. April 2026) ganz klar den Ton an: Alle drei Ferrari 499P lagen beim 1. Freien Training am Freitagmittag an der Spitze. Es war das gleiche Bild wie zuvor am Dienstag dieser Woche beim Prolog-Test, der allerdings bei kühleren Temperaturen und zwischenzeitlichen Regenschauern über die Bühne gegangen war. Am Freitag hingegen begrüßten 21 Grad und Sonnenschein pur die Langstrecken-WM zum verspäteten Saisonauftakt.
Der gelbe #83 AF-Corse-Ferrari um die amtierenden Le-Mans-Sieger Robert Kubica, Yifei Ye und Phil Hanson hatte nach 90 Trainingsminuten die Nase vor den beiden roten Werksautos. Kubica hatte die Bestzeit von 1:31.739 Minuten schon früh in der Session aufgestellt, bevor sich AF Corse auf die Rennabstimmung konzentrierte. Beim Prolog war der schnellste Ferrari noch sechs Zehntelsekunden schneller, hier ist also noch Luft nach oben.
Ferrari stapelt tief: "Wir sind nicht die Favoriten"
Hinter dem AF-Corse-Ferrari folgten die beiden Werksautos mit den Startnummern #50 (Fuoco/Molina/Nielsen) und #51 (Giovinazzi/Pier Guidi/Calado) im Abstand von rund zweieinhalb Zehntelsekunden. Die Rundenzeiten von Fuoco und Giovinazzi lassen sich im Vergleich zur Konkurrenz allerdings kaum seriös einordnen, nachdem die Verantwortlichen der WEC entschieden haben, ab sofort keine BoP-Tabellen mehr zu veröffentlichen. Unser Kommentar zur großen Geheimniskrämerei der FIA-Serie:
Bei Ferrari war trotz der starken Ergebnisse erst einmal Tiefstapeln angesagt vor dem prestigeträchtigen Heimspiel. "Wir sind zwar stark, glauben aber nicht, dass wir die Favoriten sind", sagte Miguel Molina am Freitagmorgen auf Nachfrage von Motorsport-Magazin.com. Teamkollege Nicklas Nielsen fügte an: "Wir wissen, dass die Toyota stark sind. Wir wissen aber nie, wie stark wirklich. Der BMW scheint auch sehr gut zu gehen."
Imola: Cadillac und Peugeot jagen Ferrari im Training
2025 fuhr Ferrari einen dominanten Sieg in Imola ein - klappt es dieses Jahr wieder? Der schärfste Verfolger im Training war der #12 Cadillac (Lynn/Nato/Stevens) mit einem Rückstand - passend zur Platzierung - von 0,444 Sekunden. Dahinter folgten die beiden Peugeot 9X8, die schon beim Prolog einen guten Eindruck hinterlassen hatten. Im internen Duell setzte sich das #94 Auto mit Loic Duval, Malthe Jakobsen und Neuzugang Theo Pourchaire knapp vor dem Schwesterauto (Di Resta/Vandoorne/Cassidy) durch.
Der bestplatzierte der beiden aerodynamisch stark überarbeiteten Toyota TR010 Hybrid belegte den siebten Platz, wobei dem #8 Trio Buemi/Hartley/Hirakawa gut acht Zehntelsekunden zur Spitze fehlten. Der #35 Alpine mit Neuzugang Antonio Felix da Costa, dem Österreicher Ferdinand Habsburg und Charles Milesi folgte auf P9.
Dahinter komplettierten die beiden BMW M Hybrid V8 die Top-10. In Imola teilen sich Rene Rast und Robin Frijns das #20 Auto, während sich Raffaele Marciello und Kevin Magnussen im Schwesterauto abwechseln. Ihre etatmäßigen Teamkollegen Sheldon van der Linde und Dries Vanthoor sind am Wochenende bei der IMSA in Long Beach unterwegs.
Genesis beim WEC-Debüt im hinteren Feld
Der Hypercar-Neueinsteiger Genesis Magma Racing ordnete sich auf den Plätzen 15 und 17 ein, dazwischen drängelte sich einer der beiden Aston Martin Valkyrie. Dem #15 Genesis GMR-001 (Jaminet/Juncadella/Chatin) fehlten 1,4 Sekunden, dem Schwesterauto (Lotterer/Derani/Jaubert) gar 1,9 Sekunden.
Für das Team von Hyundais Luxusmarke geht es aber vor allem darum, Kilometer mit dem brandneuen LMDh-Auto zu sammeln. Das gelang mit insgesamt 97 Runden im Training mehr als gut. "Ich gehe davon aus, dass Genesis mitmischen wird, wenn auch vielleicht noch nicht beim ersten Rennen", meinte der amtierende Ferrari-Weltmeister Alessandro Pier Guidi.
Das 2. Freie Training steigt am heutigen Freitag um 15:00 Uhr. Ärgerlich für alle WEC-Fans, die nicht vor Ort sind: Das Live-Timing liegt seit dieser Saison hinter der Bezahlschranke und muss zusammen mit einem Streaming-Paket erworben werden! Streckenbilder spart sich die Langstrecken-WM an den Freitagen ohnehin, womit die Trainings praktisch hinter verschlossenen Türen vonstatten gehen.
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