Beim Sieg des #15 BMW M Hybrid V8 (Marciello, Magnussen, D. Vanthoor) in Sao Paulo wurde das Schwesterauto mehr als zwei Stunden nach dem Rennende folgenschwer bestraft. Die #20 BMW-Crew um Rene Rast, Sheldon van der Linde und Robin Frijns erhielt eine nachträgliche 5-Sekunden-Zeitstrafe und fiel im Endergebnis vom sechsten auf den achten Platz zurück.

Rast und Frijns büßten durch die verlorenen Punkte die alleinige Führung in der WM-Tabelle ein. Teamkollege van der Linde ist hingegen Einzelkämpfer in der Gesamtwertung, weil er den Saisonauftakt in Imola wegen einer IMSA-Überschneidung verpasste und deshalb ohnehin nicht um die Fahrer-Weltmeisterschaft kämpfen kann.

Strafe: Rast und Frijns verlieren alleinige WEC-Führung

Rast und Frijns liegen in der Meisterschaft nun gleichauf mit dem zuletzt in Le Mans siegreichen Toyota-Trio Kamui Kobayashi, Nyck de Vries und Mike Conway. Beide Crews haben 75 Punkte auf dem Konto. Van der Linde ist alleiniger Gesamt-Dritter mit 65 Zählern. Toyota verlässt das vierte Wochenende in Brasilien trotz einer sportlichen Pleite - nur die Plätze 12 und 18 im Rennen - zudem als Spitzenreiter in der Hersteller-Wertung. Der Vorsprung auf BMW beträgt jetzt fünf Punkte statt einem Zähler.

Der zur BMW-Strafe führende Vorfall ereignete sich in der 235. von 243 Runden, zwölf Minuten vor dem Zieleinlauf: #20 Schlussfahrer Frijns kollidierte in Kurve 2 mit dem rechten Heck des angreifenden #50 Ferrari von Antonio Fuoco beim Kampf um den fünften Platz. Lachender Dritter bei dieser Situation in den Senna-Esses war Robert Kubica, der mit seinem AF-Corse-Ferrari vorbeihuschte und den fünften Platz auf dem Silbertablett serviert bekam.

BMW-Fahrer Robin Frijns für Kollision mit Ferrari bestraft

Frijns überquerte die Ziellinie als Sechster hinter Kubica, dahinter belegte Fuoco wegen seines Drehers nur den achten Rang. Der Ferrari-Pilot musste noch den #007 Aston Martin Valkyrie vorbeilassen, der wegen der BMW-Bestrafung nun final als Sechster gewertet worden ist. Die Sportkommissare machten den Niederländer Frijns als Hauptschuldigen der Kollision mit Fuoco aus und brummten ihm nach einer ausgiebigen Verhandlung 5 Straf-Sekunden auf.

"Nach eingehender Prüfung des Vorfalls kamen die Sportkommissare zu dem Schluss, dass beide Fahrer eine gewisse Mitverantwortung für die Kollision tragen", hieß es im Urteil. "Sie waren jedoch der Auffassung, dass der Fahrer von Fahrzeug 20 (Frijns) die Möglichkeit gehabt hätte, am Ausgang von Kurve 1 vor Kurve 2 nicht weiter zu beschleunigen, sondern stattdessen die Geschwindigkeit zu reduzieren und Fahrzeug 50 (Fuoco) den Scheitelpunkt zu überlassen."

Stewards: Frijns "überwiegend für den Zwischenfall verantwortlich"

Demnach sei BMW-Werksfahrer Frijns laut den Stewards "überwiegend für den Zwischenfall verantwortlich" gewesen. Fuoco habe sein Überholmanöver ausgangs der ersten Kurve "praktisch abgeschlossen", wenngleich er zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollständig am BMW vorbeigefahren war. Fuoco erklärte in der Anhörung, dass er das Überholmanöver gegen Frijns als abgeschlossen betrachtete und deshalb den Scheitelpunkt der nachfolgenden Kurve 2 ansteuerte. Frijns hingegen erklärte, dass Fuoco nicht so weit hätte einlenken und ihm beim Anbremsen der Kurve mehr Platz hätte lassen müssen.

Eine knappe Angelegenheit in der Kurvenkombination nach Start/Ziel mit dem Ausgang, dass Frijns trotz der Strafe von 'nur' 5 Sekunden sogar zwei Plätze im finalen Ergebnis verlor. Das 6-Stunden-Rennen wurde nur einmal durch eine frühe Full-Course-Yellow-Phase unterbrochen und lief ansonsten durchweg unter grünen Bedingungen. Dennoch ging es gerade im Mittelfeld extrem eng zu zwischen einigen Herstellern, sodass die Zeitabstände diesmal sehr gering ausfielen.

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