2024 schrieb Maverick Vinales in Austin Geschichte: Er gewann auf dem Circuit of the Americas sein erstes MotoGP-Hauptrennen für Aprilia und stieg damit zum ersten Fahrer der Königsklasse auf, der mit drei verschiedenen Herstellern einen Grand Prix gewinnen konnte. Seither wartet 'Top Gun' allerdings auf einen weiteren Triumph in der Königsklasse. Und schon jetzt ist klar: Die Durststrecke wird auch an diesem Wochenende nicht enden. Denn am Freitag musste sich Vinales vom USA-GP zurückziehen.

"Nach einer Untersuchung durch die medizinischen Berater der MotoGP hat Maverick Vinales beschlossen, den Grand Prix der Vereinigten Staaten an diesem Wochenende nicht weiter fortzusetzen", verkündete das Tech3-Team in einem Statement kurz vor Beginn des 60-minütigen Trainings am Freitagabend. Damit wird also Realität, was die Nummer 12 der MotoGP bereits am Medien-Donnerstag als eine realistische Option angedeutet hatte. Mehr dazu in unserem aktuellen Video:

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Sachsenring-Crash: Vinales kämpft noch immer mit Schulterverletzung

Die Ursache für Vinales' Rückzug liegt bereits neun Monate zurück: Der heftige Sturz im verregneten Qualifying zum Deutschland-GP im Juli 2025. Damals verletzte sich der Spanier an der linken Schulter und musste anschließend zahlreiche Rennen im restlichen Saisonverlauf auslassen. Über den Winter schien die Verletzung auskuriert, offenbar war das aber ein Irrtum.

"Maverick verspürt Schmerzen in der linken Schulter und es fehlt ihm an Kraft. Außerdem wurde in den vergangenen Tagen im Rahmen einiger Untersuchungen entdeckt, dass sich eine Schraube verschoben hat, die ihm nach der Sachsenring-Verletzung eingesetzt wurde", verriet das Tech3-Team nun. Vinales werde jetzt zurück nach Europa reisen, "um sich einem kleinen Eingriff zur Entfernung der Schraube zu unterziehen, mit dem Ziel, für den Grand Prix von Spanien wieder fit zu sein." Dieser findet erst vom 24. bis 26. April statt. Aufgrund der Verschiebung des Katar-GPs bleiben Vinales also vier Wochen Zeit, um sich zu erholen.

Maverick Vinales absolvierte in Austin nur das FP1, Foto: KTM Media
Maverick Vinales absolvierte in Austin nur das FP1, Foto: KTM Media

Macht so keinen Sinn! Maverick Vinales erklärt Austin-Rückzug

"Die Knochen und Bänder sind komplett geheilt, es muss also nur die Schraube entfernt werden", berichtete Vinales am Freitagabend selbst. Es sei also nichts Dramatisches, aber "ich kann so nicht weiterfahren. Ich verliere allein in vier Kurven 0,7 Sekunden, weil ich ständig die Richtung wechseln muss. Das macht keinen Sinn. Doktor Charte hat mir gesagt, dass ich der Schulter großen Schaden zufügen könnte, wenn ich jetzt stürze. Wenn ich einen Fehler mache, bereue ich das also vielleicht den Rest meines Lebens. Da muss ich einfach vorsichtig sein und die Schraube entfernen lassen." Das Ziel sei jetzt, in Jerez mit 100 Prozent zurückzukommen und dort die Saison endlich ins Rollen zu bringen.

Bislang steht Vinales 2026 nämlich noch bei null Punkten, landete sowohl in Thailand als auch in Brasilien deutlich hinter KTM-Speerspitze Pedro Acosta. Dass es in Jerez endlich bergauf geht, glaubt Vinales auch dank einem ordentlichen FP1 in Austin. Dort landete er am Freitagvormittag noch auf Platz 13: "Ich muss das Positive sehen. Wir haben hier endlich ein gutes Gefühl mit dem Motorrad gefunden. Obwohl ich keine Kraft in der Schulter hatte, habe ich mich auf dem Bike gut gefühlt. Wir haben hier viel Potenzial in unserem Motorrad."

Diese These unterstrichen Acosta und Enea Bastianini im Training. Beide KTM-Piloten schafften es in die Top-Ten und sicherten sich damit einen direkten Platz im Q2. Hier gibt's das komplette Training im Bericht: