Vor dem Brasilien GP haben wir auf die besten Piloten bei Strecken-Debüt geblickt. Wenig überraschend hat MotoGP-Weltmeister Marc Marquez hier eine beeindruckende Bilanz vorzuweisen. Seine Schnellstarter-Fähigkeiten sieht er in Goiania aber nicht als Vorteil an. Dafür gibt es anderen Grund für Optimismus.
Kurze Strecke und viele Rechtskurven: Brasilien kein Kurs für Schnellstarter Marc Marquez?
"Natürlich war das immer eine der Stärken meiner Karriere", blickte die Nummer 93 am Donnerstag auf vier Siege bei Strecken-Debüts zurück. Im Falle des Autodromo Internacional Ayrton Senna sieht er in dieser Historie aber keine Relevanz: "Am Ende ist das hier eine kürzere Strecke und FP1 sowie das Training am Freitag wurden [um 15 Minuten, Anm. d. Red.] verlängert. Also werden alle die Strecke sehr gut kennenlernen. Auf einem solch kurzen Kurs kannst du viele Runden drehen. Das wird also kein Faktor sein."

Tatsächlich ist die Rundenzeit mit etwa 1:15 prognostiziert und damit kürzer als auf allen anderen Strecken im Kalender. Am Sonntag werden 31 Runden zu absolvieren sein. Da ist also genug Gelegenheit, jede Kurve zu erlernen. Außerdem glaubt Marc Marquez nicht, dass sein Vorteil aus früheren Tagen noch besteht: "Es stimmt. Als ich noch 20 oder 25 war, da habe ich mich sehr schnell angepasst. Ich glaube, dass ich das jetzt auch noch kann, aber generell reagieren junge Fahrer schneller auf Neues als erfahrene Piloten. Sie gehen einfach nach ihrem Instinkt."
Eines ist ihm aber auch mit 33 Jahren nicht abhandengekommen: seine Stärke in Linkskurven. Leider bringt auch das in Brasilien wenig ein. "Natürlich hätte ich lieber mehr Linkskurven, aber das Layout sieht gut aus. Sicher ist das nicht das Beste für meinen Fahrstil, aber mal sehen, ob wir guten Speed und eine gute Linie finden können", kommentiert der Spanier den Kurs, der neunmal nach rechts und nur viermal nach links abbiegt. Noch dazu ist auch der dominierende Kurventyp nicht unbedingt sein Revier: "Diese langgezogenen Rechtskurven erinnern an Barcelona, und das ist keine gute Strecke für mich."
Ducati in Reifenproblemen? Nicht für Marc Marquez
Wer hier wieder einmal das Muster des ewigen Tiefstaplers Marc Marquez sieht, der irrt diesmal. Der Superstar hatte diesen Zweifeln durchaus auch Gründe für Optimismus entgegenzuhalten. Zum einen sind da die Gummis, die seinen Markenkollegen in Thailand wegbrachen. Sie kamen mit den speziellen Mischungen Michelins für Hitzerennen nicht zurecht. Diese kommen auch in Goiania zum Einsatz, aber Marc Marquez sieht für sich kein Problem: "Unter den Ducati-Piloten war ich der beste beim Reifenverschleiß. In den letzten Runden [vor seinem Ausfall in Thailand, Anm. d. Red.] kam ich stärker auf als zur Rennmitte." Die Analyse dieses Rennens mit unserem Experten Tom Lüthi im Interwetten MotoGP-Magazin könnt ihr hier noch einmal sehen:
Knochenmühle MotoGP: Marc Marquez mit wichtigen Trainingsfortschritten
Doch der wichtigste Faktor ist nicht in der Technik zu suchen, sondern beim Piloten selbst. Nach monatelanger Verletzungspause war Thailand das erste Rennen für Marc Marquez. Da konnte er noch nicht vollständig fit sein. Jetzt hat er die Zeit zum zweiten Rennen produktiv genutzt: "Ich fühle, dass ich in den letzten zwei Wochen zuhause Fortschritte erzielt habe. Ich freue mich daher darauf, das Motorrad zu fahren und diese Verbesserung zu spüren."
"Es war das erste Mal, dass ich zweimal Motocross mit nur einem Tag Pause dazwischen trainieren konnte. Das war mir vor Thailand nicht möglich", berichtete er von seinen körperlichen Fortschritten. In Goiania wird er diese Steigerung bei der Fitness gut gebrauchen können. Hohe Temperaturen und schnelle Kurven werden an die Substanz der Fahrer gehen.
Wie die MotoGP-Fahrer über die neue Strecke in Goiania denken und was die größten Fragezeichen sind, das lest ihr hier:



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